Aktuelle Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien sowie zum Thema Militarisierung in Deutschland

Gespeichert von Helmut Brinkma… am

 

Liebe Friedensinteressierte,

nachfolgend sende ich einige Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien sowie zum Thema Militarisierung in Deutschland.

1. n tv: Ukraine-Krieg im Liveticker 

2. Der Spiegel: Besuch am Mittwoch - Selenskyj will in der Türkei Friedensgespräche mit Russland wiederbeleben 

3. Ukraine–Analysen: Drohnenkrieg in der Ukraine: Das Zusammenspiel von High- und Low-Tech 

4. Eurotopics: Osteuropa wird hineingezogen

5. FR: Foltervorwürfe gegen israelische Armee 

6. DW: Bundesliga-Klub FSV Mainz 05 muss El Ghazi Millionen zahlen 

7. ECCHR: Keine deutschen Waffen nach Israel

8. NATO: Der Nordatlantikvertrag 

9. BR: Fliegerbombe: 7.000 Münchner müssen evakuiert werden / Fliegerbombe in Nürnberg ist entschärft

10. Bundeswehr: Realitätsnahe Ausbildung - Bollwerk Bärlin: Wachbataillon übt infanteristischen Schutzauftrag 

11. BR: In der Luft und am Boden: Bundeswehr kündigt weitere Übungen an 

12. Bayrische Staatszeitung: Innenminister nimmt Stellung: Wie kam es zur Beinahe-Katastrophe von Erding?

13. IPPNW: Protest gegen Militarisierung des Gesundheitswesens lohnt sich - Bundeswehr-Oberst bei Charité-Symposium nicht willkommen!

14. Focus: 3257 Kriegsdienstverweigerer: Antragsflut bei Bundeswehr auf neuem Höchststand 

15. Nie wieder Krieg: Bundesweiter Aktionstag gegen die Wehrpflicht am 5. Dezember Schulstreiks und Demonstrationen in ganz Deutschland

16. Religion.ORF: Rezension: Stefan Seidel: „Entfeinden": Wider die Kriegsrhetorik

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1. n tv: Ukraine-Krieg im Liveticker

https://www.n-tv.de/politik/17-02-Zahl-der-Toten-nach-russischen-Angriffen-steigt-auf-25-article23143824.html

Ukraine-Krieg im Liveticker 19.11.2025, 00:01 Uhr

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16:04 Ukrainische Bonds reagieren positiv auf Bericht über US-Friedensinitiative

Die ukrainischen Staatsanleihen reagieren positiv auf einen Bericht über einen neuen US-Vorstoß zur Beendigung des Krieges. Die Papiere verzeichnen den größten Kurssprung seit Monaten. Bei bestimmten Optionsscheinen, die sich auf das Bruttoinlandsprodukt beziehen, werden Werte wie im Januar 2022 erreicht, einen Monat vor Beginn des russischen Angriffs.

15:31 US-Militärdelegation in Kiew Eine US-Delegation unter Leitung von Heeres-Staatssekretär Dan Driscoll ist in Kiew eingetroffen. Es handle sich um eine "Mission zur Faktenerhebung" im Auftrag der Regierung von US-Präsident Donald Trump, teilt die US-Botschaft in Kiew mit. Vorgesehen seien Treffen mit Vertretern der Ukraine und Gespräche darüber, wie der Krieg beendet werden könne. (...)

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2. Der Spiegel: Besuch am Mittwoch - Selenskyj will in der Türkei Friedensgespräche mit Russland wiederbeleben

https://www.spiegel.de/ausland/ukraine-krieg-wolodymyr-selenskyj-will-in-der-tuerkei-friedensgespraeche-mit-russland-wiederbeleben-a-d6930196-3705-48a9-9309-7a3440bf36b2

Besuch am Mittwoch Selenskyj will in der Türkei Friedensgespräche mit Russland wiederbeleben

Ein Nato-Staat, aber mit Drähten nach Russland: Die Türkei gilt seit Beginn des Ukrainekriegs als Mittler zwischen Kyjiw und Moskau, zuletzt ergebnislos. Nun will der ukrainische Präsident Selenskyj die Verhandlungen wieder aufnehmen.

18.11.2025, 10.40 Uhr

Im Februar jährt sich der russische Angriff auf die Ukraine zum vierten Mal, eine Aussicht auf Frieden gibt es bislang nicht. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj besucht nun den Ort, an dem in der Vergangenheit die bislang beste Annäherung gelang. Am Mittwoch will er die Türkei besuchen – und so Friedensgespräche mit Russland wiederbeleben. (...)

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siehe auch:

https://www.reuters.com/world/europe/kremlin-says-russia-will-not-participate-ukraine-talks-turkey-this-week-2025-11-18/

Kreml sagt, Russland werde diese Woche nicht an den Ukraine-Gesprächen in der Türkei teilnehmen Von Reuters

November 18, 2025 11:14 GMT+1 Aktualisiert 18. November 2025

(...)

Eine türkische Quelle sagte, dass der US-Sondergesandte Steve Witkoff an den geplanten Gesprächen teilnehmen werde.

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte Reportern: "Nein, es wird morgen keine russischen Vertreter in der Türkei geben. Vorerst finden diese Kontakte ohne russische Beteiligung statt." Peskow sagte, Präsident Wladimir Putin sei offen für Gespräche mit den USA und der Türkei über die Ergebnisse der Gespräche. (...)

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3. Ukraine–Analysen: Drohnenkrieg in der Ukraine: Das Zusammenspiel von High- und Low-Tech

https://laender-analysen.de/ukraine-analysen/321/ukraineanalysen321.pdf

www.laender-analysen.de/ukraine

Drohnenkrieg

Nr. 321 | 17.11.2025

Ukraine–Analysen

Drohnenkrieg in der Ukraine: Das Zusammenspiel von High- und Low-Tech

Olena Kryzhanivska

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Fazit

Die rasante Entwicklung der Drohnenkriegsführung in der Ukraine hat Hunderte innovativer Systeme hervorgebracht, die auf die spezifischen und sich wandelnden Herausforderungen des Schlachtfelds eingehen. Das dezentralisierte Produktionsmodell der Ukraine – gespeist durch permanentes direktes Feedback von der Front – begünstigt dabei Innovationen.

Russland setzt stattdessen auf massive finanzielle Ressourcen und Unterstützung durch China und Iran, um seine effektivsten Drohnensysteme in Serie zu produzieren. Trotz ihrer zunehmenden Bedeutung haben Drohnen bisher keinen entscheidenden Ausschlag im Krieg gegeben; (...)

Über die Autorin: Dr. Olena Kryzhanivska promovierte in Politikwissenschaft an der Universität Gazi (Türkei). Sie arbeitete für das Büro der Vereinten Nationen für Abrüstungsfragen (UNODA) in New York und die norwegische Botschaft in der Türkei. Derzeit ist sie Senior Editor bei der NATO Association of Canada und Autorin des wöchentlichen Newsletters Ukraine's Arms Monitor, der sich mit Trends in der Rüstungstechnologie in der Ukraine und Russland befasst.

Seite 10: Zeitleiste der Evolution ukrainischer FPV-Drohnen

Seite 11: Produktion und Einsatz von Drohnen

Seite 14: Angriffe russischer Drohnen auf die ukrainische Zivilbevölkerung entlang des Dnipro

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4. Eurotopics: Osteuropa wird hineingezogen

https://www.eurotopics.net/de/348555/polen-wer-steckt-hinter-anschlag-auf-bahnstrecke?zitat=348532#zitat348532

Nikololai Mitrochin (RU) / 17. November 2025 Osteuropa wird hineingezogen Politologe Nikolai Mitrochin sieht auf Facebook eine Verbindung zu einem Anschlag auf Gleise in Sibirien, den der ukrainische Geheimdienst für sich reklamiert hat:

„Die Gleissprengung in Polen ist eine eindeutige 'Antwort' des [russischen Militärgeheimdienstes] GRU auf die erfolgreiche Aktion des [ukrainischen Militärnachrichtendienstes] HUR auf der Transsib, wo im Gebiet Chabarowsk am 13. November ein Zug zum Entgleisen gebracht wurde. Und davor gab es zwei Angriffe im August.

Die Logik ist hier folgende: Ihr stört uns, Munition aus Nordkorea zu transportieren, wir stören euch, Munition aus Polen anzuliefern. Aber im Ganzen beginnt sich das düstere Szenario zu bewahrheiten, bei dem die Länder Osteuropas seitens der Russischen Föderation mit gewaltsamen (hybriden) Methoden in den Krieg hineingezogen werden."

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5. FR: Foltervorwürfe gegen israelische Armee

https://www.fr.de/politik/foltervorwuerfe-gegen-israels-armee-erschuettern-sde-teiman-94040543.html

Foltervorwürfe gegen israelische Armee

Stand: 16.11.2025, 19:09 Uhr

Von: Maria Sterkl

Angehörige von Israels Armee sollen palästinensische Häftlinge gefoltert haben. Doch im Land empört man sich vor allem über die Enthüllung von Videos, die die Taten zeigen.

Als „Israels Guantanamo" wird in Kreisen von Menschenrechts-Organisationen das Militärgefängnis Sde Teiman bezeichnet. Und wenn Ofek Berman (Name geändert, Anm.), der dort im Winter des Vorjahres als Reservesoldat eingesetzt war, die Zustände beschreibt, lässt sich erahnen, dass das keine Übertreibung ist: „Riesige Käfige, vollgepfercht mit Menschen, die rund um die Uhr gefesselt sind", so schildert Berman seinen Alltag in dem Militärstützpunkt im Süden Israels. (...)

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6. DW: Bundesliga-Klub FSV Mainz 05 muss El Ghazi Millionen zahlen

https://www.dw.com/de/bundesliga-klub-fsv-mainz-05-muss-el-ghazi-millionen-zahlen/a-74712661 Bundesliga-Klub FSV Mainz 05 muss El Ghazi Millionen zahlen

Ein Gericht erklärt die Kündigung von Anwar El Ghazi durch den Bundesliga-Klub für unwirksam.

Der Profi hatte 2023 Pro-Palästina-Posts veröffentlicht.

Mainz muss 1,5 Millionen zahlen - und es könnte noch teurer werden. Der Bundesligist FSV Mainz 05 hat vor Gericht gegen seinen ehemaligen Spieler Anwar El Ghazi verloren. Das Landesarbeitsgericht des Bundeslandes Rheinland-Pfalz bestätigte am Mittwoch, dass die fristlose Kündigung des Niederländers wegen pro-palästinensischer Posts auf Instagram nicht rechtmäßig ist.

Der Verein muss dem Profi rund 1,5 Millionen Euro Gehalt nachzahlen. Das Urteil ist endgültig, eine Revision wird nicht zugelassen. (...)

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7. ECCHR: Keine deutschen Waffen nach Israel

https://www.ecchr.eu/fall/keine-deutschen-waffen-nach-israel/

European Center for Constitutional and Human Rights e.V., Berlin

Keine deutschen Waffen nach Israel

Mehrere Anträge auf vorläufige Maßnahmen gegen die laufenden Waffenexporte Deutschlands nach Israel verdeutlichen den Mangel an Transparenz und gesetzlicher Überwachung im Exportkontrollsystem der Bundesrepublik

Gaza – Waffen- und Rüstungsexporte – Deutschland Trotz gut dokumentierter Verstöße gegen das Völkerrecht in Gaza genehmigt Deutschland weiterhin Waffenexporte nach Israel. Das ECCHR unterstützt juristische Bemühungen, diese Entscheidungen anzufechten - Bemühungen, die kritische Lücken in der Transparenz, der Verantwortlichkeit und dem Zugang zur Justiz im deutschen Waffenexportsystem aufzeigen.

Die Klagen werden von fünf Klägern aus dem Gazastreifen eingereicht und vom ECCHR in Zusammenarbeit mit den palästinensischen Menschenrechtsorganisationen Al Mezan, Al-Haq und dem Palestinian Centre for Human Rights (PCHR) unterstützt. (...)

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8. NATO: Der Nordatlantikvertrag

https://www.nato.int/en/about-us/official-texts-and-resources/official-texts/1949/04/04/the-north-atlantic-treaty?selectedLocale=de Der Nordatlantikvertrag Washington DC, 4. April 1949

04 April 1949

Die Parteien dieses Vertrags bekräftigen erneut ihren Glauben an die Ziele und Grundsätze der Satzung der Vereinten Nationen und ihren Wunsch, mit allen Völkern und Regierungen in Frieden zu leben.

Sie sind entschlossen, die Freiheit, das gemeinsame Erbe und die Zivilisation ihrer Völker, die auf den Grundsätzen der Demokratie, der Freiheit der Person und der Herrschaft des Rechts beruhen, zu gewährleisten. Sie sind bestrebt, die innere Festigkeit und das Wohlergehen im nordatlantischen Gebiet zu fördern.

Sie sind entschlossen, ihre Bemühungen für die gemeinsame Verteidigung und für die Erhaltung des Friedens und der Sicherheit zu vereinigen. Sie vereinbaren daher diesen Nordatlantikvertrag: (...)

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9. BR: Fliegerbombe: 7.000 Münchner müssen evakuiert werden / Fliegerbombe in Nürnberg ist entschärft

https://www.br.de/nachrichten/bayern/fliegerbombe-in-muenchen-7-000-personen-muessen-evakuiert-werden,V2zRsmT

19.11.2025, 12:31 Uhr

Fliegerbombe: 7.000 Münchner müssen evakuiert werden

Im Münchner Westen ist eine Fliegerbombe gefunden worden. Die eine halbe Tonne schwere Bombe wird erst in einigen Tagen entschärft. Dann müssen tausende Anwohner evakuiert werden. Unterdessen stellt die Feuerwehr Seecontainer an der Fundstelle auf.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Oberbayern am 19.11.2025 um 11:30 Uhr.

Im Münchner Stadtteil Moosach ist eine Fliegerbombe gefunden worden. Rund 7.000 Menschen müssen daher bald von Rettungskräften evakuiert werden. Die 500 Kilogramm schwere Bombe liege unversehrt 1,20 Meter tief in der Erde, eine Gefahr gehe laut Experten derzeit nicht von dem Sprengkörper aus, teilte die Berufsfeuerwehr München mit. Deshalb lasse sich die Evakuierung ein paar Tage vorbereiten.

(...)

15.11.2025, 04:03 Uhr

Fliegerbombe in Nürnberg ist entschärft

Die Entschärfung der amerikanischen Fliegerbombe in Nürnberg ist geglückt. Rund 21.000 Bewohner können damit wieder in ihre Häuser zurück. Die Bombe war am Freitagnachmittag bei Bauarbeiten gefunden worden – und dann musste alles schnell gehen.

(...)

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10. Bundeswehr: Realitätsnahe Ausbildung - Bollwerk Bärlin: Wachbataillon übt infanteristischen Schutzauftrag

https://www.bundeswehr.de/de/organisation/unterstuetzungsbereich/meldungen/bollwerk-baerlin-schutzauftrag-wachbataillon

Realitätsnahe Ausbildung Bollwerk Bärlin: Wachbataillon übt infanteristischen Schutzauftrag Das Wachbataillon beim Verteidigungsministerium führt vom 17. bis 21. November 2025 die Übung Bollwerk Bärlin III durch. Eine Kompanie übt den Orts- und Häuserkampf sowie den Objektschutz verteidigungswichtiger Infrastruktur im urbanen Raum. Teile der Übung finden dabei im öffentlichen Raum statt.

Ziel der Übung

Mit der Kompanieübung Bollwerk Bärlin III trainiert die 2. Kompanie des Wachbataillons das Schützen und Sichern verteidigungswichtiger Infrastruktur sowie von Einrichtungen der Bundesregierung. Außerdem werden auch militärische Maßnahmen gegen irreguläre Kräfte trainiert.

(...)

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11. BR: In der Luft und am Boden: Bundeswehr kündigt weitere Übungen an

https://www.br.de/nachrichten/bayern/in-der-luft-und-am-boden-bundeswehr-kuendigt-weitere-uebungen-an,V2mdzgn

17.11.2025, 07:27 Uhr

In der Luft und am Boden: Bundeswehr kündigt weitere Übungen an

Die Bundeswehr hat für die nächsten Tage Übungen in Bayern angekündigt: In Mainfranken und dem süddeutschen Luftraum finden Ausbildungsflügen im Eurofighter statt. Im unterfränkischen Karlstadt beginnen Truppenübungen und Nachtmärsche. Die Details.

Die Bundeswehr absolviert in den beiden kommenden Wochen eine ganze Reihe von Ausbildungsflügen im Eurofighter. Die Überflüge finden vor allem nachts statt. Deshalb bittet das Luftwaffengeschwader die Bevölkerung um Verständnis wegen Lärmbelästigung. Die Flüge starten in Neuburg an der Donau und betreffen den gesamten süddeutschen Luftraum. (...)

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12. Bayrische Staatszeitung: Innenminister nimmt Stellung: Wie kam es zur Beinahe-Katastrophe von Erding?

https://www.bayerische-staatszeitung.de/staatszeitung/landtag/detailansicht-landtag/artikel/innenminister-nimmt-stellung-wie-kam-es-zur-beinahe-katastrophe-von-erding.html#topPosition

14.11.2025

Innenminister nimmt Stellung: Wie kam es zur Beinahe-Katastrophe von Erding?

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) nimmt im Innenausschuss zum Vorfall in Erding Stellung, bei dem die Polizei einen Soldaten verletzte

Es war ein schlimmes Missverständnis, das auch tödlich hätte enden können: Bei einem Manöver der Bundeswehr in Erding verletzte die Polizei einen Soldaten – in der Annahme, dass dieser eine echte Bedrohung sei. Jetzt gab es dazu im Innenausschuss des Landtags einen Bericht mit Aussprache. (...)

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13. IPPNW: Protest gegen Militarisierung des Gesundheitswesens lohnt sich - Bundeswehr-Oberst bei Charité-Symposium nicht willkommen!

https://news.ippnw.de/index.php?id=2758

Presseinformation

11/19/25

Protest gegen Militarisierung des Gesundheitswesens lohnt sich

Bundeswehr-Oberst bei Charité-Symposium nicht willkommen!

Im Rahmen des Symposiums "Zivile Notfall- und Rettungsmedizin. Bevölkerungsschutz" an der Charité sollte eigentlich am Donnerstag, 20.11.25, Bundeswehr-Oberst Zimmermann im Kontext des Themenblocks "Zivile Verteidigung – Vorbereitung deutscher Krankenhäuser am Beispiel Berlin" über das Thema "Operationsplan Deutschland" sprechen.

Ein breites Bündnis von Organisationen aus dem Gesundheitsbereich hatte Proteste gegen diese Veranstaltung angekündigt, die beispielhaft für eine Militarisierung des Gesundheitswesens steht, wie sie derzeit geplant und vorbereitet wird. Vor dem Hintergrund der angekündigten Proteste wurde nun kurzfristig Oberst Zimmermann wieder vom Symposium an der Charité ausgeladen.

Hierzu Stella Ziegler von der Gesundheitsorganisation IPPNW:

"Mit unserem Kundgebungsaufruf haben wir ein wichtiges Zeichen gegen die geplante Militarisierung des Gesundheitswesens gesetzt. Dass aufgrund der Ankündigung der Proteste der Bundeswehr-Oberst wieder aus der Charité ausgeladen wurde, zeigt: Protest wirkt."

Deutschlandweit ist der "Operationsplan Deutschland" das wichtigste Planungsdokument für die Zusammenarbeit von Militär und zivilen Infrastrukturen. Auf der Ebene des Berliner Gesundheitswesens werden diese Vorgaben u.a. weiterentwickelt im kürzlich fertiggestellten "Rahmenplan Zivile Verteidigung Krankenhäuser Berlin".

Maike Schmied, aktiv beim Berliner Bündnis "Gesundheit statt Profite", ergänzt: "Der sogenannte "Rahmenplan Krankenhäuser Berlin" wurde wegen angeblicher Sicherheitsbedenken geheimgehalten. Nachdem er nun öffentlich geworden ist, ist klar: Im Rahmenplan befinden sich keinerlei sicherheitsrelevante Informationen, wohl aber viele Planungen zur Einbindung, Vorbereitung und Unterwerfung des Gesundheitssystems unter militärische Erfordernisse. Wir als Gesundheitsarbeiter*innen wollen aber eine gerechte und angemessene Gesundheitsversorgung für alle Menschen. Wir fordern ein konsequentes Nein zum Krieg und zur Militarisierung unserer Arbeit und unserer Gesellschaft!"

Das Thema "Zivile Verteidigung" steht weiter auf der Agenda des Charité-Symposiums. Auch die Kundgebung vor dem Virchow-Klinikum der Charite gegen die Militarisierung des Gesundheitswesens am Donnerstag um 8:30 Uhr wird stattfinden.

Krisenfest statt kriegstüchtig!

Protestkundgebung gegen die Militarisierung des Gesundheitswesens

Do. 20.11.25 // 8:30 – 11:00 Uhr // Charité Virchow-Klinikum - U-Bahn Amrumer Straße

Der vollständige Aufruf zur Kundgebung am 20.11.25 findet sich u.a. hier:

https://gesundheitohneprofite.noblogs.org/post/2025/11/15/krisenfest-statt-kriegstuchtig

Die ursprüngliche Pressemitteilung zur Kundgebung am 20.11.25 findet sich u.a. hier: https://www.ippnw.de/frieden/militarisierung/artikel/de/krisenfest-statt-kriegstuechtig.html

Aufrufende Organisationen:

Berliner Bündnis Gesundheit statt Profite | Verein demokratischer Ärzt*innen (VdÄÄ) |

Internationale Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkriegs - Ärzt*innen in sozialer Verantwortung (IPPNW) |

Internationale der Kriegsdienstgegner*innen (IDK) | Kritische Medizin Berlin |

Die Linke Berlin - Landesarbeitsgemeinschaft Gesundheit und Pflege

Pressekontakt: Berliner Bündnis Gesundheit statt Profite: info[at]berlin-gesundheit-statt-profite.de IPPNW: Marek Voigt, Pressereferent, Tel. 030 / 698074 - 15, voigt[at]ippnw.de

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14. Focus: 3257 Kriegsdienstverweigerer: Antragsflut bei Bundeswehr auf neuem Höchststand

https://www.focus.de/politik/3257-kriegsdienstverweigerer-antragsflut-bei-bundeswehr-auf-neuem-hoechststand_d6f8f2be-fe64-4e45-b45f-316a5aa954e5.htm

3257 Kriegsdienstverweigerer: Antragsflut bei Bundeswehr auf neuem Höchststand

Massiver Anstieg der Zahlen Antragsflut bei Bundeswehr: Tausende Deutsche verweigern Kriegsdienst Göran Schattauer, Chefreporter Focus online

Freitag, 10.10.2025, 23:02

Nach Putins Angriff auf die Ukraine 2022 stieg die Zahl der Kriegsdienstverweigerer in Deutschland deutlich. Seither lehnen immer mehr Männer den Dienst an der Waffe ab. Für 2025 zeichnet sich ein neuer Höchststand seit langem ab.

Seit Jahren schwören Politiker, allen voran Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), die Bürger auf eine militärische „Zeitenwende" ein. Unser Land müsse „wehrhaft sein" und sich „verteidigen können", fordern sie. Es gehe um die „Verteidigungsfähigkeit Deutschlands", um die „Kriegstüchtigkeit der Bundeswehr", um die „Rückkehr zur Wehrpflicht".

Mitten in diese Debatte platzt eine Nachricht, die weder Pistorius noch den Befürwortern seines Kurses gefallen dürfte: Immer mehr Menschen in Deutschland lehnen es ab, mit der Waffe in der Hand zu kämpfen! (...)

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siehe auch:

https://dfg-vk-bayern.de/medienmitteilung-zur-kdv-in-bayern/ Medienmitteilung zur KDV in Bayern

Medienmitteilung 18.11.2025

Absender: Die PazifistInnen – Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen,

Landesverband Bayern, Frauenlobstr. 24 Rückgebäude, 80337 München

Betrifft: Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung steigt drastisch an!

(...)

Die PazifistInnen fordern alle Wehrpflichtigen auf, den Kriegsdienst zu verweigern!

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15. Nie wieder Krieg: Bundesweiter Aktionstag gegen die Wehrpflicht am 5. Dezember Schulstreiks und Demonstrationen in ganz Deutschland

https://nie-wieder-krieg.org/2025/11/14/aktionstag-gegen-wehrpflicht-5-dezember/

Bundesweiter Aktionstag gegen die Wehrpflicht am 5. Dezember Schulstreiks und Demonstrationen in ganz Deutschland Am 5. Dezember rufen bundesweit Jugendbündnisse zu Kundgebungen und Demonstrationen und Schülerinnen und Schüler zu Schulstreiks gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht auf. In vielen Städten werden sie dabei von lokalen Nein-zur-Wehrpflicht-Bündnissen, Gewerkschaften und Friedensinitiativen unterstützt.

In zahlreichen Orten – darunter neben vielen anderen Berlin, Bochum, Dortmund, Bielefeld, Essen, Göttingen, Hannover, Kassel, Köln, Münster, München, Potsdam und Trier – laufen bereits konkrete Vorbereitungen für Schulstreiks. Zusätzlich entstehen in vielen weiteren Städten Protestzüge, Kundgebungen und kreative Aktionen.

Aktuelle Infos zu den Aktionen am 5. Dezember findet ihr hier:

Informationen zu den geplanten Schulstreiks auf Instagram: Instagram Materialien zur Bewerbung und Weiterverbreitung stehen hier bereit: Materialien – Dropbox Für Rückfragen: NeinzurWehrpflicht@proton.me

Wir laden dazu ein, die streikenden Schülerinnen und Schüler sowie die Kundgebungen und Demonstrationen zu unterstützen, Materialien zu teilen und gemeinsam mit Eltern, Lehrkräften, Gewerkschaften und lokalen Initiativen Rückhalt für den Protest aufzubauen.

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16. Religion.ORF: Rezension: Stefan Seidel: „Entfeinden": Wider die Kriegsrhetorik

https://religion.orf.at/stories/3223994/ Rezension „Entfeinden": Wider die Kriegsrhetorik Angesichts zunehmender Kriegs- und Aufrüstungsrhetorik erinnert der deutsche Psychologe und evangelische Theologe Stefan Seidel in seinem neuen Buch „Entfeindet Euch!" an die menschlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten, an einem friedlichen Leben zu arbeiten.

Mit dem Beginn des Krieges in der Ukraine sei eine „Zeitenwende" ausgerufen worden, und mit ihr ein militärisches Aufrüsten. „Binnen kürzester Zeit griff eine Gewöhnung an Waffen Raum, die bis vor Kurzem noch undenkbar schien. Mit ihnen verbindet sich ein regelrechter Heilsglaube", analysiert Seidel. Künftig solle nicht mehr der Leitspruch „Wir und die anderen" gelten, sondern „Wir oder die anderen". Nicht militärische Logik gerate dabei zwangsläufig ins Abseits.

Zudem ortet der Autor ein um sich greifendes Denken in den Kategorien „richtig" und „falsch". Zum Kriegführen brauche es Feindbilder, die durch „einseitige Schuldzuschreibung, Betonung negativer Merkmale des anderen, Pauschalbewertungen, doppelte Standards, Dehumanisierung und Delegitimierung des anderen herbeigeführt würden", zitiert er den Psychologen Gert Sommer. Diese Spirale will Seidel durchbrechen und liefert dafür gute Gründe.

Ungerechtigkeiten als Ursachen

Als einen der Gründe für die Spaltungstendenzen und Feindschaften nennt Seidel die Ungerechtigkeit der globalisierten Wirtschaft. „Feindschaft fällt nicht vom Himmel. Sie erwächst aus Spannungen, die sich zu Spaltungen und Polarisierungen auswachsen." Seidel zitiert in diesem Zusammenhang den indischen Schriftsteller Pankaj Mishra, der davon spricht, dass ein „globaler Bürgerkrieg" herrsche, der aus einer eskalierten Konkurrenz erwachse, die die Welt und die Gesellschaften in Gewinner und Verlierer aufspalte.

Wer sich als schwach, unterlegen und benachteiligt empfinde, entwickle Mishra zufolge häufig Angst, die sich nicht selten in Zorn verwandle: „Zorn vor allem gegen Minderheiten, die als Sündenböcke für die politischen und ökonomischen Erschütterungen herhalten müssen", schreibt Seidel.

Plädoyer für die Menschlichkeit

Anders als in dem von Stephane Hessel 2010 veröffentlichten Buch „Empört Euch!" (auf das sich der Titel offenbar bezieht), ruft Seidel nicht zum (friedlichen) Widerstand auf, sondern regt zu einem innerlichen Schritt zurück an. Wesentlich sei die Anerkennung der Würde aller Menschen. „Entscheidend dafür ist, dass die Menschlichkeit durchgehalten wird."

Gegen eine mit Kriegslogik einhergehende Entmenschlichung von „Feinden" wendet sich der Theologe auch mit Verweis auf die Bibel, denn: „Böses kann nicht mit Bösem überwunden werden." Die christliche Lektion laute, Frieden komme nicht durch Macht, Könige und Soldaten, sondern durch Herrschafts- und Gewaltverzicht. „Frieden kommt durch Entfeindung."

Kooperatives Menschsein

Mit zahlreichen Referenzen – unter anderem auf Judith Butler, Hannah Arendt, Martin Buber und die Bergpredigt aus dem Zweiten (Neuen) Testament – weist der Autor darauf hin, dass ein Leben auf der Erde im Grunde nur in Kooperation mit den anderen gerade lebenden Menschen funktioniert.

Der entscheidende Bezugspunkt solle nicht länger die Freund-Feind-Unterscheidung sein, „sondern das geteilte gleiche Menschsein, die geteilte gleiche Verletzlichkeit und das Bewusstsein wechselseitigen aufeinander Angewiesenseins".

Feindschaftslogik selbstzerstörerisch

„Es ist die Botschaft fast jeder Kriegsgeneration und die der Bergpredigt, dass der Krieg an sich, der Krieg als Option prinzipiell ausgeschlossen und mit einem absoluten Bann belegt werden muss", so der Autor. Gerade im Atomzeitalter. Das lasse sich nicht nur aus christlich-religiösen Überzeugungen, sondern auch aus der humanistischen Vernunft und einer universalistischen, zivilisatorischen Ethik heraus begründen.

Mit Bezug auf den jüdischen Philosophen Buber schreibt er, eigenes sei mit dem anderen verwoben und Spaltungs- und Feindschaftslogik daher selbstzerstörerisch. Das 1961 erstmals durchgeführte Experiment des US-amerikanischen Psychologen Stanley Milgram habe gezeigt, wie bereitwillig Menschen gegen ihr Gewissen handeln, wenn eine vermeintliche Autorität vermittelt, dass die Bestrafung einer bestimmten Person unbedingt nötig ist.

Individuelle Verantwortung

Als ein positives Beispiel nennt er die Organisation „Parents Circle", in der israelische und palästinensische Eltern, die im jahrzehntelangen Konflikt ihre Kinder verloren haben, gemeinsam gegen die Gewaltspirale auftreten. Der Psychologe und Theologe ermutigt, sich das individuelle Verantwortungsgefühl nicht durch eine propagierte Kriegs- und Feindeslogik ausreden zu lassen.

Der Autor bietet einen gut lesbaren und auch für Nichtchristinnen und -christen interessanten psychologischen und theologischen Unterbau für eine mögliche Richtungsänderung im gegenwärtigen gesellschaftlichen Strom. Und mit dem Psychiater und Vordenker der Entkolonialisierung, Frantz Fanon, gibt Seidel die Hoffnung nicht auf: „Es gibt auf beiden Seiten der Welt Menschen, die suchen."

Nina Goldmann, religion.ORF.at