Neue Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien - sowie zum Thema Militarisierung

Gespeichert von Helmut Brinkma… am

 

Liebe Friedensinteressierte,

nachfolgend sende ich Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien - sowie zum Thema Militarisierung:

1. Focus: Russland erobert Lithium-Vorkommen in Ukraine - Experten sehen Trumps Rohstoff-Deal gefährdet 

2. MSN: Ukraine: Russland erobert größtes Lithium-Vorkommen Europas bei Schewtschenko 

3. Der Spiegel: Medienbericht - Iranische Offizielle wundern sich offenbar über vermeintlich schwachen US-Angriff 

4. Die Zeit: Konflikt in Nahost: Iran will nach Krieg Atomprogramm fortsetzen 

5. Berl.Z.: China-Experte rechnet mit Westen ab: „Die Nato hat chinesisches Blut an den Händen"

6. IPPNW: Bombardierung des Iran bringt die Welt einem Atomkrieg näher - Militärangriff auf den Iran

7. n tv: Stiller Protest im Gazastreifen - Palästinenser solidarisieren sich mit israelischen Opfern 

8. IPG: Volker Perthes: „Wir machen einen Crashkurs in Realpolitik" 

9. taz. Interview mit Kai Ambos: Völkerrechtler über Waffenlieferungen - „Das Thema darf nicht auf Israel verengt werden"

10. FAZ: Michael Smart: „Gideons Streitwagen" : Der Operationsbefehl ist offenkundig rechtswidrig

11. Foreignaffairs: Kori Schake: Entsorgungsland - Amerika in einer post-amerikanischen Welt

12. PZK: Trotz verschärfter Weltlage – Bundesregierung hält an Kürzungen bei Friedensförderung fest 

13. ARD: Wie Kriege enden - und Frieden möglich ist 

14. YouTube: Vortrag von Clemens Ronnefeldt in der VHS Essen: Zwischen Front und Redaktion

———

1. Focus: Russland erobert Lithium-Vorkommen in Ukraine - Experten sehen Trumps Rohstoff-Deal gefährdet

https://www.focus.de/politik/ausland/russland-erobert-lithium-vorkommen-in-ukraine-experten-sehen-trumps-rohstoff-deal-gefaehrdet_18f32a66-9355-4eee-8641-e684a1dfb012.html

Wichtiges Abkommen Russland erobert Lithium-Vorkommen in Ukraine - Experten sehen Trumps Rohstoff-Deal gefährdet

Cedric Kienhöfer

Mittwoch, 02.07.2025, 13:06

Russische Truppen haben das Lithium-Vorkommen in Schewtschenko in der Ukraine erobert. Diese Entwicklung könnte den amerikanisch-ukrainischen Rohstoff-Deal ins Wanken bringen, befürchten Experten.

Russische Truppen haben kürzlich ein wichtiges Lithium-Vorkommen in der Region Donezk im Osten der Ukraine eingenommen.

Obwohl das Gebiet in der Nähe des Dorfes Schewtschenko mit einer Fläche von etwa 40 Hektar vergleichsweise klein ist, ist es wegen seiner hohen Konzentration an Lithium enorm wertvoll. Der Stoff ist essenziell in der Herstellung moderner Technologien wie etwa Elektro-Batterien. (...)

-----

2. MSN: Ukraine: Russland erobert größtes Lithium-Vorkommen Europas bei Schewtschenko

https://www.msn.com/de-de/finanzen/top-stories/ukraine-russland-erobert-gr%C3%B6%C3%9Ftes-lithium-vorkommen-europas-bei-schewtschenko/ar-AA1HChor

Ukraine: Russland erobert größtes Lithium-Vorkommen Europas bei Schewtschenko Rohstoffe Russland erobert „weißes Gold": Lithium-Vorkommen in der Ukraine unter Kontrolle Russische Truppen haben das Dorf Schewtschenko im Donbass eingenommen – und damit eines der größten Lithium-Vorkommen Osteuropas. Das ist nicht nur für die Ukraine ein strategischer Verlust.

Alexander Schmalz

27.06.2025

Die russische Armee hat im Donbass das Dorf Schewtschenko eingenommen – und damit eines der bedeutendsten Lithium-Vorkommen Europas unter ihre Kontrolle gebracht. Das scheinbar unbedeutende Dorf liegt nur rund zehn Kilometer von Velyka Novosilka entfernt, einer Stadt, die bereits im Januar fiel.

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge befindet sich direkt angrenzend ein etwa 40 Hektar großes Areal, in dem laut geologischen Studien rund 13,8 Millionen Tonnen lithiumhaltiges Erz mit einem durchschnittlichen Gehalt von 1,5 Prozent Lithiumoxid lagern. Es gilt als das größte Vorkommen seiner Art in Europa. (...)

---------

3. Der Spiegel: Medienbericht - Iranische Offizielle wundern sich offenbar über vermeintlich schwachen US-Angriff

https://www.spiegel.de/ausland/us-angriff-auf-iran-offizielle-in-teheran-wundern-sich-laut-us-zeitung-ueber-schwaeche-der-angriffe-a-e137411d-86bc-4abf-a76e-bb001fa922ab

Medienbericht Iranische Offizielle wundern sich offenbar über vermeintlich schwachen US-Angriff

Die USA haben laut »Washington Post« private Telefonate iranischer Vertreter abgehört. Deren Inhalt widerspricht demnach Donald Trumps Darstellung der Attacken auf die Atomanlagen. Das Weiße Haus reagiert scharf.

30.06.2025, 04.05 Uhr

Für Donald Trump und seine Untergebenen ist der Fall klar: Mit dem US-Angriff auf iranische Anlagen vor einer Woche ist das Atomprogramm des Landes Geschichte – oder mindestens um »Jahrzehnte« zurückgeworfen. Doch nach dem ersten Triumphgeheul aus dem Weißen Haus und dem Pentagon werden immer mehr Zweifel an dieser Lesart laut.

Sehr zu Trumps Ärger hatten US-Medien zuletzt unter Berufung auf einen vorläufigen Geheimdienstbericht gemeldet, die Angriffe hätten das iranische Atomprogramm nur um einige Monate zurückgeworfen. (...)

——

4. Die Zeit: Konflikt in Nahost: Iran will nach Krieg Atomprogramm fortsetzen

https://www.zeit.de/news/2025-06/30/iran-droht-trump-indirekt-mit-dem-tode Konflikt in Nahost: Iran will nach Krieg Atomprogramm fortsetzen

Aktualisiert am 30. Juni 2025, 14:16 Uhr

Der Iran will rund eine Woche nach der Bombardierung seiner wichtigsten Atomanlagen weiter am landeseigenen Nuklearprogramm festhalten. «Solange die Islamische Republik Iran Mitglied des Vertrags über die Nichtverbreitung von Kernwaffen (NPT) ist, muss sie in der Lage sein, ihre Rechte wahrzunehmen», erklärte Außenamtssprecher Ismail Baghai in Teheran.

«Die Rechte des Irans als Mitglied dieses Vertrags sind völlig klar – darunter das Recht auf die friedliche Nutzung der Kernenergie.»

Baghai sagte weiter, ein neues iranisches Gesetz, das die Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) vorübergehend aussetzen soll, sei für seine Regierung bindend. (...)

——

5. Berl.Z.: China-Experte rechnet mit Westen ab: „Die Nato hat chinesisches Blut an den Händen"

https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/china-experte-kritisiert-nato-aufruestung-li.2336229

China-Experte rechnet mit Westen ab:

„Die Nato hat chinesisches Blut an den Händen"

Beim Nato-Gipfel in Den Haag wollen die Mitgliedstaaten eine massive Aufrüstung beschließen. Der chinesische Politologe Zichen Wang warnt vor einer gezielten Eskalation gegenüber China.

von Raphael Schmeller

Im Zuge des Ukrainekriegs hat die Nato eine strategische Neuausrichtung vollzogen. Russland gilt inzwischen als die „größte und unmittelbarste Bedrohung" für die Sicherheit des Bündnisses. Doch auch China wird zunehmend ins Visier genommen – als „systemischer Rivale", der die regelbasierte internationale Ordnung infrage stelle.

Diese Neubewertung schlägt sich nun auch militärisch nieder. Beim Nato-Gipfel in Den Haag, der an diesem Dienstag beginnt, geht es um drastische Aufrüstungsziele: Bis 2035 sollen die Mitgliedstaaten mindestens 3,5 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgeben – plus 1,5 Prozent für militärisch relevante Infrastruktur. Eine Forderung, die von US-Präsident Donald Trump stammt. (...)

siehe auch:

https://foreignpolicy.com/2025/06/17/china-iran-israel-conflict-diplomacy-oil-trade-defense-weapons/?tpcc=trending_digest&utm_source=Sailthru&utm_medium=email&utm_campaign=Trending Articles Digest- 062525&utm_term=general_marketing_no_site_visit_7day

———

6. IPPNW: Bombardierung des Iran bringt die Welt einem Atomkrieg näher - Militärangriff auf den Iran

https://www.ippnw.de/frieden/artikel/de/bombardierung-des-iran-bringt-die-we.html

IPPNW-Pressemitteilung 23.06.2025

Bombardierung des Iran bringt die Welt einem Atomkrieg näher

Militärangriff auf den Iran

Die Friedensnobelpreisträgerorganisation IPPNW verurteilt die Militärschläge der USA und Israels gegen den Iran aufs Schärfste und fordert einen sofortigen Waffenstillstand, um eine weitere Eskalation und den Verlust von Menschenleben zu verhindern.

Die Bundesregierung müsse die Militärschläge verurteilen und sich weiter für eine diplomatische Lösung einsetzen. Die Bombardierungen durch beide Staaten sind völkerrechtswidrig, bedrohen die Zivilbevölkerung und destabilisieren die gesamte Region. Sie stehen den Bemühungen der EU entgegen, den gewaltsamen Konflikt durch Verhandlungen zu deeskalieren.

Der Iran verfügt nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) und des US-Geheimdienstes derzeit nicht über ein aktives Atomwaffenprogramm. Er ist im Gegensatz zu Israel Mitglied des Nichtverbreitungsvertrages und hat in der Vergangenheit strengen Inspektionen durch die IAEO zugestimmt.

Die strittigen Fragen um den möglichen zivil-militärischen „Dual-Use"-Charakter des iranischen Nuklearprogramms müssen im Rahmen der bestehenden völkerrechtlichen Vereinbarungen wie dem Atomwaffensperrvertrag gelöst werden. Die Angriffe auf den Iran untergraben jedoch in höchstem Maße die laufenden diplomatischen Bemühungen, die Nichtverbreitungsbemühungen in der Region wiederherzustellen.

Der Rückzug aus dem 2015 beschlossenen Iran-Atomabkommen unter der ersten Trump-Regierung hat bereits maßgeblich zu dieser jüngsten regionalen und globalen Krise beigetragen. Wie kontraproduktiv für die Verhandlungen die Angriffe sind, zeigt die gestrige Ankündigung des iranischen Parlaments, aus dem Atomwaffensperrvertrag auszutreten.

Nach Artikel X des Atomwaffensperrvertrags hat ein Mitgliedstaat das Recht, aus dem Vertrag auszutreten, wenn „außergewöhnliche Ereignisse", die mit dem Abkommen zusammenhängen, die obersten Interessen seines Landes gefährdet haben. Der Iran könnte die Angriffe auf seine Atomanlagen, seine militärischen Einrichtungen und seine politische Führung als Erfüllung der Kriterien für einen Rückzug anführen.

Darüber hinaus hatte bereits am 13. Juni 2025 die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) gewarnt, dass atomare Anlagen unter keinen Umständen angegriffen werden dürften, da die Gefahr einer radioaktiven Verseuchung „mit schwerwiegenden Folgen " bestehe. In den iranischen Anreicherungsanlagen wird Uran in einer äußert giftigen chemischen Form verwendet, dem Uranhexafluorid UF6.

UF6 ist eine sehr gefährliche Substanz, die sowohl radioaktiv als auch stark ätzend und giftig ist, insbesondere beim Einatmen oder Verschlucken. Menschen in der Nähe der bombardierten Anlagen könnten schwer an Nieren, Leber, Lunge, Gehirn, Haut und Augen geschädigt werden. UF6 reagiert mit feuchter Luft und bildet eine ätzende saure Verbindung, die zu schweren Gesundheitsschäden führen kann.

„Die Regierungen der USA und Israels bringen die Welt einem Atomkrieg näher. Es ist zu befürchten, dass die völkerrechtswidrigen Angriffe auf den Iran einen gegenteiligen Effekt haben werden und die iranische Regierung zu der Überzeugung gelangen lassen, ein militärisches Atomprogramm voranzutreiben, um vermeintlich sicher zu sein. Militärische `Lösungen´ erzeugen neue Probleme und verschärfen bestehende Sicherheitsdilemmata", kritisiert der IPPNW-Vorsitzende Dr. Lars Pohlmeier.

Die Atomwaffenstaaten tragen erhebliche Verantwortung für die fortschreitende Schwächung des globalen Nichtverbreitungsregimes. Sie sind ihren Abrüstungsverpflichtungen im Rahmen des Nichtverbreitungsvertrages nicht nachgekommen, sondern investieren stattdessen massiv in neue Atomwaffen. Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI warnte vor einem neuen nuklearen Wettrüsten. Die Zahl der einsatzfähigen Sprengköpfe und Bomben würde steigen.

Die IPPNW fordert den Iran, Israel sowie Deutschland und alle UN-Mitgliedsstaaten auf, sich den fast 100 Staaten anzuschließen, die bereits den Vertrag über das Verbot von Atomwaffen unterzeichnet haben. Israel, als einzig nuklear bewaffneter Staat der Region, muss zudem konkrete Schritte zur Abrüstung unternehmen, insbesondere durch die Beteiligung an der Einrichtung einer massenvernichtungswaffenfreien Zone im Nahen und Mittleren Osten.

siehe auch:

https://www.nytimes.com/2017/06/03/world/middleeast/1967-arab-israeli-war-nuclear-warning.html?searchResultPosition=1 'Last Secret' of 1967 War: Israel's Doomsday Plan for Nuclear Display ———

7. n tv: Stiller Protest im Gazastreifen - Palästinenser solidarisieren sich mit israelischen Opfern 

https://www.n-tv.de/politik/Palaestinenser-solidarisieren-sich-mit-israelischen-Opfern-article25869768.html

Stiller Protest im Gazastreifen Palästinenser solidarisieren sich mit israelischen Opfern 30.06.2025, 22:05 Uhr

Protestaktionen sind im Gazastreifen eine Seltenheit. Nun veröffentlicht eine Friedensorganisation Fotos aus dem Küstengebiet, die Palästinenser mit Bildern getöteter israelischer Kinder zeigen. Wie viele Menschen sich an der Solidaritätsbekundung beteiligen, bleibt jedoch unklar.

Palästinenser im Gazastreifen haben laut einer israelisch-arabischen Friedensinitiative bei Mahnwachen Fotos von israelischen Kindern gezeigt, die beim Hamas-Massaker am 7. Oktober getötet worden waren. Auch Eltern, die durch den Gaza-Krieg selbst Kinder verloren haben, hätten sich an der Aktion beteiligt, teilte die Organisation "Standing Together" auf der Plattform X mit.

Wie viele Menschen an den stillen Protesten teilnahmen, war zunächst unklar. Im Gazastreifen gibt es nur sehr selten Demonstrationen. Die Kundgebungen seien inspiriert gewesen von Aktionen in Israel, bei denen Demonstranten Fotos von im Gaza-Krieg getöteten Kindern zeigten, hieß es weiter. (...)

————

8. IPG: Volker Perthes: „Wir machen einen Crashkurs in Realpolitik"

https://www.ipg-journal.de/interviews/artikel/wir-machen-einen-crashkurs-in-realpolitik-8369/?utm_campaign=de_40_20250623&utm_medium=email&utm_source=newsletter

Interviews

23.06.2025 „Wir machen einen Crashkurs in Realpolitik"

Volker Perthes über den US-Angriff auf Irans Atomanlagen, europäische Diplomatie und die Erosion des Völkerrechts.

Volker Perthes ist Politikwissenschaftler und Politikberater. Er war Vorsitzender und Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin. Von Januar 2021 bis September 2023 wirkte er als Sonderbeauftragter des UN-Generalsekretärs und Leiter der UN-Mission UNITAMS im Sudan.

Die Fragen stellte Nikolaos Gavalakis.

Die Lage im Nahen Osten hat sich mit der US-Bombardierung der iranischen Nuklearanlagen deutlich verschärft. Wie bewerten Sie die aktuelle Lage?

Die Lage hat sich in der Tat dramatisch zugespitzt, und wir wissen nicht, wohin die Reise führt. Die US-Regierung geht offenbar davon aus, dass die Angriffe auf die iranischen Atomanlagen eine einmalige Aktion waren und sich die USA nicht weiter in den Krieg hineinziehen lassen. Aber das ist keineswegs sicher. Israel setzt seine Angriffe fort, und auch der Iran beschießt weiterhin Israel.

Der Schock des amerikanischen Angriffs war jedenfalls nicht groß genug, um den Krieg zu stoppen. Eine Ausweitung ist durchaus möglich. Optionen, die dem Iran bleiben, sind etwa eine Blockade der Straße von Hormus oder Angriffe auf amerikanische Ziele im Nahen und Mittleren Osten. (...)

———

9. taz. Interview mit Kai Ambos: Völkerrechtler über Waffenlieferungen - „Das Thema darf nicht auf Israel verengt werden"

https://taz.de/Voelkerrechtler-ueber-Waffenlieferungen/!6095681/

Völkerrechtler über Waffenlieferungen

„Das Thema darf nicht auf Israel verengt werden"

Israels Angriff auf Iran ist völkerrechtswidrig, sagt Jurist Kai Ambos.

Deutsche Waffenlieferungen seien aber nicht nur in diesem Fall fragwürdig.

taz, 23.6.2025

Kai Ambos, geboren 1965, ist Professor für Straf- und Völkerrecht an der Universität Göttingen. Dort ist er außerdem Direktor der Forschungsstelle für lateinamerikanische Strafjustiz. Seit 2017 ist er Richter am Kosovo-Sondertribunal in Den Haag.

Interview von Alice von Lenthe taz: Herr Ambos, Sie sagen, wenn sich Deutschland am internationalen Recht orientierte, müsste die Bundesregierung Waffenlieferungen an Israel stoppen oder zumindest nochmal prüfen. Warum?

Kai Ambos: Weil nach dem für Deutschland verbindlichen Waffenhandelsvertrag eine Waffenlieferung nicht zulässig ist, wenn ein „überwiegendes Risiko" besteht, dass mit diesen Waffen schwere Menschenrechtsverletzungen oder schwere Verletzungen des humanitären Völkerrechts begangen werden könnten. Und von einem solchen Risiko muss man hier zumindest ausgehen. (...)

———

10. FAZ: Michael Smart: „Gideons Streitwagen" : Der Operationsbefehl ist offenkundig rechtswidrig

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/der-befehl-zur-operation-gideons-streitwagen-110491038.html

„Gideons Streitwagen" :

Der Operationsbefehl ist offenkundig rechtswidrig Gastbeitrag

Von Michael Sfard

21.05.2025, 19:00

Die Bevölkerung von Gaza soll konzentriert und verdrängt werden:

Israels jüngste Operation im Gazastreifen ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

(...)

-----

11. Foreignaffairs: Kori Schake: Entsorgungsland - Amerika in einer post-amerikanischen Welt

https://www.foreignaffairs.com/united-states/dispensable-nation-schake

Entsorgungsland Amerika in einer post-amerikanischen Welt Kori Schake Juli/August 2025

Veröffentlicht am 24. Juni 2025

KORI SCHAKE ist Senior Fellow und Director of Foreign and Defense Policy Studies am American Enterprise Institute und Autor von Safe Passage: The Transition From British to American Hegemony. Sie war Mitglied des Nationalen Sicherheitsrates und in den USA. State Department während des George W. Bush-Administration.

(...)

Die Fähigkeit des US-Militärs, Macht auf der ganzen Welt zu projizieren, hängt von Partnern und Verbündeten ab. Das Pentagon kann dem Nahen Osten keine Truppenschub liefern, ohne Häfen in Belgien und Deutschland zu nutzen oder Kräfte über den Pazifik zu entsenden (viel weniger Aufrechterhaltungsoperationen gegen China), ohne Stützpunkte in Japan und den Philippinen zu nutzen.

Die Vereinigten Staaten können keine Luftangriffe auf Terroristen in Afghanistan durchführen, ohne die Erlaubnis, den pakistanischen Luftraum zu durchqueren, und viele weitere amerikanische Militärangehörige wären in den Kriegen in Afghanistan und im Irak umgekommen, wenn das US-Militär keinen Zugang zu seinem Ramstein Air Base und Landstuhl-Krankenhaus in Deutschland erhalten hätte. (...)

----

12. PZK: Trotz verschärfter Weltlage – Bundesregierung hält an Kürzungen bei Friedensförderung fest

https://pzkb.de/pressemitteilung-trotz-verschaerfter-weltlage-bundesregierung-haelt-an-kuerzungen-bei-friedensfoerderung-fest/

Neuigkeiten, Plattform

25. Juni 2025 Pressemitteilung: Trotz verschärfter Weltlage – Bundesregierung hält an Kürzungen bei Friedensförderung fest Berlin, 25.06.2025 – Der gestern vom Bundeskabinett verabschiedete Haushaltsentwurf für 2025 sieht massive Kürzungen bei der Zivilen Krisenprävention, Konfliktbearbeitung und Friedensförderung vor.

Die Plattform Zivile Konfliktbearbeitung kritisiert diese Entscheidungen als kurzsichtig und friedens- und sicherheitspolitisch gefährlich.

„Die Bundesregierung ist bereit, immense zusätzliche Mittel zur Verfügung zu stellen, um das 5% Ziel der NATO zu erreichen – gleichzeitig wird an den Mitteln für zivile Konfliktbearbeitung, Stabilisierung und Friedensförderung gespart.

Das ist nicht nur ein fatales friedens- und sicherheitspolitisches Signal, sondern untergräbt auch die Glaubwürdigkeit Deutschlands als international verantwortungsvoller Akteur", erklärt Ginger Schmitz, Geschäftsführerin der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung.

Trotz einer sich zuspitzenden globalen Lage – mit zunehmenden bewaffneten Konflikten, geopolitischen Spannungen und den Folgen der Klimakrise – hält die Bundesregierung an drastischen Kürzungen in der Außen- und Entwicklungspolitik fest.

Das Auswärtige Amt soll über 300 Millionen Euro einsparen, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sogar fast eine Milliarde Euro. Besonders betroffen sind dabei Programme im Bereich der Krisenprävention und Friedensförderung. Auch die fatale Kürzung der Mittel für Humanitäre Hilfe bleibt bestehen.

„Diese Ausgaben sind keine Luxusposten, sondern Investitionen in eine friedlichere, sicherere und kooperativere Welt. Wer daran spart, riskiert langfristig höhere Kosten – menschlich wie finanziell. Besonders alarmierend ist, dass gerade kleinere und lokale zivilgesellschaftliche Initiativen unter diesen Einschnitten leiden dürften", so Schmitz weiter.

Dass einzelne Programme, wie etwa der Zivile Friedensdienst im BMZ, von den Kürzungen ausgenommen wurden, ist positiv und ein wichtiges Signal für die Bedeutung zivilgesellschaftlichen Engagements. „Doch dieses Signal darf nicht untergehen – wir brauchen mehr denn je eine umfassende Stärkung ziviler Instrumente, nicht nur punktuelle Ausnahmen", so Schmitz.

Die Plattform Zivile Konfliktbearbeitung appelliert an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, den Haushaltsentwurf kritisch zu prüfen und die geplanten Kürzungen im parlamentarischen Verfahren rückgängig zu machen. Eine verantwortungsvolle Außen- und Entwicklungspolitik für Frieden und Sicherheit braucht langfristige Partnerschaften, Verlässlichkeit – und ausreichend Ressourcen.

——

13. ARD: Wie Kriege enden - und Frieden möglich ist 

https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL2FydGUudHYvcHVibGljYXRpb24vMTIwNDQ5LTAwMC1B

Wie Kriege enden - und Frieden möglich ist 22.04.2025

Es ist die Frage aller Fragen: Wie gelingt Frieden?

Der Dokumentarfilm befragt Friedensnobelpreisträger*innen, Diplomat*innen, Verhandler*innen und ehemalige Guerillakämpfer*innen, die ihr Leben der Aufgabe gewidmet haben. (...)

------

14. YouTube: Vortrag von Clemens Ronnefeldt in der VHS Essen: Zwischen Front und Redaktion

https://www.youtube.com/watch?v=yGjGE6u5zRw&ab_channel=Essener-Friedensforum

Vortrag von Clemens Ronnefeldt in der VHS Essen am 18. Juni 2025 Zwischen Front und Redaktion 20.06.2025