Peter Buerger: Kirche und Weltkriege / Afghanistan: Die Rolle Pakistans / Dr. Martina Fischer: Deutsche Außenpolitik – Lehren aus Afghanistan? / Mitmachaktionen

Gespeichert von Webmaster am Mi., 01.09.2021 - 18:23

Liebe Friedensinteressierte,

im Rahmen von Transparenz TV und der Sendereihe „Friedensfragen mit Clemens Ronnefeldt“ sende ich nachfolgend eine Inhaltsangabe und den Link zur ersten Sendung nach der Sommerpause.

Ab sofort werden die Sendungen nicht mehr wöchentlich, sondern im 14-Tage- Abstand Premiere haben. Ab Herbst 2021 werde ich wieder Vorträge im gesamten deutschprachigen Raum halten.

Die heutige Sendung findet am Gedenktag des Überfalls der Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939 statt - dem Beginn des 2. Weltkrieges.

Seit 1957 wird auf Initiative des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) der 1. September alljährlich als „Antikriegstag“ mit Gedenkveranstaltungen begangen - um zu mahnen: „Nie wieder Krieg. Nie wieder Faschismus“.

Mittwoch, 1.9.2021, 20.30 Uhr

Thema: Kirche und Weltkriege

Gast: Peter Bürger

Peter Bürger, Diplom-Theologe, arbeitet seit 2004 als freier Publizist. In seiner friedenstheologischen Geschichtsforschung erschließt er Originalquellen aus seinem pazifistischen Hintergrund heraus.

Vor allem in friedenspolitischen Kreisen ist er bekannt geworden durch seine Bücher zum Thema „Krieg und Massenkultur“, darunter die Filmstudien „Kino der Angst“ und „Bildermaschine für den Krieg“, für die er mit dem Bertha-von-Suttner-Preis ausgezeichnet wurde.

Als Mitarbeiter des jungen Ökumenischen Instituts für Friedenstheologie forscht er aktuell zu dem Projekt „Kirche und Weltkrieg“.

Darin geht es um die Positionen der beiden großen Kirchen in Deutschland während des ersten und zweiten Weltkrieges, die weithin beide Weltkriege u.a mit Durchhaltepredigten legitimiert haben.

Darüber sind bereits mehrere Bücher mit ausführlichen Quellentexten erschienen.

In der Sendung werden u.a. der Feldbischof der Wehrmacht, Franz Justus Rarkowski, Kardinal Lorenz Jaeger und Bischof Clemens von Galen vorgestellt.

Die Studienreihe widmet sich auch kirchlich motivierten Kriegsdienstverweigerern wie Franz Jägerstätter oder Max Josef Metzger, die für ihren Widerstand mit dem Leben bezahlt haben.

Die Sendung wird mit der Vision einer Ökumenische Konsultation enden zur Frage: Wie halten es die Kirchen mit den Themen Krieg und Frieden?

Premiere: 1. September 2021 - 20.30 Uhr mit Livechat und danach dauerhaft unter:

https://youtu.be/pZ8wefCF_Z4

oder

https://www.facebook.com/friedensfragen/?modal=admin_todo_tour

-----

Weitere Informationen unter:

https://friedenstheologie-institut.jimdofree.com/wer-wir-sind/peter-b%C3%BCrger/

sowie

https://kircheundweltkrieg.wordpress.com/

Zur Einschätzung der aktuellen Lage in Afghanistan tragen die beiden nachfolgenden Artikel der Nachrichtenagentur Reuters und der Süddeutschen Zeitung bei - die sich mit der Rolle Pakistans beschäftigen.

Am 23. Juli sprachen die beiden Präsidenten Afghanistans und der USA, Ghani und Biden, am Telefon miteinander. Drei Wochen später, am 15. August, floh Ghani aus seinem Präsidentenpalast und die Taliban übernahmen die Macht.

Der Nachrichtenagentur Reuters wurde der Mitschnitt des Telefonats zugespielt. In diesem Telefonat wies der afghanische Präsident darauf hin, dass „wir“ (we are facing) uns einer intensiven Invasion (full-scale invasion) durch die Taliban mit voller pakistanischer Planung und logistischer Unterstützung (full Pakistani planning and logistical support) sowie 10-15 000 internationalen Terroristen, überwiegend Pakistani (10-15,000 international terrorists, predominantly Pakistanis) gegenüber sehen:

https://www.reuters.com/world/exclusive-call-before-afghan-collapse-biden-pressed-ghani-change-perception-2021-08-31/

August 31, 2021

World

Exclusive: Before Afghan collapse, Biden pressed Ghani to ‘change perception’

(…) Ghani told Biden he believed there could be peace if he could “rebalance the military solution.” But he added, “We need to move with speed.”

“We are facing a full-scale invasion, composed of Taliban, full Pakistani planning and logistical support, and at least 10-15,000 international terrorists, predominantly Pakistanis thrown into this,” Ghani said.

Afghan government officials, and U.S. experts, have consistently pointed to Pakistani support for the Taliban as key to the group’s resurgence. (…)

https://www.sueddeutsche.de/politik/afghanistan-pakistan-taliban-militaer-imran-khan-1.5384733

18. August 2021, 5:04 Uhr Umgang mit den Taliban:

Die gefährliche Strategie der pakistanischen Generäle

(…) Pakistan habe sich strategisch im Nachteil gefühlt, weil es sich eingekeilt sah zwischen dem Erzrivalen Indien und den in Afghanistan stationierten Amerikanern.

Dass Afghanistans Regierung die Nähe zu Indien suchte, hat die Pakistaner irritiert Andererseits ist die Grenze zwischen Pakistan und Afghanistan umstritten. Eine stabile afghanische Führung könnte also Anspruch auf Gebiete Pakistans erheben.

In jüngster Zeit war man in Islamabad irritiert, weil die afghanische Regierung unter dem nun geflohenen Präsidenten Aschraf Ghani Nähe zu Indiens Regierung suchte.

Harsh V. Pant sagt, "vielleicht ist das ein Grund, warum das pakistanische Militär nun jubelt. Aber die Sache wird auf Jahre Folgen haben. Islamisten auf der ganzen Welt dürften sich motiviert fühlen. Es ist ein Irrglaube zu denken, ein ideologischer Krieg lasse sich auf Territorien begrenzen.“ (…)

-----------

https://www.brot-fuer-die-welt.de/blog/2021-deutsche-aussenpolitik-lehren-aus-afghanistan/ Kommentar Deutsche Außenpolitik – Lehren aus Afghanistan?

(…)

Deutsche Regierungen haben sich verpflichtet, international zur Krisenprävention, Friedensförderung und Stärkung von Menschenrechten beizutragen. Wird man ihnen nach dem Versagen in Afghanistan noch glauben? Sind die politischen Parteien bereit, diese Tragödie aufzuarbeiten und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen? Diese Fragen sollte man bei den Bundestagswahlen am 26.9. in den Blick nehmen.

Von Dr. Martina Fischer am 26.08.2021

Glaubwürdigkeitsverlust deutscher und westlicher Politik

Viele Fragen stehen im Raum: Warum wurde die Ausreise von Ortskräften und gefährdeten Vertragspartnern nicht parallel zum Abzug der Bundeswehr organisiert? Wieso hat die Bundesregierung, obwohl sie über die Verschlechterung der Sicherheitslage informiert wurde, bis Mitte August nur für einen Bruchteil der Schutzbedürftigen Visa erteilt? (Siehe dazu die Übersicht des Patenschaftsnetzwerks Afghanistan).

Und wie kommt sie dazu, die Zahl des gefährdeten afghanischen Personals herunterzurechnen und auf ein Minimum zu beschränken (Ortskräfte der Bundeswehr seit 2013, Vertragspartner des Auswärtigen Amts und der Entwicklungszusammenarbeit nur aus den letzten zwei Jahren, und von NGO-Partnern war zunächst gar nicht die Rede)? (…)

Weitere Stellungnahmen aus der Friedensbewegung zur aktuellen Lage in Afghanistan finden sich unter:

https://www.friedenskooperative.de/afghanistan-krieg-gescheitert

——

Am 13. Oktober 2001 hielt der damalige Oberstleutnant Jürgen Rose in Stuttgart bei einer Friedensdemonstration die beiliegende Rede mit dem Titel: Kreuzzug gegen den Terrorismus?,

die nach 20 Jahren immer noch grundsätzliche Fragen aufwirft, die nach wie vor aktuell sind. Sie finden sich im Anhang.

---- Hinweisen möchte ich auf zwei Beteiligungsmöglichkeiten an Friedensaktionen:

https://www.unteilbar.org/berlin-demo-2021/ Großdemonstration | 4.9.21 in Berlin #unteilbar – Für eine solidarische und gerechte Gesellschaft

Berlin-Mitte 10117 | Straße des 17. Juni – Ebertstraße – Leipziger Straße | 13:00

Wir alle sind jetzt gefordert, klar und #unteilbar zu zeigen, dass wir eine andere Gesellschaft wollen. Die Krisen unserer Zeit verlangen dringend unser gemeinsames Einstehen für Solidarität:

Für Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und konsequentes Handeln gegen die Klimakrise.

Wir verbünden uns – so wie wir uns im „Aufbruch der Vielen“ 2015 und mit 242.000 Menschen bei unserer #unteilbar-Demo 2018 in der Zurückweisung des Rechtsrucks und für eine offene Gesellschaft verbündet haben.

Zeigen wir unsere #unteilbare Solidarität, gehen wir am 4.9. wieder zusammen auf die Straße!

Aus zahlreichen Städten fahren Busse nach Büchel zur

Menschenkette gegen Atomwaffen am Sonntag, den 5. September 2021

Weitere Informationen unter:

https://www.friedenskooperative.de/anmeldung-menschenkette