Weltkriegsgefahren entgegentreten - Wandel zum Frieden einleiten! / Waffenstillstand-Aufruf des UN-Generalsekretaers / Weihnachtsfrieden 1914 / Campact-Aufruf

Gespeichert von Webmaster am Mi., 23.12.2020 - 20:13

Liebe Friedensinteressierte,

im Rahmen von Transparenz TV und der Sendereihe „Friedensfragen mit Clemens Ronnefeldt“ sende ich nachfolgend eine Inhaltsangabe und den Link zu folgender Sendung:

Mittwoch, 23.12.2020 - 20.30 Uhr Gast: Prof. Klaus Moegling, Politikwissenschaftler und Soziologe

Thema: Weltkriegsgefahren entgegentreten - Wandel zum Frieden einleiten! Seit 2003 lehrt Prof. Klaus Moegling im Fachbereich Erziehungswissenschaften an der Universität Marburg und im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Universität Kassel mit dem Schwerpunkt Politikdidaktik. 2005 erhielt er eine außerplanmäßige Professur an der Universität Marburg, im Jahr 2009 an der Universität Kassel. Sein Publikationsschwerpunkt liegt in den vergangenen zehn Jahren im Bereich von Schulpädagogik und Politikdidaktik. Seine aktuellen Schwerpunkte sind Friedenssicherung und Kriegsprävention. Prof. Moegling ist Mitglied bei den "Scientists for Future", bei "Democracy without Borders" und beim "Bundesausschuss Friedensratschlag". Am 6. Dezember 2020 war er Mitveranstalter des 27. Kasseler Friedensratschlages mit mehr als 500 digitalen Friedensinteressierten, dessen Programm im Rahmen der Sendung vorgestellt werden wird. Von den Hauptvorträgen werden kurze Original-Ausschnitte zu hören und zu sehen sein, die von Klaus Moegling ergänzend kommentiert werden. Auch Inhalte von Arbeitsgruppen, die Klaus Moegling selbst besucht hat, wird er zusammen fassen. Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di, Frank Werneke, sprach vor den mehr als 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine Friedens-Botschaft zum Kasseler Friedensratschlag, die ebenfalls in der Sendung in einem Ausschnitt zu hören und zu sehen sein wird. Zum Thema der Tagung "Weltkriegsgefahren entgegentreten - Wandel zum Frieden einleiten!“ gab es eine abschließende Podiumsdiskussion, deren Ergebnisse Klaus Moegling vorstellen wird.

Premiere: 23.12.2020 - 20.30 Uhr mit Livechat und danach dauerhaft unter:

https://youtu.be/gYHCY0xOVI0

oder

https://www.facebook.com/friedensfragen/?modal=admin_todo_tour

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Weitere Informationen zum Friedensratschlag unter: http://www.friedensratschlag.de/

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Vor dem Hintergrund des Themas des Kasseler Friedensratschlages 2020 möchte ich heute noch einmal erinnern an den Aufruf von UN-Generalsekretär Antonio Guterres zu einem weltweiten Waffenstillstand:

https://unric.org/de/guterres-appell-zu-globalem-waffenstillstand/ UN-Generalsekretär erneuert Appell zu globalem Waffenstillstand

3. April 2020

UN-Generalsekretär António Guterres hat die „bewaffneten Akteure“ auf der ganzen Welt aufgefordert, ihre Waffen niederzulegen, um den Menschen in Konfliktgebieten eine bessere Chance zu ermöglichen, das durch COVID-19 verursachte Leid zu bekämpfen und sich auf das vorzubereiten, was vor ihnen liegt.

Der UN-Generalsekretär sagte bei seinem erneuten Appell, er sei ermutigt durch frühe „positive Signale“. Guterres hatte erstmals am 23. März dazu aufgerufen, weltweit die Waffen wegen COVID-19 niederzulegen. Die momentane Pandemie hatte er als die größte Prüfung bezeichnet, die die Welt seit der Gründung der Vereinten Nationen vor 75 Jahren durchlaufen müsse.

„In diesem kritischen Moment bekräftige ich meinen Appell an die bewaffneten Akteure in aller Welt, die Waffen ruhen zu lassen.

Gemeinsam müssen wir daran arbeiten, friedlichere, widerstandsfähigere und wohlhabendere Gesellschaften aufzubauen“, so der Generalsekretär. Er fügte hinzu, dass die Einstellung der Kämpfe „dazu beitragen könnte, die Bedingungen für die Bereitstellung lebensrettender Hilfe zu schaffen.“ (…)

„In dieser Zeit der Krise ist es wichtig und dringend, dass wir auf positiven Entwicklungen aufbauen, auch wenn die Schritte zögerlich und die Errungenschaften zerbrechlich sind“, heißt es in dem Aufruf, in dem er um „den guten Willen der alten Gegner“ bittet, um aus der Sackgasse herauszukommen.

Der Generalsekretär gab Einzelheiten zu einer Reihe von Staaten bekannt, in denen Schritte zur Beendigung der Kämpfe unternommen wurden, manchmal an Orten, an denen der Konflikt jahrelang angedauert hatte. Er ermutigte Länder, bewaffnete Akteure, die Zivilgesellschaft und andere, ihre Bemühungen um Waffenruhe und Friedensarbeit zu verstärken.

„Wir müssen alles tun, um den Frieden und die Einheit zu finden, die unsere Welt im Kampf gegen das COVID-19 so dringend braucht“, sagte der Generalsekretär.

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Einige Friedensabkommen sind in diesem Jahr geschlossen worden, die jahrelange Kriege und Konflikte beenden sollen - aber fragil bleiben und teilweise auch gebrochen wurden. Dennoch gibt es keine vernünftige Alternative dazu, immer wieder neu zivile Konfliktlösungen zu suchen - und sich für eine weltweite Abrüstung einzusetzen.

Februar 2020: Friedensabkommen zwischen US-Regierung und Taliban in Afghanistan.

https://www.zeit.de/politik/ausland/2020-02/afghanistan-donald-trump-kuendigt-friedensabkommen-mit-taliban-an?utm_referrer=https%3A%2F%2Fduckduckgo.com%2F

August 2020: Friedensabkommen zwischen Regierung Sudans und Rebellengruppen für Darfur nach 17 Jahren Bürgerkrieg.

https://www.dw.com/de/friedensabkommen-f%C3%BCr-sudan-unterzeichnet/a-54772426

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November 2020: Friedensabkommen zwischen zwischen Armenien und Aserbaidschan nach dem Krieg um Bergkarabach.

https://de.euronews.com/2020/11/17/armenien-friedensabkommen-aserbaidschan-bergkarabach

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Am 23. und 24. Dezember 1914 passierten Dinge, die aus heutiger Sicht kaum zu glauben sind - aber historisch vielfach bezeugt und als Fakten belegt sind.

Hier einige Informationen zum "Weihnachtsfrieden 1914":

https://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachtsfrieden_%28Erster_Weltkrieg%29 Weihnachtsfrieden (Erster Weltkrieg)

(…) Es kann heute nicht mehr genau nachvollzogen werden, wie der Waffenstillstand am 24. Dezember 1914 zustande kam. Ausgangspunkt war vermutlich die Umgebung von Ypern. Hier lagen die Truppen der British Expeditionary Force an ihrem 27 Kilometer langen Frontabschnitt, den sie nach der Ersten Flandernschlacht halten mussten, oft nur 50 bis 100 Meter von den deutschen Linien entfernt. Durch diese Nähe war es hier leicht möglich, mit dem Feind Sprechkontakt aufzunehmen.

Belegt ist, dass bereits vor der Weihnachtszeit in ruhigeren Kampflagen deutsche und britische Einheiten kurz die Waffen niederlegten, um Gefallene zu bergen oder Verwundete zu retten oder einfach wegen zu starker Erschöpfung. Das ist sogar für Situationen nach schweren Gefechten dokumentiert.

Solches Verhalten hatte eine gewisse Tradition zwischen gegnerischen Kriegsparteien: Im Siebenjährigen Krieg in Nordamerika saßen die Gegner am gemeinsamen Lagerfeuer und spielten Karten, im Krimkrieg teilten sie Verpflegung und Tabak, im Amerikanischen Bürgerkrieg angelten sie am gleichen Fluss und sammelten zusammen Beeren.

Aus der Zeit des Zweiten Burenkrieges ist sogar ein Fußballspiel zwischen Buren und Engländern überliefert. Aus dem Zweiten Weltkrieg ist bekannt, dass Einheiten des Afrika-Korps und der Briten zusammen das Lied Lili Marleen hörten.

Moralisch gestärkt von den Zuwendungen aus der Heimat erhielten viele Soldaten zum ersten Mal, nach Wochen und Monaten der Entbehrungen, wieder eine Ahnung von einem Leben im Frieden. Ansonsten war ihre Lebenssituation, oft Kälte und Schmutz ausgesetzt, weiterhin trostlos.

Die Front war erst vor kurzem erstarrt, Betreuungs- und Fürsorgeeinrichtungen zur Erhaltung eines minimalen Komforts für die Soldaten mussten erst nach und nach im Hinterland aufgebaut werden.

Andererseits war das Kampfgebiet auch noch nicht zu der perfektionierten, tiefgegliederten Trennlinie späterer Jahre geworden.

Eine Munitionskrise lähmte beide Seiten, abgesehen davon, dass es im Ersten Weltkrieg eine ununterbrochene Kriegsführung zu Winterzeiten ohnehin kaum gab. Das brachte Soldaten auf beiden Seiten dazu, sogar den noch relativ nahen Gegner an der weihnachtlichen Tradition des Schenkens und Teilens teilhaben zu lassen. Ein Korrespondent einer englischen Zeitung schrieb, es sei einigen Deutschen gelungen, einen Schokoladenkuchen über das Niemandsland zu befördern, der nur zu gerne von den Briten angenommen worden sei.

Es scheint ebenfalls ein deutscher Soldat gewesen zu sein, der einem britischen Soldaten auf Englisch zurief, dass die Deutschen um eine bestimmte Uhrzeit (einige Quellen geben 7:30 Uhr an) einige Weihnachtslieder singen wollten und dass der „Tommy“ doch deshalb nicht schießen möge. Als Zeichen wolle er Kerzen auf den Grabenrand stellen. (…)

Der Morgen des 24. Dezember brachte einen klaren Tag. Der ständige Regen hatte aufgehört, an einigen Stellen des Sektors wurde zwar noch geschossen, an den meisten jedoch war Stille eingekehrt, die nur durch Zurufe der einander gegenüberliegenden Soldaten unterbrochen wurde.

Erste Männer riefen den Gegner an, dass sie ihre Gefallenen bergen wollten. Es wurde nicht geschossen, als sie unbewaffnet ins Niemandsland gingen. Nachdem die Toten beerdigt waren, begannen die Soldaten miteinander zu sprechen, vor allem auf Englisch, da viele Deutsche durch die vom Kaiser propagierte Nähe zu England die Sprache gelernt oder sogar in Großbritannien gearbeitet hatten.

Entgegen der verbreiteten Auffassung, nur einfache Soldaten hätten aus Protest, weil sie sich als „Kanonenfutter“ benutzt fühlten, ihre Waffen niedergelegt, nahmen auch viele Offiziere an den Ereignissen teil und führten stellenweise sogar Verhandlungen.

Einer dieser Offiziere war Leutnant Kurt Zehmisch vom sächsischen Infanterieregiment 134, der ein Französisch und Englisch sprechender Lehrer aus Weischlitz im Vogtland war. Zehmisch notierte in seinem Tagebuch, er habe seinen Leuten befohlen, während der Weihnachtsfeiertage nicht auf den Gegner zu schießen. Sie hätten Kerzen und Tannenbäume auf die Gräben zu stellen. Weiter schrieb er, dass die Briten durch Pfeifen und Klatschen ihre Zustimmung mitteilten und dass er – wie die meisten seiner Kameraden – die ganze Nacht wach geblieben sei.

Am folgenden Tag hielt Zehmisch fest, dass einige Briten mit einem Fußball aus ihrem Graben gekommen seien. Sie hätten hin und her gekickt. Der kommandierende englische Offizier und Zehmisch selbst seien der übereinstimmenden Meinung gewesen, dass all dies unvorstellbar und unglaublich wunderbar sei. (...)

Man geht heute davon aus, dass mindestens 100.000 Soldaten der an der Westfront kämpfenden Parteien an dem Waffenstillstand teilgenommen haben, hauptsächlich Briten und Deutsche. (…)

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Vor zweitausend Jahren standen Maria und Josef vor verschlossenen Türen, heute Tausende von Geflüchteten an den Toren Europas.

Ich empfehle die nachfolgende Petition zur Unterschrift:

https://weact.campact.de/petitions/aufnahme-von-gefluchteten-menschen-aus-den-lagern

An:

Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat

Herrn Horst Seehofer

Aufnahme von geflüchteten Menschen aus den Lagern

Sehr geehrter Herr Minister Seehofer,

als engagierte Frauen bei der zivilgesellschaftlichen Initiative OMAS GEGEN RECHTS. Berlin protestieren wir gegen Ihr Verbot der gut vorbereiteten Aufnahme von Geflüchteten aus griechischen Lagern durch das Land Berlin und Thüringen.

Wir können nicht nachvollziehen, warum Sie die Bereitschaft Berlins und Thüringens, gut 800 geflüchtete Menschen aufzunehmen, blockieren.

In den griechischen Lagern herrschen menschenunwürdige Lebensumstände. Moria ist zum Beispiel mit ca. 20000 Menschen bei einem Platzangebot für 3000 Menschen überfüllt. Alle uns bekannten Hygienemaßnahmen sind nicht durchführbar. Die Sicherheit von Frauen und Kindern ist nicht gewährleistet. Hier darf Deutschland nicht wegschauen. Der Hinweis, dass andere europäische Länder nicht zur Hilfeleistung bereit seien, ist für uns keine Begründung, eigene Anstrengungen zu unterlassen.

Und letztendlich geht es hier um bescheidene 800 geflüchtete Menschen.

In Berlin, Thüringen und anderen Kommunen in Deutschland stehen gut funktionierende soziale Infrastrukturen für die Aufnahme und Betreuung von Geflüchteten bereit. Zusätzlich stehen zahlreiche Beratungseinrichtungen, Asylrechtsberatungsstellen, Ehrenamtsprojekte etc. für neuankommende Flüchtlinge als Integrationshilfe zur Verfügung.

Wir fordern Sie Herrn Bundesminister auf, Ihre Entscheidung der Ablehnung der Aufnahmeverordnungen Berlins und Thüringens zurückzunehmen um die Aufnahme von geflüchteten Menschen aus den griechischen Lagern zu ermöglichen.

Hier geht es zur Mitunterzeichnung:

https://weact.campact.de/petitions/aufnahme-von-gefluchteten-menschen-aus-den-lagern

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Ich wünsche allen Leserinnen und Leserinnen meines Newsletters besinnliche und erholsame Weihnachtstage - verbunden mit dem Wunsch: Bleiben Sie gesund!