Konstantin Wecker: Poesie und Widerstand / Zu Nato-Russland: Friedbert Pflueger / Patrick Diekmann / Ex-Generaele und Botschafter / Charlotte Wiedemann / Appell von 50 Nobelpreistraegern zum Mitmachen

Gespeichert von Webmaster am Mi., 22.12.2021 - 20:40

Liebe Friedensinteressierte,

im Rahmen von Transparenz TV und der Sendereihe „Friedensfragen mit Clemens Ronnefeldt“ sende ich nachfolgend eine Inhaltsangabe und den Link zur letzten Sendung dieser Reihe.

Mein Dank gilt Frank Farenski, dem Chef von Transparenz TV, und dem gesamten Team für drei Jahre guter und fruchtbarer Zusammenarbeit.

Alle 135 Sendungen von Januar 2019 bis Dezember 2021 können auch in Zukunft abgerufen werden unter der Listen-Link:

https://www.youtube.com/playlist?list=PLu9ITSfqUeKusUk2bggH-vAEtFhNnDjRK

Heute kommt noch einmal eine besondere Premieren-Sendung:

Mittwoch, 22.12.2021 - 20.30 Uhr

Thema: Poesie und Widerstand

Gast: Konstantin Wecker

Seit fünf Jahrzehnten steht Konstantin Wecker auf der Bühnen als Pianist, Sänger, Dichter und Redner bei Friedenskundgebungen.

Zusammen mit Margot Käßmann, der ehemaligen Ratsvorsitzenden der ev. Kirche in Deutschland, veröffentlichte er 2015 das Buch „Entrüstet euch“.

Das Interview wird auf den Einfluss seiner Eltern für das Friedensen- gagement ihres Sohnes eingehen und nach seinen Vorbildern fragen.

Drei Lieder stehen Zentrum des Interviews:

Das erste könnte - angesichts der aktuellen Ereignisse an der polnisch-belarusischen Grenze oder dem Verhalten von Frontex im Mittelmeer - nicht aktueller sein: Es trägt den Titel: "Schäm Dich Europa“ und endet mit den Sätzen: "Nie wieder Faschismus. Nie wieder Krieg“.

Das zweite trägt den Titel: "Utopia" - und enthält die Vision Konstantin Weckers von einer gerechten und herrschaftsfreien Welt. Das Lied endet mit der Zeile: "Ist denn nicht allein die Liebe - Grund und Sinn von allem Sein?".

Der Text des dritten Liedes stammt von Lothar Zenetti und wurde von Konstantin Wecker vertont. Es ist ein Mut-Mach-Lied mit dem Titel „Was keiner wagt“.

Angstfreiheit und Zivilcourage, Mut und langer Atem sind Voraussetzungen für jegliches Friedenshandeln.

Welche Grundvoraussetzungen in Elternhaus, Schule und Gesellschaft bräuchte es, damit Friedensstifterinnen und Friedensstifter immer wieder neu heranwachsen?

Am Ende des Interviews wird Konstantin Wecker auf die Bedeutung der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ während der NS-Diktatur eingehen - und herausstellen, warum es ums Tun - und nicht ums Siegen geht.

Premiere der Sendung ist am Mittwoch, 22.12.2021 um 20.30 Uhr unter dem Link:

https://youtu.be/26IgFR3fDOo

Weitere Informationen unter:

https://wecker.de/

Zum Thema der Sendung passt dieses folgende Konzert, das in dieser kalten Zeit beim innerlich Warmwerden helfen kann: Konstantin Wecker - Geburtstags-Jubiläumskonzert "Poesie und Widerstand" 2017

https://www.youtube.com/watch?v=wLRL0EjBdQg

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Zur aktuellen Politik:

Noch immer sind die Fronten zwischen Nato und Russland verhärtet - wie Spiegel online berichtet: https://www.spiegel.de/ausland/russland-wladimir-putin-macht-den-westen-fuer-wachsende-spannungen-verantwortlich-a-65450d12-b103-4c30-b7c4-4950bb94b3d3?sara_ecid=soci_upd_wbMbjhOSvViISjc8RPU89NcCvtlFcJ

Truppenaufmarsch nahe der Ukraine Putin droht mit »militärisch-technischen Vergeltungsmaßnahmen«

Russland zieht offenbar weiter Truppen nahe der Ukraine zusammen, die Spannungen in der Region sind enorm. Kremlchef Wladimir Putin wirft dem Westen »unfreundliches« Verhalten vor – und kündigt Reaktionen an.

21.12.2021

(…) Sollte der Westen seine »eindeutig aggressive Haltung« nicht aufgeben, »werden wir die angemessenen militärisch-technischen Vergeltungsmaßnahmen ergreifen«, sagte Putin. Moskau bestreitet die Vorbereitung einer Invasion und wirft der Regierung in Kiew und der NatoProvokationen vor.

Von dem Westbündnis forderte Putin zuletzt eine schriftliche Erklärung zu Sicherheitsgarantien sowie einen Verzicht auf eine Osterweiterung.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hatte Russlands Ansinnen, einen möglichen Beitritt der Ukraine zu dem Militärbündnis pauschal auszuschließen, zuletzt jedoch abgelehnt.

»Wir werden keine Kompromisse eingehen, wenn es um das Recht der Ukraine geht, ihren eigenen Weg zu wählen«, sagte Stoltenberg. (…)

Nachfolgend habe ich einige Stimmen zusammen gestellt, die Vorschläge für eine Deeskalation im Verhältnis von Nato und Russland machen.

Nicht mit allen Passagen des Briefes von Prof. Dr. Friedbert Pflüger stimme ich überein - vor allem, was das Verhältnis von Menschenrechten und Wirtschaft betrifft.

Da seine Stimme insbesondere in konservativen Kreisen Gewicht hat und in Cicero veröffentlich wurde - beginne ich mit seinen bemerkenswerten historischen Gedanken und Einsichten:

Prof. Dr. Friedbert Pflüger lehrt Klima- und Energiepolitik am Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studies (CASSIS), Universität Bonn.

Er war Parlamentarischer Staatssekretär in der ersten Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Am 14.12.2021 veröffentliche das Magazin Cicero seinen folgenden offenen Brief.

https://www.cicero.de/aussenpolitik/offener-brief-an-annalena-baerbock-wertegebundene-aussenpolitik-baerbock-menschenrechte-russland-china-syrien-libyen-irak-afghanistan

Offener Brief an Annalena Baerbock - Wertegebundene Außenpolitik: ja! -

Selbstgerechtes Moralisieren: nein!

VON FRIEDBERT PFLÜGER am 14. Dezember 2021 Frau Ministerin, liebe Frau Baerbock!

(…)

Erlauben Sie mir einige Anmerkungen zu der von Ihnen propagierten „wertegebundenen Außenpolitik“.

(…)

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https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_91314962/annalena-baerbock-droht-die-bruchlandung-erste-konflikte-in-der-aussenpolitik.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

Deutsche Außenpolitik

Baerbock droht die Bruchlandung

Von Patrick Diekmann 15.12.2021

Denn bislang stehen in den internationalen Beziehungen kaum Werte im Mittelpunkt des politischen Handelns, sondern Interessen. Anzeichen, dass sich daran etwas ändern wird, gibt es kaum.

Für einen Paradigmenwechsel im Sinne der Grünen bräuchte es eine große nationale und internationale Geschlossenheit in der Frage. Die findet sich aber weder innerhalb der Europäischen Union noch in der Ampelkoalition in Deutschland.

Im Gegenteil: Kanzler Olaf Scholz lässt Baerbock bereits bei einigen politischen Fragen im Regen stehen. Die Außenministerin könnte an ihren eigenen Ambitionen scheitern – und an der politischen Wirklichkeit.

(…)

https://ostexperte.de/raus-aus-der-eskalationsspirale/

„Raus aus der Eskalationsspirale!“

17. Dec 2021 by Leo Ensel

Der aufsehenerregende Appell der Ex-Generäle und Botschafter zum Ukraine-Konflikt

Vor anderthalb Wochen veröffentlichte eine Gruppe ehemaliger Generäle, Diplomaten und Friedensforscher einen realpolitischen Appell zur Deeskalation im Ukraine-Konflikt. Gerade weil die meisten Autoren sich als Transatlantiker verstehen, hat er das Potential, wirklich etwas in Bewegung zu bringen.

Endlich!

Und es wurde auch allerhöchste Zeit. Nachdem sich in den letzten Wochen das militärische, politische und mediale Gerangel um die Ukraine brandgefährlich zugespitzt hatte und das verbale Säbelrasseln täglich schriller wurde, meldete sich vor anderthalb Wochen unerwartet eine Stimme der Vernunft zu Wort. Und sie kommt nicht aus dem Lager der ‚üblichen Verdächtigen‘.

Am 5. Dezember veröffentlichte eine illustre Gruppe überwiegend konservativer ehemaliger deutscher Generäle, Botschafter und Friedensforscher – darunter der ehemalige Botschafter bei der NATO und in Russland, Ulrich Brandenburg, der Ex-Generalinspekteur der Bundeswehr, Klaus Naumann und der ehemalige Direktor des Hamburger Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik, Michael Brzoska – einen Appell mit dem unzweideutigen Titel „Raus aus der Eskalationsspirale! Für einen Neuanfang im Verhältnis zu Russland“.

Der in militärischer Kürze gehaltene Text kommt sofort auf den Punkt.

Er konstatiert nüchtern, die Welt drohe in eine Lage zu geraten, in der ein Krieg in den Bereich des Möglichen rücke. Nun müsse umgehend alles dafür getan werden, die Eskalationsspirale zu durchbrechen.

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https://taz.de/Die-Ampel-und-nukleare-Teilhabe/!5819189/

Die Ampel und nukleare Teilhabe: Kein Wintermärchen

Die Ampelkoalition gibt der atomaren Bewaffnung eine Zukunft.

Robert Jungk, Petra Kelly und Heinrich Böll wälzen sich in ihren Gräbern.

14. 12. 2021

Kolumne von

Charlotte Wiedemann

Erstaunlich geräuschlos hat sich die Ampelkoalition darauf verständigt, für die in Deutschland gelagerten US-Atomwaffen neue Kampfflugzeuge anzuschaffen. Das heißt im Klartext: Diese Regierung gibt der Atombombe eine Zukunft. Denn Teilhabe bedeutet:

Beim Luftwaffengeschwader in Büchel, Rheinland-Pfalz, liegen zwei Dutzend Bomben mit einer Zerstörungskraft, die als x-faches Hiroshima berechnet wird, und sie werden von deutschen Piloten im Kriegsfall Richtung Osten zum Einsatz gebracht.

Bisher standen dafür Tornados bereit, die als veraltet gelten. Anstatt dies zum Anlass zu nehmen, die anachronistische Bewaffnung abzuschaffen, werden nun 45 extrem teure neue Jets gekauft, vermutlich in den USA.

Ich finde das gravierend, in mehr als einer Hinsicht. Und ich hätte erwartet, an der Basis von Grünen und Sozialdemokratie würde sich wenigstens ein Fünkchen Empörung zeigen. (…)

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Den nachfolgenden Appell möchte ich zur Unterzeichnung empfehlen:

https://www.change.org/p/der-appell-der-50-nobelpreistr%C3%A4gerinnen-weniger-f%C3%BCr-das-milit%C3%A4r-mehr-f%C3%BCr-die-menschheit-globalpeacedividend-globalpeacedivd-auswaertigesamt-olafscholz

Der Appell der 50 NobelpreisträgerInnen: Weniger für das Militär, mehr für die Menschheit!

Im Dezember 2021 unterzeichneten über fünfzig NobelpreisträgerInnen und Präsidenten wissenschaftlicher Gesellschaften einen Appell für eine „globale Friedensdividende“.

Als Bilanz des sich beschleunigenden weltweiten Rüstungswettlaufs fordern sie, dass alle Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen eine gemeinsame Reduzierung ihrer jährlichen Militärausgaben um 2% aushandeln sollten. Sie schlagen außerdem vor, die Hälfte der so eingesparten Ressourcen einem globalen Fonds zur Bekämpfung von Klimawandel, Pandemien und extremer Armut zuzuweisen.

Im Zeitraum von 2025 bis 2030 würde die durch den Vorschlag der Preisträger generierte „Friedensdividende“ eine Billion US-Dollar übersteigen – ein Betrag, der mit den Gesamtinvestitionen in erneuerbare Energien weltweit vergleichbar ist und sechsmal höher ist als die Mittel, die für die Erforschung und Behandlung von Krebs, HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria zusammen zur Verfügung stehen.

In einer Zeit wachsender Herausforderungen für das Wohlergehen der Menschen könnten diese neuen Ressourcen das Leben von Millionen Menschen zum Nulltarif positiv beeinflussen.

Wir, die Unterzeichner dieser Petition, unterstützen die Initiative der NobelpreisträgerInnen nachdrücklich und bitten Sie, Herr António Guterres, Olaf Scholz und Annalena Baerbock so bald wie möglich, mit den Verhandlungen über ein solches Abkommen zu beginnen.

Albert Einstein stellte einst fest, dass man „nicht gleichzeitig Krieg verhindern und vorbereiten kann“. Heute legen führende Intellektuelle einen Weg vor, um Krieg zu verhindern und sich auf eine erfolgreiche gemeinsame Zukunft vorzubereiten.

Als Generalsekretär der Vereinten Nationen und Führer der ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats bitten wir Sie, diesen Weg in unser aller Namen zu gehen.

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Bitte verbreiten Sie diese Petition weiter!

Das ist der beste Weg, um Veränderungen zu bewirken.

Weitere Informationen über die #GlobalPeaceDividend finden Sie unter

www.peace-dividend.org oder folgen Sie @GlobalPeaceDivd

Hier geht es zur Möglichkeit der Mituntzeichnung:

https://www.change.org/p/der-appell-der-50-nobelpreistr%C3%A4gerinnen-weniger-f%C3%BCr-das-milit%C3%A4r-mehr-f%C3%BCr-die-menschheit-globalpeacedividend-globalpeacedivd-auswaertigesamt-olafscholz