Liebe Friedensinteressierte, nachfolgend sende ich einige Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien sowie zum Thema Militarisierung - mit dem Hinweis, dass ich nicht mit allen Aussagen aller Artikel übereinstimme, die folgenden Beiträge aber für wichtig halte.
- ZDF: Verhandlungen mit Russland: Selenskyj sieht baldige Gespräche
- Handelsblatt: Massaker in Israel - Netanjahu droht Hamas-Kämpfern bei Gedenken an 7. Oktober
- SZ: Israel - Wer mitreden will, muss diesen Film gesehen haben
- FR: Friedenspreisträger Philippe Sands: „Viele völlig gewöhnliche Menschen sind unter bestimmten Umständen dazu fähig, schreckliche Dinge zu tun"
- IPG: Wer entscheidet in Teheran? Iran verhandelt mit den USA. Doch es bleibt erstaunlich unklar, wer ein Abkommen am Ende verbindlich machen kann.
- RND: US-Truppen aus dem Irak abgezogen – warum genau jetzt?
- IPPNW: Nukleare Eskalationsspirale stoppen! IPPNW verurteilt russische Drohung und fordert Deeskalation
- Kontrast: „Krieg ist kein Naturgesetz" – Friedensforscher Wintersteiner über Aufrüstung, Ungleichheit und Optimismus
- Vaticannews: Wortlaut: Europa-Rede des Papstes in Metz
- Berl. Z.: Kriegsdienstverweigerung: Zahl der Anträge übertrifft 2025 schon jetzt um das Dreifache
- Friedenskooperative: Mehr als 20.000 Teilnehmende bei Unzwingbar-Kundgebung vor dem Brandenburger-Tor
Friedenskooperative: Protest gegen das NATO-Atomkriegsmanöver "Steadfast Noon"
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1. ZDF: Verhandlungen mit Russland: Selenskyj sieht baldige Gespräche
https://www.zdfheute.de/politik/ausland/ukraine-russland-konflikt-blog-102.html
10.2026, 23:28 Uhr
Verhandlungen mit Russland: Selenskyj sieht baldige Gespräche
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hofft trotz verstärkter russischer Angriffe auf sein Land auf eine baldige Wiederaufnahme von Gesprächen über eine Beendigung des Kriegs.
"Ich gehe davon aus, dass es der amerikanischen Seite im Oktober gelingen wird, ein Dreiertreffen zu organisieren", sagte er in seiner Videoansprache. Das ukrainische Verhandlungsteam stehe bereit. Eine Aufgabe der USA und aller starken Partner der Ukraine sei es, Russland zur Diplomatie zu bewegen, "zu konkreten Schritten statt zu Tötungen".
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04.10.2026, 16:08 Uhr
USA wollen laut Selenskyj neue Gespräche mit Ukraine und Russland
Die USA planen nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj neue trilaterale Gespräche der Vereinigten Staaten, Russlands und der Ukraine über ein Ende des Ukraine-Krieges.
Die von Washington vermittelten Gespräche sollten bis Ende Oktober stattfinden, so Selenskyj auf einer Pressekonferenz mit Kanzler Merz. Die USA stünden dafür mit der Ukraine und Russland in Kontakt.
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2. Handelsblatt: Massaker in Israel - Netanjahu droht Hamas-Kämpfern bei Gedenken an 7. Oktober
Massaker in Israel Netanjahu droht Hamas-Kämpfern bei Gedenken an 7. Oktober Bei dem Gedenken der Opfer des Massakers vor drei Jahren in Israel und des folgenden Krieges droht der Ministerpräsident den an dem Überfall Beteiligten. Bald wählt Israel ein neues Parlament.
05.10.2026 - 15:27 Uhr
Jerusalem. Bei einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des Hamas-Massakers in Israel am 7. Oktober 2023 und des darauf folgenden Krieges hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den an dem Überfall Beteiligten gedroht. „Es wird keine Hamas-Herrschaft in Gaza geben.
Jeder, der an dem Angriff gegen uns beteiligt war, jeder, der unsere Geiseln gefangen gehalten hat, lebt auf Zeit", sagte Netanjahu nach Angaben seines Büros. (...)
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siehe auch:
Israel Ex-Geheimdienstchef: Netanjahu hat Hinweise auf 7. Oktober ignoriert
29. September 2026, 12:58 Uhr
Der frühere Schin-Bet-Direktor Ronen Bar bestätigt Berichte, denen zufolge der israelische Premier
kurz vor dem Angriff der Hamas gewarnt worden sei. Die Nachricht kommt vier Wochen vor der Wahl in Israel.
Von Kristiana Ludwig, Tel Aviv
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3. SZ: Israel - Wer mitreden will, muss diesen Film gesehen haben
Israel Wer mitreden will, muss diesen Film gesehen haben
30. September 2026, 13:05 Uhr
„Naza" bringt israelische Soldaten vor die Kamera, die unvorstellbare Kriegsverbrechen in Gaza schildern –
Netanjahus Regierung hat die Regisseure deshalb zu Staatsfeinden erklärt.
Jetzt kann man die Dokumentation im Kino sehen.
Von Sonja Zekri
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In der SZ-Printausgabe vom 1.10.2026, Seite 11, steht der Artikel
unter der Überschrift: „Zeugen der Entmenschlichung".
Naza, GB/USA/Israel 2026 – Regie: Yuval Abraham, Rachel Szor. Buch: Yuval Abraham, Rachel Szor. Produktion: Jim Wilson, Harry Davies, Lindsay Poulton. Kamera: Rachel Szor. Schnitt: Yuval Abraham, Rachel Szor. Verleih: ImmerGuteFilme, 80 Minuten. Kinostart: 1. Oktober 2026
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siehe auch:
https://www.deutschlandfunk.de/interview-mit-mathias-mogge-deutsche-welthungerhilfe-generalsekretaer-zu-gaza-100.html Interview mit Mathias Mogge, Deutsche Welthungerhilfe, Generalsekretär, zu Gaza Heckmann, Dirk-Oliver | 07. Oktober 2026, 07:45 Uhr
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4. FR: Friedenspreisträger Philippe Sands: „Viele völlig gewöhnliche Menschen sind unter bestimmten Umständen dazu fähig, schreckliche Dinge zu tun"
https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/sands-bestimmte-dinge-waeren-nazis-der-1930er-jahre-vertraut-gewesen-94526299.html Friedenspreisträger Philippe Sands: „Viele völlig gewöhnliche Menschen sind unter bestimmten Umständen dazu fähig, schreckliche Dinge zu tun"
Stand: 06.10.2026, 09:29 Uhr
Von: Michael Hesse Der Friedenspreisträger Philippe Sands über die Gefahren von Nationalismus, die Grenzen des Völkerrechts und Parallelen zu den 1930er Jahren.
Professor Sands, Sie erhalten den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Wie haben Sie auf die Nachricht reagiert?
Ich war überrascht. Sehr überrascht sogar. Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet – und natürlich freue ich mich sehr darüber. Angesichts meiner Familiengeschichte, der Themen, die mich beschäftigen, und meiner Arbeit bedeutet mir diese Auszeichnung in Deutschland auch persönlich sehr viel. (...)
Zur Person
Philippe Sands, geb. 1960, ist Professor für Internationales Recht und Direktor des Centre for International Courts and Tribunals am University College London. Er engagiert sich für das Völkerrecht.
Zu seinen Büchern zählen „Rückkehr nach Lemberg" sowie „Die Rattenlinie – ein Nazi auf der Flucht", zuletzt: „Die letzte Kolonie". FR
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siehe auch:
https://www.deutschlandfunk.de/kai-ambos-staatsraeson-nach-gaza-100.html Kai Ambos: „Staatsräson nach Gaza" Kitzler, Jan-Christoph | 05. Oktober 2026, 19:30 Uhr
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5. IPG: Wer entscheidet in Teheran? Iran verhandelt mit den USA. Doch es bleibt erstaunlich unklar, wer ein Abkommen am Ende verbindlich machen kann.
https://www.ipg-journal.de/regionen/naher-osten/artikel/wer-entscheidet-in-teheran-9344/?utm_campaign=de_40_20261005&utm_medium=email&utm_source=newsletter Naher Osten/Nordafrika
05.10.2026 | Nima Mina Wer entscheidet in Teheran? Iran verhandelt mit den USA. Doch es bleibt erstaunlich unklar, wer ein Abkommen am Ende verbindlich machen kann.
Dr. Nima Mina lehrt Persisch und Iranistik an der Universität Bonn. Zuvor war er unter anderem an der SOAS University of London, am INALCO in Paris und an der University of Utah in Forschung und Lehre tätig. Seine Schwerpunkte sind die zeitgenössische iranische Gesellschaft und Kultur sowie die iranische Diaspora.
Die Islamische Republik verhandelt über Krieg und Frieden. Doch je weiter die Gespräche mit Washington vorankommen, desto dringlicher wird eine andere Frage: Wer kann in Teheran eine Vereinbarung tatsächlich autorisieren und dafür sorgen, dass ihre Umsetzung auch durchgesetzt wird?
Der iranische Diplomat Abbas Araqchi verhandelt derzeit über eine Vereinbarung, die weit über eine diplomatische Verständigung hinausreichen könnte. Während der UN-Generalversammlung liefen über Katar indirekte Kontakte mit der amerikanischen Seite. Ein Vorschlag der Islamischen Republik verband amerikanische Schritte zur militärischen Deeskalation und bei der Blockade mit der Wiederöffnung der Straße von Hormus; weitere Streitfragen sollten anschließend verhandelt werden. (...)
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6. RND: US-Truppen aus dem Irak abgezogen – warum genau jetzt?
https://www.rnd.de/politik/us-truppen-aus-dem-irak-abgezogen-waehrend-der-iran-an-macht-gewinnt-HVRFSQWSO5HE7A6OWGVKWS2ZUA.html#warum-ziehen-die-us-truppen-jetzt-ab Nach mehr als 20 Jahren US-Truppen aus dem Irak abgezogen – warum genau jetzt? Mit Einsätzen des US-Militärs im Irak wurden Saddam Hussein gestürzt und die IS-Terrormiliz besiegt.
Zugleich gewann der Iran massiv an Einfluss. Das Land steuert in eine neue Phase der Ungewissheit.
30.09.2026, 10:00 Uhr
Bagdad/Washington. Es ist eine Zäsur: Mehr als 20 Jahre nach dem Sturz von Saddam Hussein im Irak und nach jahrelangen, erbitterten Kämpfen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sind die letzten US-Soldaten aus dem Irak abgezogen. Am Mittwoch wurde der Abzug formell abgeschlossen.
Kriege, Vertreibung, Terrorismus und politische Unruhen haben tiefe Spuren hinterlassen. Ohne das US-Militär beginnt eine neue Phase der Ungewissheit. (...)
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siehe auch:
https://www.wsj.com/politics/national-security/uk-us-bomber-move-iran-drone-threat-5097f827
Kategorie: Politik Nationale Sicherheit
Die Drohung mit iranischem Drohnenangriff veranlasste die USA, Bomber aus Großbritannien-Airbase abzuziehen
Der geplante Angriff war Teil eines breiteren iranischen Komplotts, um die Flugzeuge ins Visier zu nehmen und amerikanische Piloten bei RAF Fairford zu töten, sagten Beamte
Von Shelby Holliday, Benoit Faucon und Max Colchester
5. Oktober 2026 16:00 Uhr ET
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7. IPPNW: Nukleare Eskalationsspirale stoppen! IPPNW verurteilt russische Drohung und fordert Deeskalation
https://www.ippnw.de/atomwaffen/atomwaffenpolitik/artikel/de/nukleare-eskalationsspirale-stoppen.html IPPNW-Pressemitteilung vom 02. Oktober 2026 Nukleare Eskalationsspirale stoppen!
IPPNW verurteilt russische Drohung und fordert Deeskalation
02.10.2026Die medizinische Friedensorganisation IPPNW verurteilt die nukleare Drohung Russlands gegen Europa scharf. In einem Schreiben an die NATO als Reaktion auf eine Militärübung zur Isolation der russischen Enklave Kaliningrad, warnte Russland, die Enklave mit allen militärischen Mitteln zu verteidigen - auch unter Einsatz von Atomwaffen. Zudem wird angedroht, direkt wichtige Entscheidungszentren der NATO-Staaten anzugreifen.
„Jeder Einsatz von Atomwaffen wäre eine Katastrophe, humanitäre Hilfe und die medizinische Versorgung der Opfer wäre unmöglich. Kein Gesundheitssystem der Welt könnte die Folgen tragen. Die Drohung mit einem solchen Szenario ist inakzeptabel und spielt mit dem Leben von Millionen von Menschen", kritisiert Lars Pohlmeier, Vorsitzender der IPPNW Deutschland.
Mit dem Schreiben droht die russische Führung erstmals seit dem Kalten Krieg direkt mit Atomschlägen in Europa. Die IPPNW zeigt sich besorgt, dass dieser Schritt das ohnehin bereits große Risiko eines Atomkrieges weiter erhöht. Die Organisation appelliert an die russische Regierung, die No-First-Use Doktrin zu reaktivieren, die die Sowjetunion während des Kalten Krieges hatte. Das wäre ein wichtiges Zeichen der Deeskalation.
„Atomwaffen und mittlerweile auch ihr Einsatz werden immer weiter normalisiert. Risikoreduktion und Rüstungskontrolle werden immer dringender, damit die derzeitige nukleare Eskalationsspirale nicht in die Katastrophe führt", so Pohlmeier weiter.
Gegen das Steadfast Noon-Manöver sind bereits Proteste geplant: Eine Protestmahnwache am 10. Oktober 2026 in Büchel sowie eine Demonstration am 17. Oktober 2026 in Nörvenich.
Weitere Informationen hierzu finden sich unter:
www.atomwaffenfrei.de/protest-gegen-steadfast-noon-2026-jetzt-unterstue…
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8. Kontrast: „Krieg ist kein Naturgesetz" – Friedensforscher Wintersteiner über Aufrüstung, Ungleichheit und Optimismus
https://kontrast.at/wintersteiner-friedensforschung-neutralitaet-interview/
„Krieg ist kein Naturgesetz" – Friedensforscher Wintersteiner über Aufrüstung, Ungleichheit und Optimismus Die Welt scheint heute so instabil wie schon lange nicht mehr: Kriege im Iran, in der Ukraine, dem Gazastreifen oder im Sudan, dazu noch unzählige kleine militärische Konflikte, die es in Europa kaum in die Nachrichten schaffen. Ist Krieg also ein unvermeidlicher Teil der menschlichen Natur?
Dem widerspricht der Friedensforscher Werner Wintersteiner: Kriege sind kein Naturgesetz, sondern ein historisches Produkt gesellschaftlicher, ökonomischer und politischer Verhältnisse. Sie sind erst mit immer komplexeren Organisationsformen von Gesellschaften entstanden und können daher auch wieder abgeschafft werden.
Inhalt
Krieg ist kein Naturgesetz, sondern kann abgeschafft werden
Wenn Länder autoritärer werden, hat das außenpolitische Auswirkungen
Das Völkerrecht erlaubt legale Interventionen unter bestimmten Bedingungen
Europa und Österreich könnten sich viel stärker diplomatisch einsetzen
Mehr als neutral: Österreich sollte sich als Friedensrepublik aufstellen
Mit der Militarisierung des Denkens beginnt die Kriegsvorbereitung
Friedenserziehung steht in den Lehrplänen
„Strategischer Optimismus": weder verzweifeln noch schönreden Krieg oder Frieden: 3 Szenarien für die Zukunft
Je ungleicher eine Gesellschaft, desto undemokratischer wird sie
(...)
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9. Vaticannews: Wortlaut: Europa-Rede des Papstes in Metz
https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2026-09/wortlaut-papst-leo-metz-ansprache-europa-frieden-dialog.html Wortlaut: Europa-Rede des Papstes in Metz
Lesen Sie hier, was Papst Leo an diesem Montag, 28. September 2026, über Europa sagte. Er äußerte sich in einer Ansprache im Robert Schuman-Kongresszentrum in Metz.
(...)
Wie ich bereits bei meinem jüngsten Besuch auf den spanischen Kanarischen Inseln gesagt habe: »Die Menschenwürde erfordert legale und sichere Wege, Rettung und Hilfe, echte Zusammenarbeit gegen Menschenhändler, wirksamen Opferschutz, ernsthafte Aufnahme- und Integrationsprozesse sowie politische Maßnahmen, die es jedem Menschen ermöglichen, in seiner Heimat in Würde zu leben« (Begegnung mit Vertretern der Aufnahmeeinrichtungen für Migranten, Las Palmas de Gran Canaria, 11. Juni 2026)).
Doch all das würde noch nicht ausreichen: Einen Menschen aufzunehmen bedeutet, ihn wie ein Familienmitglied zu integrieren und ihm die Möglichkeit zu bieten, seine Talente, Fähigkeiten und seine Persönlichkeit zu entfalten, aber auch, sich in den Geist des Hauses einzufügen.
Man muss die historische Tragweite dessen begreifen, was gerade geschieht, nämlich eine beispiellose Begegnung zwischen Völkern und Kulturen, die zur kreativen Wiederentdeckung unserer Wurzeln und zugleich zum aufmerksamen Hören auf den Anderen aufruft.
Die Universalität der Grundwerte Europas gibt uns die Gewissheit, dass dieser Dialog möglich ist und unseren Gesellschaften ein solides Fundament bieten kann, das es uns erlaubt, uns wirksamer für den Frieden und eine versöhnte Welt einzusetzen.
Genau diese Klarsicht hat Männer wie Schuman dazu inspiriert, die Gegnerschaft kultureller Identitäten zu überwinden und die europäischen Institutionen ins Leben zu rufen – nach der unermesslichen Tragödie des Zweiten Weltkriegs, die deutlich gemacht hat, wie groß das vom Menschen begangene Unheil ist, wenn er glaubt, bei der Ausübung seiner Macht auf keinerlei Hindernisse zu stoßen.
(...)
Was also sind die Lehren, die Robert Schuman dem heutigen Europa und der heutigen Welt hinterlässt? Zuallererst ein tiefes Verlangen nach Frieden. Leider ist der Krieg heute wieder aufgeflammt, sogar in Europa: ein neues „sinnloses Gemetzel"[8], das jeden Tag unzählige zivile Opfer fordert.
Und auch heute noch, wie schon 1950, sind die Worte der Schuman-Erklärung aktuell: »Der Beitrag, den ein organisiertes und lebendiges Europa für die Zivilisation leisten kann, ist unerlässlich für die Aufrechterhaltung friedlicher Beziehungen.«[9] Es ist notwendig, einen geduldigen Dialog zu führen, Mut bei den Verhandlungen zu zeigen und bereit zu sein, bestimmte Positionen für das übergeordnete Wohl des Friedens aufzugeben.
Gewiss darf das Streben nach Frieden in Europa – wie auch weltweit – nicht mit einem naiven Irenismus verwechselt werden. Im Gegenteil, die Worte Schumans sind aktueller denn je: »Der Friede der Welt kann nicht gewahrt werden ohne schöpferische Anstrengungen, die der Größe der Bedrohung entsprechen.«[10] Man muss sich jedoch vor der Illusion der Wiederaufrüstung hüten.
»Es ist kein Zufall, dass die wiederkehrenden Forderungen nach einer Erhöhung der Militärausgaben und die daraus resultierenden Entscheidungen von vielen Regierenden mit der Gefährlichkeit anderer gerechtfertigt werden« (Botschaft zum 59. Weltfriedenstag, 1. Januar 2026). Die Förderung des Friedens ist ein aktives Unterfangen. Heute müssen wir uns fragen, ob wir tatsächlich „kreative Anstrengungen" unternehmen, um den Weltfrieden zu fördern, oder ob wir lediglich versuchen, „das Blutvergießen des Krieges einzudämmen" und uns besser auf jene Kriege vorzubereiten, von denen wir annehmen, dass sie noch kommen werden.
Das Europa nach Schuman ist ein Kontinent, auf dem man den Dialog der bewaffneten Auseinandersetzung vorzieht; auf dem man Ressourcen bündelt, um sicherzustellen, dass »jeder Krieg [...] nicht nur undenkbar, sondern materiell unmöglich ist.«[11]
Das Europa nach Schuman beruht auf der Achtung des Völkerrechts, das im Gegensatz zum nationalen Recht nicht von einem Staat mit Gewalt durchgesetzt werden kann, sondern auf dem allgemein anerkannten Grundsatz pacta sunt servanda beruht.
Dieser Grundsatz wird durch die besondere Gesetzgebung dieser Region sorgfältig gewahrt, die auch die Beziehungen zwischen dem Staat und der katholischen Kirche auf der Grundlage des Konkordats von 1801 zwischen dem Heiligen Stuhl und Frankreich regelt, das nach wie vor in Kraft ist.
Das Völkerrecht und der Multilateralismus unterstreichen die tatsächliche Gleichheit der Staaten in ihren gegenseitigen Beziehungen und bilden das beste Gegenmittel gegen den Willen über andere zu herrschen, der die Ursache jedes Konflikts ist. Heutzutage werden die zwischenmenschlichen Beziehungen und die Beziehungen zwischen den Staaten immer barbarischer.
Das gegebene Wort wird missachtet; stattdessen rühmt man sich der Lüge und der Täuschung. Europa kann dieser Abwärtsspirale ein Ende setzen, dank der Achtung vor dem anderen, die zu pflegen und zu bewahren es verstanden hat. Es hat in den letzten achtzig Jahren eindrucksvoll bewiesen, dass es möglich ist, unterschiedliche Meinungen, Forderungen und Interessen geltend zu machen, indem man sich begegnet, anstatt sich zu bekämpfen. (...)
Den jungen Menschen möchte ich sagen: Habt den Mut, die Mission des Friedenstiftens verantwortungsbewusst zu erfüllen, in eurem Herzen, in euren Beziehungen, in eurer Familie, in den Schulen und Universitäten, im Leben eurer Städte, eurer Länder und ganz Europas.
Unterwerft euch nicht der Logik der Gewalt und der Unterdrückung.
Liebt das Leben in jedem Augenblick und habt keine Angst vor der Zukunft!
(...)
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10. Berl. Z.: Kriegsdienstverweigerung: Zahl der Anträge übertrifft 2025 schon jetzt um das Dreifache
https://www.berliner-zeitung.de/article/kriegsdienstverweigerung-antraege-2026-deutschland-10463996
Bundeswehr Kriegsdienstverweigerung: Zahl der Anträge übertrifft 2025 schon jetzt um das Dreifache
Die Kriegsdienstverweigerung nimmt stark zu. Bis Ende August gingen 12.102 Anträge ein.
Eva Maria Braungart
06.10.2026, 10:23 Uhr
(...)
Anstieg der Kriegsdienstverweigerung im Jahresvergleich
2022: 951 Anträge 2023: 1079 Anträge 2024: 2249 Anträge 2025: 3879 Anträge 2026 (bis Ende August): 12.102 Anträge
(...)
Kriegsdienstverweigerung beantragen – diese drei Dokumente braucht es
Damit über einen Antrag überhaupt entschieden werden kann, müssen laut Bundesamt drei Unterlagen vorliegen: ein kurzes, unterschriebenes Anschreiben mit Berufung auf das Grundrecht der Kriegsdienstverweigerung, ein vollständiger tabellarischer Lebenslauf, eine ausführliche, persönlich verfasste Darstellung der Gewissensgründe.
Eingereicht wird der Antrag bei den Karrierecentern beziehungsweise beim Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr. Die Entscheidung trifft anschließend das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben in Köln. (...)
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siehe auch:
https://www.berliner-zeitung.de/article/kriegsdienstverweigerer-boris-pistorius-staatswohl-10100879
Verteidigungsministerium Erst „Staatswohl", dann „Büroversehen": Pistorius nennt doch Zahl der Kriegsdienstverweigerer
Nach vier Monaten liegt die Zahl der Anträge bereits bei mehr als zwei Dritteln des Gesamtwerts von 2025.
Die Linke sieht in der Korrektur keinen erledigten Einzelfall.
Sven Versteegen
18.06.2026, 16:06 Uhr
Das Recht auf Kriegsdienstverweigerung steht im Grundgesetz.
Trotzdem stellte die Bundesregierung aktuelle Zahlen dazu in einer Antwort an den Bundestag zunächst unter Geheimschutz.
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11. Friedenskooperative: Mehr als 20.000 Teilnehmende bei Unzwingbar-Kundgebung vor dem Brandenburger-Tor
Mehr als 20.000 Teilnehmende bei Unzwingbar-Kundgebung vor dem Brandenburger-Tor
03.10.2026 Die Konzertkundgebung „Unzwingbar – Kein Bock auf Krieg und Wehrpflicht" am 2. Oktober 2026 in Berlin hat ein starkes Zeichen für Zusammenhalt, gegen Aufrüstung und gegen die Wehrpflicht gesetzt.
Mehr als 20.000 zumeist junge Menschen haben vor dem Brandenburger Tor in den Abend hinein zu Musik von K.I.Z, Disarstar, Dritte Wahl, Goldie 333 und Mieze getanzt und protestiert. Bis nach 21 Uhr wurde der Platz vor dem Brandenburger Tor immer noch voller.
Viele Teilnehmende trugen Schilder, auf denen sie unter anderem eine Stärkung von Bildung, Gesundheit und Sozialstaat statt blinder Aufrüstung forderten. Die Redebeiträge, die die Militarisierung in vielen Bereichen der Gesellschaft kritisierten, eine lebenswerte Zukunft für junge Menschen einforderten und eindringliche Zeugnisse von Verweigerung des Militärdienstes ablegten, wurden mit Begeisterung aufgenommen.
„Der breite Protest unter dem Motto ‚Unzwingbar' zeigt: Die jungen Menschen in diesem Land wollen keine Generation Wehrpflicht sein. Sie wollen nicht zum Töten ausgebildet werden", sagt Annegret Krüger vom Netzwerk Friedenskooperative.
„Hinter unserer Kundgebung steht ein breites Bündnis von Gruppen und Organisationen – von Friedensgruppen über Organisationen aus den Bereichen Seenotrettung, Klima und Gewerkschaften bis hin zu Jugendorganisationen und Schulstreikgruppen. Uns eint das Ziel, uns deutlich sichtbar gegen die Politik der Militarisierung zu stellen!" (...)
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12. Friedenskooperative: Protest gegen das NATO-Atomkriegsmanöver "Steadfast Noon"
https://www.friedenskooperative.de/termine/protest-gegen-das-nato-atomkriegsmanoever-steadfast-noon
Mahnwache Protest gegen das NATO-Atomkriegsmanöver "Steadfast Noon" Datum Samstag, 10. Oktober 2026 12:00 - 13:00 Ort Haupttor Fliegerhorst Büchel 56823 Büchel Veranstalter*in Aktionsbündnis "atomwaffenfrei.jetzt" c/o Friedenskooperative 53119 Bonn