Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien sowie zum Thema Militarisierung

Gespeichert von Webmaster am

Liebe Friedensinteressierte,

nachfolgend sende ich einige Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien sowie zum Thema Militarisierung - mit dem Hinweis, dass ich nicht mit allen Aussagen aller Artikel übereinstimme, die folgenden Beiträge aber für wichtig halte.

  1. n tv: Reisners Blick auf die Front“ - Kiew muss Soldaten nach der Nato-Ausbildung mühsam umschulen"
  2. Reuters: Exklusiv: USA verbinden Sicherheitsgarantien mit Ukraine, die den Donbass aufgibt, sagt Selenskiy
  3. NYT: Israel glaubte, es könne im Iran einen Aufstand anzetteln. Das ist nicht geschehen.
  4. Tagesschau: Iran-Krieg - Trump heizt Spekulationen über Bodenoffensive an
  5. ORF: Verdacht auf Insiderhandel - Gute Geschäfte mit Wetten auf den Krieg
  6. Die Zeit: Krisenprofite von Energieunternehmen: Wer jetzt am Irankrieg verdient
  7. The Guardian: US-Gesandter Mike Huckabee sagt, es sei „in Ordnung“, wenn Israel das gesamte Land im Nahen Osten einnehmen würde
  8. Tagesschau: Krieg im Nahen Osten - Israel will Südlibanon bis zum Litani kontrollieren
  9. Tagesschau: US-Medien: US-Spezialeinheiten im Nahen Osten angekommen - Spanien sperrt Luftraum für Militärflüge
  10. ORF: Geschichte: Der Iran, sein Öl und der Westen
  11. NSA-Archive: CIA bestätigt Rolle beim Iran-Putsch von 1953
  12. Versöhnungsbund: Clemens Ronnefeldt: Iran, Israel und die Kriegsgefahr in der Region
  13. USA und Iran: Pakistan kündigt Gespräche zwischen den USA und dem Iran an
  14. IPG: Vorherrschaft durch Chaos - Israels Regierung setzt auf Eskalation – und zieht die USA tiefer in einen Krieg, den sie längst hinter sich lassen wollten.
  15. ZDF: Verteidigungsminister zu Iran: "Nicht unser Krieg": Pistorius sagt Hilfe bei Waffenruhe zu
  16. ZDF: Deutschlands Blick in den Indopazifik: U-Boote für Singapur: Mehr als ein Geschäft
  17. Ökumene: Gemeinsame ökumenische Erklärung zum eskalierenden Konflikt im Nahen und Mittleren Osten
  18. Change.org.: Petition an den Rat der EKD: Überarbeitet die neue Denkschrift zur Friedensethik!
  19. Friedenskooperative: Das Netzwerk Friedenskooperative informiert über Ostermärsche 2026 und eine Zeitungsanzeige

------

1. n tv: Reisners Blick auf die Front“ - Kiew muss Soldaten nach der Nato-Ausbildung mühsam umschulen“

https://www.n-tv.de/politik/Kiew-muss-Soldaten-nach-der-Nato-Ausbildung-muehsam-umschulen-id30529170.html?utm_source=firefox-newtab-de-de

Reisners Blick auf die Front "Kiew muss Soldaten nach der Nato-Ausbildung mühsam umschulen" 30.03.2026, 20:27 Uhr

Ein Interview von Lea Verstl

Steigende Ölpreise spülen Geld in die Kriegskasse des Kreml. An der Front seien russische Truppen deshalb weiter bereit, "all in" zu gehen, sagt Oberst Reisner. Hinter den abfälligen Bemerkungen des Rheinmetall-Chefs Papperger über Kiews Drohnenbau wittert er Konkurrenzdenken.

ntv.de: Der Vorstandsvorsitzende von Rheinmetall, Armin Papperger, hatte ukrainische Drohnen abfällig als eine Art "Lego-Drohnen" beschrieben und von ukrainischen "Hausfrauen mit 3D-Druckern in der Küche" gesprochen. Nach massiver Kritik aus der Ukraine ruderte Rheinmetall zurück und betonte den "größten Respekt" vor ukrainischen Verteidigungsanstrengungen. Was steckt hinter Pappergers Aussagen?

Markus Reisner: Das ist aus meiner Sicht die typische Arroganz, die wir in vielen europäischen Ländern an den Tag legen. Wir wollen den Eindruck vermitteln, wir seien jenen, die seit Jahren im Krieg kämpfen, überlegen. Das stimmt überhaupt nicht. Die Ukraine hat in den letzten Jahren unglaubliche Erfahrungen gemacht.

Wenn ukrainische Verbände gemeinsam mit der Nato üben, sind sie ihr überlegen. Bei einer Nato-Übung in den baltischen Staaten Anfang 2025 ist es einer ukrainischen Drohneneinheit namens Nemesis gelungen, den Nato-Verbänden große Verluste beizubringen, weil diese Verbände überhaupt nicht vorbereitet waren auf die Art und Weise, wie momentan der Krieg in der Ukraine geführt wird. (…)

————

2. Reuters: Exklusiv: USA verbinden Sicherheitsgarantien mit Ukraine, die den Donbass aufgibt, sagt Selenskiy

https://www.reuters.com/business/aerospace-defense/us-links-security-guarantees-ukraine-giving-up-donbas-zelenskiy-says-2026-03-25/

Exklusiv: USA verbinden Sicherheitsgarantien mit Ukraine, die den Donbass aufgibt, sagt Selenskiy Von Daniel Flynn und Olena Harmash

25. März 2026 19:24 Uhr GMT+1 Aktualisiert 26. März 2026

Zusammenfassung

Die USA haben Sicherheitsgarantien angeboten, wenn die Ukraine die Donbass-Region an Russland übergibt, sagt Selenskij

Der ukrainische Führer sagt, dass der Verzicht auf die Verteidigungslinie im Donbass ein großes Sicherheitsrisiko wäre

Selenskiy dankt Trump für die Fortsetzung der US-Waffenlieferungen an die Ukraine trotz Iran-Konflikt

Ukraines Fortschritte in der Raketen- und Drohnenproduktion ermöglichen es, sich gegen russische Luftangriffe zu revanchieren

(…)

———

siehe auch:

https://www.nytimes.com/2026/03/25/opinion/russia-putin-iran-war.html

Meinung Gast Essay

Für Putin hat der Krieg im Iran alles verändert (…)

——

3. NYT: Israel glaubte, es könne im Iran einen Aufstand anzetteln. Das ist nicht geschehen.

https://www.nytimes.com/2026/03/22/us/politics/iran-israel-trump-netanyahu-mossad.html

Israel glaubte, es könne im Iran einen Aufstand anzetteln. Das ist nicht geschehen.

Präsident Trumps Hoffnungen, dass ein israelischer Plan, einen internen Aufstand gegen die theokratische Regierung des Iran zu entfachen, den Krieg rasch beenden könnte, haben sich bislang zerschlagen.

(…)

———

4. Tagesschau: Iran-Krieg - Trump heizt Spekulationen über Bodenoffensive an

https://www.tagesschau.de/ausland/asien/iran-krieg-usa-trump-100.html?utm_source=firefox-newtab-de-de Iran-Krieg Trump heizt Spekulationen über Bodenoffensive an Stand: 30.03.2026 • 09:23 Uhr

Die Kämpfe in Iran gehen in die fünfte Woche: Erneut wird die Hauptstadt Teheran und iranische Energieinfrastruktur bombardiert. Iran schlägt zurück. US-Präsident Trump hat unterdessen iranisches Öl und die Insel Charg im Visier.

US-Präsident Donald Trump hat Spekulationen über eine Bodenoffensive in der Islamischen Republik Iran angeheizt. In einem Interview mit der Zeitung Financial Times sagte Trump vage: "Vielleicht nehmen wir die Insel Charg ein, vielleicht auch nicht. Wir haben viele Optionen". Weiter wird er zitiert: "Es würde auch bedeuten, dass wir eine Weile dort bleiben müssten.“ (…)

——

5. ORF: Verdacht auf Insiderhandel - Gute Geschäfte mit Wetten auf den Krieg

https://orf.at/stories/3424801/

Verdacht auf Insiderhandel Gute Geschäfte mit Wetten auf den Krieg Ob die USA die politischen Führer des Iran töten oder wann sie wohl Bodentruppen einsetzen – mit Wetten auf solche Fragen wurden zuletzt auf Plattformen wie Polymarket und Kalshi Millionen gemacht.

Hinter den Anbietern stehen mitunter finanzkräftige Investoren mit politischer Agenda, auch die Familie von US-Präsident Donald Trump. Und oftmals liegt der Verdacht nahe, Insider könnten auf den Plattformen ihr geheimes Wissen über den inzwischen vier Wochen dauernden Krieg zu Gold machen. Die Plattformen boomen und drängen inzwischen von der virtuellen in die reale Welt.

29. März 2026, 7.21 Uhr

(…)

——

6. Die Zeit: Krisenprofite von Energieunternehmen: Wer jetzt am Irankrieg verdient

https://www.zeit.de/wirtschaft/2026-03/krisenprofite-energieunternehmen-uebergewinnsteuer-energiekrise-studie/komplettansicht

Krisenprofite von Energieunternehmen: Wer jetzt am Irankrieg verdient Wenn der Ölpreis steigt, profitieren vor allem Vermögende. Neue Zahlen zeigen das Ausmaß dieser extremen Umverteilung. Es braucht eine Übergewinnsteuer.

Ein Gastbeitrag von Gregor Semieniuk und Isabella Weber

26. März 2026, 14:33 Uhr

Isabella Weber und Gregor Semieniuk arbeiten als Ökonomen an der US-Universität Massachusetts Amherst. Weber war Mitglied der Gaspreiskommission der Bundesregierung im Jahr 2022 und ist aktuell Mitglied der Schuldenbremsenkommission. Semieniuk arbeitete als Klimafolgenökonom für die Weltbank.

Die Straße von Hormus wird aktuell zum Mittelpunkt der Welt. Während der US-israelische Krieg gegen den Iran Tod, Zerstörung und Umweltverschmutzung in der Region verursacht, drohen der ganzen Welt die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts. Der Schiffsverkehr durch die Meerenge ist nahezu zum Erliegen gekommen. Bereits jetzt sind die Rohölpreise auf mehr als 100 US-Dollar pro Barrel gestiegen, gegenüber 60 US-Dollar pro Barrel zu Jahresbeginn. (…)

———

7. The Guardian: US-Gesandter Mike Huckabee sagt, es sei „in Ordnung“, wenn Israel das gesamte Land im Nahen Osten einnehmen würde

(in der angebotenen deutschen Übersetzung)

https://www.theguardian.com/us-news/2026/feb/20/mike-huckabee-israel-middle-east-tucker-carlson

US-Gesandter Mike Huckabee sagt, es sei „in Ordnung“, wenn Israel das gesamte Land im Nahen Osten einnehmen würde

Der rechtsgerichtete Trump-Verbündete erklärt Tucker Carlson gegenüber, Israel habe ein biblisches Recht auf das Land „vom Wadi Ägyptens bis zum großen Fluss“

Edward Helmore Details

Last modified on Sat 21 Feb 2026 19.53 CET

(…)

Carlson wies darauf hin, dass dieses Gebiet in der modernen Geografie „im Grunde genommen den gesamten Nahen Osten“ umfassen würde.

„Die Levante … Israel, Jordanien, Syrien, Libanon – dazu kämen auch große Teile von Saudi-Arabien und Irak“, sagte Carlson.

Huckabee sagte: „Ich bin mir nicht sicher, ob es so weit reichen würde, aber es wäre ein großes Stück Land.“

Er fuhr fort: „Israel ist ein Land, das Gott durch Abraham einem Volk gab, das er erwählt hatte. Es war ein Volk, ein Ort und eine Bestimmung.“

Von Carlson darauf angesprochen, ob Israel ein Recht auf dieses Land habe, antwortete Huckabee: „Es wäre in Ordnung, wenn sie alles nehmen würden.“ (..)

——

8. Tagesschau: Krieg im Nahen Osten - Israel will Südlibanon bis zum Litani kontrollieren

https://www.tagesschau.de/ausland/asien/israel-libanon-litani-100.html Krieg im Nahen Osten Israel will Südlibanon bis zum Litani kontrollieren Stand: 24.03.2026 • 15:41 Uhr

Israels Verteidigungsminister hat angekündigt, die Kontrolle über libanesisches Gebiet bis zum Litani-Fluss übernehmen zu wollen. Zuvor hatte das israelische Militär mehrere Brücken gesprengt. Damit soll der Hisbollah der Weg abgeschnitten werden.

Israel will nach Angaben des Verteidigungsministers bis auf weiteres das Gebiet bis zum Litani-Fluss im Südlibanon kontrollieren. "Alle Brücken über den Litani, die von der Hisbollah für den Transport von Kämpfern und Waffen genutzt wurden, wurden gesprengt", sagte Israel Katz nach Angaben seines Büros bei einer Beratung mit Militärs in Tel Aviv.

(…)

——

9. Tagesschau: US-Medien: US-Spezialeinheiten im Nahen Osten angekommen - Spanien sperrt Luftraum für Militärflüge

https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-iran-montag-108.html

30.03.2026 • 23:03 Uhr

US-Medien: US-Spezialeinheiten im Nahen Osten angekommen

Hunderte Mitglieder von Spezialeinheiten des US-Militärs sind Medienberichten zufolge im Nahen Osten angekommen. Darunter befinden sich auch Soldaten der Army Rangers, die als Speerspitze der Kommandotruppen des US-Heeres gelten, sowie der Navy Seals, einer Eliteeinheit der US-Marine, wie die New York Times und der Sender CBS News übereinstimmend berichten.

Die US-Medien berufen sich dabei auf zwei US-Militärbeamte beziehungsweise mit dem Einsatz vertraute Quellen. Sie schlössen sich Tausenden Marineinfanteristen und Fallschirmjägern des Heeres an, die ebenfalls in der Region angekommen seien - die militärischen Optionen von US-Präsident Donald Trump im Krieg mit dem Iran würden damit erweitert, hieß es.

(…)

30.03.2026 • 10:31 Uhr

Spanien sperrt Luftraum für Militärflüge

Die spanische Regierung hat den Luftraum des Landes für alle Flugzeuge gesperrt, die mit dem Krieg der USA und Israels gegen den Iran in Verbindung stehen.

Diese Maßnahme "ist Teil der Entscheidung der spanischen Regierung, sich an diesem einseitig begonnenen Krieg, der gegen das Völkerrecht verstößt, nicht zu beteiligen und ihn nicht zu unterstützen", erklärte der stellvertretende Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Carlos Cuerpo im Interview des Radiosenders "Cadena Ser".

Das Verbot betreffe nicht nur Starts von spanischem Boden, sondern auch den Überflug militärischer Flugzeuge, die etwa von Stützpunkten in Großbritannien oder Frankreich aus operieren, hatten zuvor die Zeitung "El País" und die Nachrichtenagentur Europa Press unter Berufung auf die linksgerichtete Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez berichtet.

——

10. ORF: Geschichte: Der Iran, sein Öl und der Westen

https://orf.at/stories/3422181/

Geschichte Der Iran, sein Öl und der Westen Mit den Angriffen der USA und Israels wird wohl ein neues Kapital iranischer Geschichte geschrieben. Wie dieses aussieht, ist noch vollkommen unklar. Ein Blick in die Geschichte des Landes zeigt aber, dass bei den großen Zäsuren immer der Westen seine Finger im Spiel hatte – insbesondere 1953 und 1979.

29. März 2026, 10.28 Uhr

Doch zunächst waren es die Briten, die ihre Interessen gewahrt sehen wollten. Nach dem Fund von Ölfeldern wurde 1909 die Anglo-Persian Oil Company gegründet, und nach der Umbenennung des Landes folgte die Anpassung in Anglo-Iranian Oil Company, der Vorläufer des heutigen Ölkonzerns BP.

Prägende politische Figur der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Resa Chan, der die bis dahin herrschende Dynastie der Kadscharen stürzte und das Land zu einer Republik machen wollte. Als die Widerstände zu groß waren, nahm er selbst die Position des Schahs an. Modernisierungen nach westlichem Vorbild prägten seine Regentschaft.

(…)

———

11. NSA-Archive: CIA bestätigt Rolle beim Iran-Putsch von 1953

https://nsarchive2.gwu.edu/NSAEBB/NSAEBB435/

CIA bestätigt Rolle beim Iran-Putsch von 1953 Dokumente enthalten neue Details zum Sturz von Mosaddeq und seinen Folgen National Security Archive fordert Freilassung der verbleibenden klassifizierten Aufzeichnung

National Security Archive Elektronisches Briefing Buch Nr. 435 Veröffentlicht – August 19, 2013

Herausgegeben von Malcolm Byrne

(…)

Washington, D.C., 19. August 2013 – Anlässlich des sechzigsten Jahrestages des Sturzes des iranischen Premierministers Mohammad Mosaddeq veröffentlicht das Nationale Sicherheitsarchiv heute kürzlich freigegebene CIA-Dokumente über die Rolle der Vereinigten Staaten bei der umstrittenen Operation.

Amerikanische und britische Beteiligung an Mosaddeqs Sturz ist seit langem Öffentlichkeitskenntnisse, aber das heutige Posting beinhaltet die erste formelle Anerkennung der CIA, dass die Agentur geholfen hat, die CIA zu planen und auszuführen. Coup. (…)

(…)

auf der gleichen Seite:

Haben sich die Briten 1953 mit dem FRUS-Retrospektivband eingemischt?

Auswärtiges Amt besorgt über sehr peinliche Enthüllungen, Dokumente zeigen

Das Vereinigte Königreich versuchte, "sehr peinliche" Informationen über seine Rolle beim Staatsstreich im Iran 1953 aus der offiziellen US-Geschichte der Zeit zu löschen. Britische Dokumente bestätigen.

Das Auswärtige Amt befürchtete, dass eine geplante Veröffentlichung des Außenministeriums das Ansehen des Vereinigten Königreichs im Iran untergraben würde, so freigegebene Aufzeichnungen, die heute auf der Website des National Security Archive veröffentlicht wurden. (…)

-------

12. Versöhnungsbund: Clemens Ronnefeldt: Iran, Israel und die Kriegsgefahr in der Region https://versoehnungsbund.de/sites/default/files/2020-06/Iran%20Israel%20und%20die%20Kriegsgefahr%20in%20der%20Region%20-%202012-08-10.pdf

Besonders hinweisen möchte ich in diesem Artikel auf das Zitat von Anthony Zinni

fett hervorgehoben) aus dem Jahr 2009 über die Folgen eines Iran-Krieges.

Iran, Israel und die Kriegsgefahr in der Region

10.08.2012

Clemens Ronnefeldt

Dr. Michael Lüders, langjähriger Nahost-Korrespondent der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit" und häufiger Kommentator bei allen großen Fernseh- und Radiostationen in Deutschland, hat im April 2012 sein neues Buch veröffentlicht: "Iran. Der falsche Krieg. Wie der Westen seine Zukunft verspielt". Michael Lüders schreibt:

"Spätestens seit dem 25. Januar 2012 konnte jeder, der es wissen wollte, erfahren, dass die Zeichen auf Krieg stehen. An dem Tag veröffentlichte die «New York Times» eine Innenansicht der israelischen Regierung in Sachen Iran.

Aus der Feder von Ronen Bergman, dem israelischen Seymour Hersh (US-amerikanischer Starjournalist, Anm.: C.R.). Bergman zufolge hatte Verteidigungsminister Ehud Barak einen israelischen Angriff auf die iranischen Atomanlagen bereits für den 20. Januar angeordnet, wurde aber im letzten Moment von Washington daran gehindert.

Darüber sei es zu einer ernsten Verstimmung gekommen, und die israelische Regierung habe zu verstehen gegeben, dass sie die USA über eine künftige Offensive erst in Kenntnis setzen werde, nachdem sie bereits angelaufen sei.

In Israel, so Bergman, wisse man nur zu gut, dass die USA in dem Fall keine andere Wahl hätten als ihrem Verbündeten militärisch beizustehen.

Die israelischen Kampfflugzeuge würden demzufolge den Weg über Jordanien und den Irak nehmen - beide Staaten verfügen über keine Flugabwehr.

Bergman beendet seinen Artikel mit dem Resümee, die Frage sei nicht, ob Israel den Iran angreifen werde, sondern wann" (S. 28ff).

Unter der Überschrift "Geheimer Krieg gegen Iran" schrieb Paul-Anton Krüger am 22.12.2011 in der Süddeutschen Zeitung:

"Bei einer Explosion starb im November (2011, Anm.: C.R.) der Chef des iranischen Raketenprogramms. Es gibt Indizien dafür, dass dies kein Unfall, sondern ein gezielter Angriff war.

Experten vermuten, dass der israelische Geheimdienst Mossad dahinterstecken könnte. (...) Ein früherer Pentagon-Analyst, der selbst Luftangriffe geplant hat, sagte der SZ, er tippe auf eine Attacke mit Marschflugkörpern. Ein Drohnen-Angriff mit kleinen, gelenkten Bomben ist ebenso denkbar.

Auch lässt sich nicht ausschließen, dass Sprengsätze auf das Gelände geschmuggelt worden sind. Doch darüber geben die Satellitenfotos ebenso wenig preis, wie über mögliche Urheber.

Die USA verfügen über entsprechende Waffensysteme, und Israel vermutlich auch. Doch das ist blanke Spekulation. Sicher dagegen ist: Ein möglicher Angriff, vor allem aus der Luft, wäre der Schritt von Geheimdienstoperationen an die Schwelle eines Krieges.

Darin liegt zugleich eine Erklärung, warum Iran die USA und Israel nicht beschuldigt - womöglich wider besseren Wissens: Ein Luftschlag würde eine militärische Reaktion fast unausweichlich machen - eine Eskalation, die das Regime wahrscheinlich um jeden Preis vermeiden will. Vielleicht können derzeit alle Beteiligten am besten damit leben, wenn der Tod von General Moghaddam ein Mysterium bleibt".

Am 30.11.2011 berichtete Peter Münch in der "Süddeutschen Zeitung", dass erstmals nach zwei Jahren aus dem Libanon mehrere Katjuscha-Raketen auf den Norden Israels abgefeuert worden waren, die einen Hühnerstall und einen Gastank zerstörten.

Peter Münch sieht einen Zusammenhang zwischen diesen Raketeneinschlägen und dem Tod von General Moghaddam in Iran: „In Israel wird das von manchen bereits in Verbindung gebracht mit einer Reihe mysteriöser Explosionen in Iran.

Vor zwei Wochen war westlich von Teheran ein Raketenlager in die Luft geflogen, am Montagabend wurde zudem eine Explosion aus der Stadt Isfahan gemeldet, wo auch eine Urananreicherungsanlage betrieben wird.

Israels Geheimdienst-Minister Dan Meridor gab dazu sogleich ein Radio-Interview mit einem bemerkenswerten Dementi. 'Nicht jede Explosion' sei gleich ein Sabotage-Akt, erklärte er und fügte möglichst vielsagend an, dass es im Umgang mit Iran 'Staaten gibt, die Wirtschaftssanktionen erlassen und Staaten, die auf andere Art handeln'".

Die israelische Regierung hat nach einem Artikel in "Foreign Policy" vom 28. März 2012 zufolge einen Vertrag mit Aserbaidschan abgeschlossen, der die Nutzung eines Militärflughafens in der Nähe von Baku zum Inhalt hat. Damit gewinnt die israelische Regierung Handlungsspielraum für ihre Iran-Angriffspläne, da eine Luftbetankung - wie bei Starts von Israel aus - nicht notwendig wäre.

Die israelische Regierung wird nach einem Vertrag vom Februar 2012 im Wert von 1,6 Milliarden US-Dollar Aserbaidschan Rüstungsgüter liefern, darunter Drohnen und Flugabwehrraketen, die nach einem israelischen Angriff von Aserbaidschan aus Vergeltungsraketen aus Iran abfangen könnten.

Die Folgen eines Angriffs auf die iranischen Atomanlagen lässt Michael Lüders in seinem Buch "Der falsche Krieg" den pensionierten Vier-Sterne-US-General Anthony Zinni beschreiben, der bereits im Jahre 2009 in seinen Vortrag vor der New American Foundation in Washington folgende rhetorische Fragen stellte:

"Nachdem ihr also Bomben auf deren Bunkeranlagen abgeworfen habt, wie geht es dann weiter? Was, wenn sie beschließen, von ihren Bunkeranlagen aus ihre mobilen Raketen abzufeuern? Was, wenn sie die in Richtung der US-Militärbasen auf der anderen Seite des Persischen Golfs lenken? Oder damit Israel angreifen oder sonst wen?

Oder ihre Raketen in saudische Ölfelder lenken? ... Was, wenn sie alles raushauen, was sie haben, ihre Patrouillenboote, ihre Raketen, den Persischen Golf verminen und Öltanker versenken?

Spätestens dann knallen in der Weltwirtschaft alle Sicherungen durch. Was, wenn ihre Geheimdienste Schläferzellen aktivieren? Die USA und Israel weiterhin dem Iran einheizen, während die bei uns zuhause den Straßenkampf proben? Ich würde mal sagen, in dem Fall hätten wir ziemlich viele Probleme.

Und jetzt erklärt mir doch bitte, wie wir die lösen wollen, okay? ... Meinen Freunden sage ich immer: Wenn euch Afghanistan und Irak gefallen haben, werdet ihr den Iran lieben“.

Das legitime Sicherheitsinteresse der Bevölkerung Israels ist nicht mit militärischer Gewalt durchsetzbar. Allein Verhandlungen auf Grundlage der Gleichberechtigung aller Beteiligten und ihrer legitimen Sicherheitsinteressen eröffnen eine Zukunftsperspektive.

Die zahllosen Opfer und die Verwüstungen in Afghanistan, Irak, Libyen ... zeigen: Krieg ist ein Verbrechen und Ursache für weitere Gewaltakte. Der gefährliche Eskalationskurs mit immer härteren Sanktionen, der als 'letzte Option' den Einsatz von Waffen vorsieht, ist ein Irrweg.

Ginge es in diesem Konflikt tatsächlich nur um das iranische Atomprogramm, dann gäbe es friedensfördernde Alternativen zu Wirtschaftskrieg und Drohung mit Militärschlägen:

- Gegenseitige Nichtrangriffsgarantien als Grundlage für Verhandlungen

- Die unverzügliche Aufnahme der von der UNO beschlossenen Verhandlungen über eine atomwaffenfreie Zone im Nahen und Mittleren Osten

- Die Einrichtung einer ständigen Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit im Nahen und mittleren Osten nach dem Vorbild der KSZE in Europa

Die deutsche Geschichte, das Grundgesetz und die UN-Charta verpflichten die Bundesregierung zu einer konsequenten Friedenspolitik.

Die Beihilfe zur Vorbereitung eines Angriffskrieges gehört mit Sicherheit ebensowenig dazu wie die Aufrüstung der Region - durch die Lieferung von atomwaffenfähigen U-Booten an Israel und von Leopard-Panzern an Saudi-Arabien.

Ohne Druck von unten wird die Bundesregierung nicht tun, was friedenspolitisch getan werden muss.

Deshalb kommt es darauf an, dass wir den angekündigten Militärschlag nicht widerspruchslos hinnehmen, sondern rechtzeitig aufstehen für den Frieden.

——

13. USA und Iran: Pakistan kündigt Gespräche zwischen den USA und dem Iran an https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-03/usa-iran-pakistan-gespraeche-krieg-nahost USA und Iran: Pakistan kündigt Gespräche zwischen den USA und dem Iran an

Pakistans Außenminister kündigt ein Treffen von Vertretern der USA und des Iran in den "kommenden Tagen" an. Gastgeberland der Verhandlungen werde Pakistan sein.

29. März 2026, 20:55 Uhr

Quelle: DIE ZEIT, dpa, AP, AFP, bam

Nach Angaben des pakistanischen Außenministers Ishaq Dar sollen bald schon Gespräche zwischen dem Iran und den USA über den Krieg im Nahen Osten stattfinden. Pakistan werde Gastgeberland der Gespräche sein, teilte Dar am Sonntag mit. Er machte zunächst keine Angaben dazu, ob es sich um ein direktes oder ein indirektes Gesprächsformat handeln werde. Aus den USA und dem Iran lagen zunächst keine Stellungnahmen vor.

Pakistan freue sich sehr darüber, dass sowohl der Iran als auch die USA Vertrauen in die Rolle Pakistans bei der Vermittlung der Gespräche geäußert hätten, die in den "kommenden Tagen" stattfinden würden, sagte Dar in einer Fernsehansprache. Zuvor hatten sich mehrere Außenminister der Nahostregion in Islamabad zu Gesprächen über den Konflikt getroffen. (…)

siehe auch:

https://www.spiegel.de/geschichte/iran-krieg-experte-ueber-moeglichen-frieden-meistens-das-produkt-von-kuehlem-pragmatismus-a-15b40250-69db-4c22-a47e-bf456964c45c Nahostexperte über Irankrieg »Frieden ist meistens das Produkt von kühlem Pragmatismus«

US-Präsident Trump hat sich mit seinem Irankrieg offenbar verrannt.

Gibt es noch einen Ausweg?

Nahostexperte Daniel Gerlach über die Friedensoptionen – und einen Ritter aus dem 12. Jahrhundert.

Ein Interview von Frederik Seeler

24.03.2026, 22.41 Uhr

(…)

———

14. IPG: Vorherrschaft durch Chaos -Israels Regierung setzt auf Eskalation – und zieht die USA tiefer in einen Krieg, den sie längst hinter sich lassen wollten.

https://www.ipg-journal.de/regionen/naher-osten/artikel/vorherrschaft-durch-chaos-8971/?utm_campaign=de_40_20260331&utm_medium=email&utm_source=newsletter

Naher Osten/Nordafrika 31.03.2026

Marcus Schneider Vorherrschaft durch Chaos

Israels Regierung setzt auf Eskalation – und zieht die USA tiefer in einen Krieg, den sie längst hinter sich lassen wollten.

Marcus Schneider leitet das FES-Regionalprojekt für Frieden und Sicherheit im Mittleren Osten mit Sitz in Beirut, Libanon. Zuvor war er für die FES unter anderem als Leiter der Büros in Botswana und Madagaskar tätig.

Einen Monat ist der Krieg nun alt. Ein Ende der Eskalation ist nirgends in Sicht. Während immer offensichtlicher wird, dass die einfältigen Amerikaner planlos hineingestolpert sind, fügt sich für den israelischen Verbündeten alles zu einer Grand Strategy zur Neuordnung des Nahen Ostens.

Nichts weniger hatte Premier Netanjahu schon länger als Ziel ausgegeben. Die Zeiten der Risikoaversion sind lange vorbei. Seit dem 7. Oktober 2023 hat sich das Land neu erfunden. Für Israels dominante Rechte geht es darum, die militärische Vorherrschaft des jüdischen Staates auf Dauer zu zementieren. Das Mittel der Wahl scheint Chaos zu heißen. (…)

-----

15. ZDF: Verteidigungsminister zu Iran: "Nicht unser Krieg": Pistorius sagt Hilfe bei Waffenruhe zu

https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/pistorius-waffenruhe-iran-israel-usa-absicherung-100.html

Verteidigungsminister zu Iran: "Nicht unser Krieg": Pistorius sagt Hilfe bei Waffenruhe zu 26.03.2026 | 08:18

Boris Pistorius kann sich vorstellen, eine Waffenruhe im Iran-Krieg abzusichern. Die Instabilität im Nahen Osten habe Folgen für die ganze Welt, so der Verteidigungsminister.

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat einen Beitrag Deutschlands zur Absicherung einer Waffenruhe im Krieg in Iranin Aussicht gestellt. "Dieser Krieg ist eine Katastrophe für die Volkswirtschaften der Welt. Die Auswirkungen sind schon jetzt nach wenig mehr als zwei Wochen klar", warnte er bei einem Treffen mit seinem australischen Kollegen Richard Marles in der Hauptstadt Canberra.

Nötig sei eine diplomatische Lösung "so schnell wie möglich", sagte Pistorius in Australien. Er richtete diese Forderung vor allem an den Iran, aber auch die USA. "Wir sind vorher nicht konsultiert worden", so Pistorius. "Es ist nicht unser Krieg. Und darum wollen wir in diesen Krieg auch nicht reingezogen werden, um das glasklar zu machen“. (…)

———

16. ZDF: Deutschlands Blick in den Indopazifik: U-Boote für Singapur: Mehr als ein Geschäft

https://www.zdfheute.de/politik/pistorius-reise-singapur-uboote-tkms-ruestung-100.html

Deutschlands Blick in den Indopazifik: U-Boote für Singapur: Mehr als ein Geschäft

von Ines Trams, Singapur

24.03.2026 | 21:14

Sechs U-Boote aus Kiel, künftig gewartet in Singapur: Deutschlands Marinekooperation im Indopazifik wächst. Für Verteidigungsminister Pistorius ist das Teil einer größeren Strategie.

Sechs U-Boote aus deutscher Produktion hat Singapur bereits bestellt, nun wird auch die Wartung vor Ort ausgebaut. Der Kieler U-Boot-Bauer TKMS hat dazu am Rande der Indopazifik-Reise von Verteidigungsminister Boris Pistorius eine Absichtserklärung mit dem lokalen Partner ST Engineering unterzeichnet. (…)

——

17. Ökumene: Gemeinsame ökumenische Erklärung zum eskalierenden Konflikt im Nahen und Mittleren Osten

https://www.oikoumene.org/de/resources/documents/joint-ecumenical-statement-on-the-widening-conflict-in-the-middle-east

Gemeinsame ökumenische Erklärung zum eskalierenden Konflikt im Nahen und Mittleren Osten

Der Ökumenische Rat der Kirchen, der Kirchenrat des Nahen Ostens, der Lutherische Weltbund, die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen, der Weltrat Methodistischer Kirchen, die Mennonitische Weltkonferenz, die Asiatische Christliche Konferenz und die ACT Alliance bringen gemeinsam ihre große Sorge über die humanitären und gesellschaftlichen Auswirkungen der Eskalation des Konflikts im Nahen und Mittleren Osten und die Gefahr, die er für Frieden und Sicherheit in der Region und der Welt insgesamt darstellt, zum Ausdruck.

Nachdem die mehr als 92 Millionen Menschen zählende Bevölkerung im Iran bereits seit vielen Jahren komplexe politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen aushält, sieht sie sich nun auch noch mit den unmittelbaren Gefahren des aktuellen Konflikts und einer sehr ungewissen Zukunft konfrontiert.

Die gegen den Iran gerichtete Gewalt durch die USA und Israel , die Tötung des obersten Führers des Iran, des Ajatollahs Ali Chamenei, am 28. Februar und die darauffolgenden Gegenschläge des Iran haben einen Krieg zur Folge, der eine Bedrohung für den Frieden in der ganzen Region darstellt.

Zudem weckt er ernste Sorgen um die Sicherheit und das Wohlergehen der Zivilbevölkerung, die durch ein trauriges Beispiel untermauert werden, über das in den Medien berichtet wurde: Bis zu 175 Schülerinnen und Mitarbeitende sollen bei einem Raketenangriff getötet worden sein, bei dem eine Mädchenschule in der südiranischen Stadt Minab getroffen wurde.

Je länger der Konflikt anhält, desto mehr werden zwangsläufig die humanitären Risiken und das Leid zunehmen. Darüber hinaus sind wir zutiefst besorgt, dass immer mehr Berichte auf schwere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht im Rahmen der anhaltenden Militäroperationen hindeuten. Wir betonen, dass es eine moralische und rechtliche Pflicht aller Konfliktparteien ist, die Zivilbevölkerung zu schützen und keine Angriffen auf zivile Gebiete oder zivile Infrastruktur durchzuführen.

Wir befürchten des Weiteren, dass der Konflikt eine neue Phase anhaltender Gewalt und Instabilität in der gesamten Region zur Folge haben könnte. Es sind bereits viele Länder in der Region und darüber hinaus beteiligt oder betroffen. Die Situation im Libanon ist in einen groß angelegten israelischen Angriff eskaliert, von dem mehrere Regionen des Landes und auch die Hauptstadt Beirut betroffen sind. Insbesondere in den südlichen Vororten Beiruts und in großen Teilen des Südlibanon sind bereits ganze Wohnviertel großflächig zerstört worden.

Die Verschärfung der Kriegshandlungen hat zu großem Leid in der Zivilbevölkerung geführt und Hunderttausende Menschen zur Flucht aus ihren Häusern gezwungen, um sich in Sicherheit zu bringen. Auch der Irak ist von der Eskalation in der Region betroffen. Die wachsenden Spannungen und Sicherheitsprobleme verschärfen die ohnehin schon fragile Lage weiter. Die Vergeltungsschläge des Iran haben zudem mehrere Golfstaaten sowie Zypern und Aserbaidschan getroffen.

Wir sind des Weiteren tief besorgt, dass die Angriffe und ihre Auswirkungen wahrscheinlich die Vertreibung von noch mehr Menschen zur Folgen haben werden und das in einer Region, in der bereits sehr viele Menschen vertrieben wurden und in der die Binnenvertriebenen im Iran selbst und die Flüchtlinge in Nachbarländern absolut unzureichend versorgt und die Sicherstellung ihres Wohlergehens absolut unzureichend geplant ist.

Aber nicht nur im Iran und den am stärksten betroffenen Ländern sind Tod, Zerstörung und Vertreibung als unmittelbare Folgen dieses Konflikts zu spüren, er wirkt sich vielmehr bereits heute auch auf das Leben und die Lebensgrundlage vieler Menschen, Gemeinwesen und ganzer Gesellschaften in der gesamten Region aus. Genau wie alle Menschen im Iran und der gesamten Region, sind auch die Kirchen und christlichen Gemeinden mit den Gefahren dieses Krieges für ihr Überleben konfrontiert.

Es muss betont werden, dass die von Israel und den USA gemeinsam durchgeführten Angriffe eindeutig völkerrechtswidrig sind. Es gibt keinerlei glaubwürdige Beweise für eine angebliche unmittelbare Bedrohung durch den Iran, und die Angriffe sind ein eklatanter Verstoß gegen die Charta der Vereinten Nationen, die genau aus diesem Grund formuliert wurde: um die Menschen weltweit vor der Geißel des Krieges zu bewahren. Die Abkehr von der Diplomatie zugunsten eines bewaffneten Angriffs ist unverantwortlich und grob fahrlässig.

Nachdem Israel und die USA diesen Weg nun aber eingeschlagen haben, darf es ihnen nicht gestattet werden, erneut einfach Verwüstung und Zerstörung zu hinterlassen und dies dann Frieden zu nennen. Sie müssen die Verantwortung für die Folgen ihres Handelns übernehmen, und dazu zählen auch die Folgen für das Überleben der Menschen im Iran, für deren Freiheit sie einzutreten vorgeben.

Wir fordern einen sofortigen Waffenstillstand, die dringende Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen und politischer Gespräche im Rahmen der bestehenden internationalen und regionalen Mechanismen und die Einhaltung aller völkerrechtlichen Verpflichtungen durch die beteiligten Staaten, zum Beispiel jene in der UN-Charta.

Unser Appell wurzelt in unserem Glauben und unseren christlich-ethischen Wertvorstellungen sowie in Recht und Politik. Wir unterstreichen erneut, dass Krieg mit dem Wesen Gottes und seinem Willen für die Menschheit unvereinbar ist und gegen unsere christlichen Grundwerte verstößt. Frieden ist ein moralischer und spiritueller Imperativ, der auf unserem Glauben an einen Gott der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit beruht, und ein Geschenk, das nicht mit Zwang oder Waffengewalt errungen werden kann.

Die Menschenwürde ist heilig und spiegelt wider, dass alle Menschen nach dem Bilde Gottes geschaffen sind. Jeder Angriff auf die Zivilbevölkerung und jede systematische Verletzung der Menschenrechte, egal ob durch einen Angriff von außen oder die Unterdrückung der eigenen Bevölkerung im Innern, ist eine direkte Verletzung der von Gott gegebenen Menschenwürde und der Unantastbarkeit des Lebens.

Wir bedauern sowohl in Bezug auf diesen Konflikt als auch den globalen Kontext insgesamt, dass Moral und Rechtmäßigkeit keinen großen Stellenwert mehr haben, Arroganz und Herrschaftsideologien die Oberhand haben und nicht das Gewissen, sondern politischer Nutzen die Entscheidungen bestimmt. Aus unserer christlichen Sicht gibt es keine göttliche Lizenz, zu töten, zu zerstören, Menschen zu vertreiben oder Land zu besetzen. Wir treten ein für die von Gott gegebene Würde und die von Gott gegebenen Rechte aller Menschen, gleichberechtigt und ohne Unterschied. Wir lehnen die brutale Logik von Krieg und einer Herrschaft über andere Menschen ab. Wir streben nach dem Geschenk des Friedens.

Wir beten für die Menschen im Nahen und Mittleren Osten, die schon viel zu lange unter zu viel Gewalt leiden – und das zu oft als Folge einer Intervention von außen. Wir rufen alle Kirchen und christlichen Gläubigen in der Welt sowie alle gläubigen Menschen und Menschen guten Willens auf, zusammen mit uns für Frieden im Nahen und Mittleren Osten und überall auf der Welt, wo Konflikte und Unfrieden herrschen, zu beten.

Gott, setze der Gewalt und Ungerechtigkeit ein Ende. Sorge dafür, dass sich die politischen Führungspersonen für das Wohlergehen aller Menschen einsetzen. Möge deine Liebe und deine Barmherzigkeit walten und die Staaten der Welt in einem gemeinsamen Engagement für Frieden zusammenbringen. Möge dein Reich des Friedens kommen auf Erden wie im Himmel.

———

18. Change.org.: Petition an den Rat der EKD: Überarbeitet die neue Denkschrift zur Friedensethik!

https://www.change.org/p/petition-an-den-rat-der-ekd-%C3%BCberarbeitet-die-neue-denkschrift-zur-friedensethik?recruited_by_id=e7d63290-2dae-11f1-a3b4-172fecbd0cc8&utm_source=share_petition&utm_campaign=psf_promote_or_share&utm_term=psf_promote_or_share&utm_medium=email&share_id=sPnkgTWxVj

Petition an den Rat der EKD: Überarbeitet die neue Denkschrift zur Friedensethik! (…)

Wir fordern den Rat der EKD auf:

1. Die Denkschrift zur Friedensethik zurückzuziehen.

2. Eine neue Denkschrift zu erarbeiten – transparent, demokratisch und unter Beteiligung der Gemeinden

und pazifistischen Organisationen innerhalb der Evangelischen Kirchen.

3. Zurückzukehren zu einer Friedensethik, die der Botschaft Jesu verpflichtet ist.

Unterstütze diese Petition

Wir rufen alle Christinnen und Christen, alle friedensbewegten Menschen und alle, die sich eine glaubwürdige,

friedensorientierte Kirche wünschen, dazu auf, diese Petition zu unterzeichnen.

An den Rat der EKD sagen wir: Seid Brückenbauer – nicht Brandbeschleuniger.

Hier geht es zur Unterzeichnung:

——

19. Friedenskooperative: Das Netzwerk Friedenskooperative informiert über Ostermärsche 2026 und eine Zeitungsanzeige:

Terminübersicht mit allen Ostermärschen: https://www.friedenskooperative.de/ostermarsch-2026/termine Alle Infos zu den Ostermärschen 2026: https://www.friedenskooperative.de/ostermarsch-2026 Aufruf zum Ostermarsch 2026 als Zeitungsanzeige erschienen: "Wir fordern: Kriege verweigern - Frieden schaffen!": https://www.friedenskooperative.de/ostermarsch-2026-anzeige-erschienen