Liebe Friedensinteressierte,
beiliegend sende ich Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien - und zum Thema Militarisierung.
1. n tv: Ukraine-Krieg im Liveticker
2. Die Zeit: Flugzeug von Ursula von der Leyen: Russland nennt Vorwurf der GPS-Störung "Paranoia"
3. SZ: EU - Wie Putins Störfunk von der Leyen in Bedrängnis bringt
4. IPG: Frieden in Sicht?
5. IPG: Bromance mit Bruchstellen - China und Russland inszenieren ihre Einigkeit.
6. n tv: Trump gab grünes Licht - Israel greift Hamas-Spitze in Katars Hauptstadt Doha an
7. Die Zeit: Israels Armee ruft erstmals alle Bewohner auf, Gaza-Stadt zu verlassen
8. DW: Faktencheck: Israel zahlt Millionen für Propaganda-Kampagne
9. RND: Ex-Merkel-Berater Heusgen - Warum Deutschland einen Palästinenserstaat anerkennen sollte
10. Open Petition: Den Staat Palästina anerkennen!
11. IPG: Mit Solidarität in die Sackgasse
12. UN: Militärausgaben weltweit erreichen Rekordwert von 2,7 Billionen Dollar
13. Fabian-Scheidler: Friedenstüchtig - Wie wir aufhören können, unsere Feinde selbst zu schaffen
——
1. n tv: Ukraine-Krieg im Liveticker
https://www.n-tv.de/politik/11-32-Munz-Belarus-sagt-man-habe-Polen-vorgewarnt--article23143824.html
10.09.2025 Ukraine-Krieg im Liveticker 11:32 Munz: "Belarus sagt, man habe Polen vorgewarnt"
Polen meldet in der Nacht mehrere russische Drohnen in seinem Luftraum, das Nato-Land ist hochgradig alarmiert. Ob es sich bei dem Eindringen allerdings um eine bewusste oder unabsichtliche Aktion handelt, ist unklar. ntv-Moskaukorrespondent Rainer Munz sieht in einer Meldung aus Belarus ein Indiz für ein Versehen.
(...)
10:55 Polen beantragt Nato-Konsultationen zu Bedrohungsfall
Nach dem Abschuss von mehreren Drohnen hat Polen Konsultationen nach Artikel 4 des Nato-Vertrags beantragt. Das erklärt Regierungschef Donald Tusk in Warschau. Der Artikel sieht Beratungen mit den Verbündeten vor, wenn sich ein Nato-Staat von außen gefährdet sieht.
(...)
09:58 Insider: Nato wertet Drohnen-Einflug nicht als Angriff
Die Nato wertet das Eindringen russischer Drohnen in den polnischen Luftraum einem Insider zufolge nicht als Angriff. Ersten Anzeichen zufolge sei der Einflug von sechs bis zehn Drohnen absichtlich erfolgt, erfährt die Nachrichtenagentur Reuters aus Nato-Kreisen. Es sei das erste Mal gewesen, dass Flugzeuge des Bündnisses potenziellen Bedrohungen im alliierten Luftraum entgegengetreten seien.
(...)
06:04 Trump kündigt Telefonat mit Putin an
US-Präsident Donald Trump will nach eigenen Angaben noch in dieser oder Anfang nächster Woche mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin telefonieren. Weitere Angaben machte er bisher nicht. (...)
——
2. Die Zeit: Flugzeug von Ursula von der Leyen: Russland nennt Vorwurf der GPS-Störung "Paranoia"
https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-09/flugzeug-ursula-von-der-leyen-gps-stoerung-russland
Flugzeug von Ursula von der Leyen: Russland nennt Vorwurf der GPS-Störung "Paranoia" Russland steht unter dem Verdacht eines Störangriffs auf ein Flugzeug, mit dem die EU-Kommissionspräsidentin unterwegs war. Das sei "Fake", sagt die Regierung in Moskau.
Aktualisiert am 4. September 2025, 7:44 Uhr
Quelle: DIE ZEIT, Reuters, dpa, akm
Russland hat Vorwürfe über eine Störung des GPS-Systems des Flugzeugs von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zurückgewiesen. Die Sprecherin des Außenministeriums, Marija Sacharowa, bezeichnete die Vorwürfe als "Fake und Paranoia".
Das Flugzeug mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an Bord war am Sonntag bei einer Reise nach Bulgarien mutmaßlich Ziel einer absichtlichen Störung des satellitenbasierten Navigationssystems GPS geworden. Nach Angaben einer EU-Sprecherin vermuten die bulgarischen Behörden, dass Russland hinter der Attacke stecke. Sie seien dabei, den Fall zu untersuchen.
Für von der Leyen und die anderen Mitreisenden endete der Zwischenfall glimpflich. Ihr Charterflugzeug konnte demnach am Ende sicher in der Stadt Plowdiw landen. Lebensgefahr für die Insassen bestand nach Angaben des Flughafendirektors Krassimir Peschew nicht. (...)
——————
3. SZ: EU - Wie Putins Störfunk von der Leyen in Bedrängnis bringt
EU - Wie Putins Störfunk von der Leyen in Bedrängnis bringt 5. September 2025, 14:12 Uhr
War das Flugzeug der Kommissionspräsidentin wirklich Opfer von russischem GPS-Jamming?
Die Geschichte wirkte spektakulär, nun löst sie sich in Mutmaßungen auf –
und beschert dem Kreml einen PR-Erfolg.
Von Josef Kelnberger und Hubert Wetzel, Brüssel
(...)
——
In der SZ-Printausgabe vom 6./7.9.2025 auf Seite 9 steht der Text
unter der Überschrift: „PR-Erfolg für den Kreml".
(...) Am Dienstag tat sich in der Geschichte dann ein gewaltiges Loch auf: Der als überaus seriös geltende globale Onlinedienst Flightradar24 verbreitete die Meldung:
Der Flug von der Leyens sei den Daten zufolge nur mit minimaler Verspätung gelandet, nicht mehr als eine Stunde später, wie die FT geschrieben hatte. Zudem habe die Maschine von Anfang bis Ende eine stabile GPS-Verbindung gehabt.
Damit konfrontiert, erwiderte eine Kommissionssprecherin am Dienstag, sie sei an Bord gewesen und könne bestätigen, dass der Flug eine „beträchtliche" Verspätung gehabt habe.
Wenig später stellte sich heraus: Die Maschine war nur etwa zehn Minuten länger als geplant unterwegs. In Brüssel kursiert die Theorie, die Menschen an Bord der Chartermaschine hätten schlicht die Zeitverschiebung zwischen Warschau und Plovdiv - plus eine Stunde - nicht bedacht und seien daher beim Blick auf ihre Uhren verwirrt gewesen. (...)
——
Nachbemerkung von C. Ronnefeldt:
dpa, EU-Kommission und Financial Times (FT) tragen für die Verbreitung der (Falsch-)Meldung die Verantwortung:
https://www.boerse.de/nachrichten/Flug-mit-von-der-Leyen-gestoert-keine-Ermittlungen/37842995
Flug mit von der Leyen gestört - keine Ermittlungen Dienstag, 02.09.25 18:16
(...)
Zwischenfall endete glimpflich
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus der EU-Kommission blieb das Flugzeug wegen des Vorfalls rund zehn Minuten länger als ursprünglich geplant in der Luft. Ein mitreisender Reporter der Zeitung "Financial Times" hatte zuvor berichtet, der Flieger sei vor der Landung rund eine Stunde über dem Flughafen gekreist. (...)
————
4. IPG: Frieden in Sicht?
https://www.ipg-journal.de/rubriken/aussen-und-sicherheitspolitik/artikel/frieden-in-sicht-1-8516/?utm_campaign=de_40_20250904&utm_medium=email&utm_source=newsletter Außen- und Sicherheitspolitik 04.09.2025 |
Moritz Gathmann Frieden in Sicht?
Putins Krieg in der Ukraine dauert an. Doch steigende Kosten, westlicher Druck und neue Waffen machen ein mögliches Ende wahrscheinlicher.
Moritz Gathmann ist freier Journalist und berichtet seit 20 Jahren aus Osteuropa,
zuletzt vor allem für den Stern aus der Ukraine.
Die Aufregung im August war groß: Wladimir Putin in Alaska – empfangen auf dem roten Teppich, beklatscht von Donald Trump. Bedeutet das Treffen einen Durchbruch in Richtung Frieden? Oder verrät der US-Präsident die Ukraine? Wenig später dann das „Team Selenskyj" im Weißen Haus – der ukrainische Präsident an Trumps Seite, unterstützt von seinen europäischen Partnern. Und was folgte danach?
Zwei Wochen nach dem Spektakel scheint es, als hätten diese Tage in Amerika einmal mehr nur heiße Luft produziert. Trumps jüngstes Ultimatum für ein bilaterales Treffen zwischen Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj ist erwartungsgemäß ohne Folgen geblieben. (...)
——
5. IPG: Bromance mit Bruchstellen - China und Russland inszenieren ihre Einigkeit.
Außen- und Sicherheitspolitik 09.09.2025
Niels Hegewisch & Alexey Yusupov Bromance mit Bruchstellen China und Russland inszenieren ihre Einigkeit.
Doch hinter der „grenzenlosen Partnerschaft" verbirgt sich ein fragiles Bündnis voller Misstrauen. Dr. Niels Hegewisch ist Referent für China und Geopolitik im Asien-Referat der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in Berlin. Zuvor leitete er die FES-Büros in der Mongolei und Pakistan.
Alexey Yusupov leitet das Russlandprogramm der Friedrich-Ebert-Stiftung und das FES-Büro "Dialog Osteuropa". Zuvor war er Büroleiter der FES in Myanmar und Afghanistan. Er unterstützt politische Akteure als Berater und Moderator.
Als die chinesische Volksbefreiungsarmee zum „Tag des Sieges" ihr modernstes Gerät und perfekt einstudierte Marschformationen über den Platz des Himmlischen Friedens ziehen ließ, zelebrierte Staats- und Parteichef Xi Jinpingauf der Ehrentribüne die Freundschaft mit Russlands Präsident Wladimir Putin.
Wenige Tage zuvor hatten sie auf dem Gipfeltreffen der Shanghai Cooperation Organisation (SCO) in Tianjin den Anspruch untermauert, die Weltordnung neu zu gestalten. Die Hegemonie des US-geführten Westens soll gebrochen werden und der Globale Süden mehr Mitsprache, Entwicklung und Sicherheit erhalten. (...)
——————————
6. n tv: Trump gab grünes Licht - Israel greift Hamas-Spitze in Katars Hauptstadt Doha an
Trump gab grünes Licht Israel greift Hamas-Spitze in Katars Hauptstadt Doha an 09.09.2025, 20:40 Uhr
In der katarischen Hauptstadt Doha kommt es zu einer Explosion. Kurze Zeit später meldet die israelische Armee einen Angriff auf die Führung der Hamas. US-Präsident Trump hat die Operation abgesegnet. International stößt der Angriff auf massive Kritik.
Israel hat einen Luftangriff auf ranghohe Mitglieder der Hamas im Golfstaat Katar verübt. Nach Explosionen in der katarischen Hauptstadt Doha meldete die Armee, Streitkräfte und Inlandsgeheimdienst "haben einen präzisen Schlag gegen die Führungsspitze der Terrororganisation Hamas ausgeführt". Informationen zum Ort nannte sie zunächst nicht.
Die politische Vertretung der Hamas befindet sich in Doha. Israels Luftwaffe bestätigte, sie sei an dem Angriff beteiligt gewesen. Laut Medienberichten griffen Kampfjets und Drohnen an. Nach Hamas-Angaben gab es fünf Tote in den eigenen Reihen. Doch die Führungsspitze habe überlebt.
Der Angriff sei eine direkte Antwort auf das vom bewaffneten Arm der Hamas beanspruchte Attentat mit sechs Toten an einer Bushaltestelle in Jerusalem vom Vortag, erklärte die israelische Regierung. (...)
Quelle: ntv.de, jpe/AFP/rts/dpa
7. Die Zeit: Israels Armee ruft erstmals alle Bewohner auf, Gaza-Stadt zu verlassen
https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-08/krieg-in-gaza-liveblog?utm_source=firefox-newtab-de-de
Israels Armee ruft erstmals alle Bewohner auf, Gaza-Stadt zu verlassen Das israelische Militär ruft alle Bewohner von Gaza-Stadt zur Flucht aus dem gesamten Gebiet auf. Die Armee werde dort "mit größerer Härte" vorgehen. Das Liveblog
Aktuell bloggen: Maline Hofmann und Simon Sales Prado
Aktualisiert am 9. September 2025, 9:01 Uhr
(...)
08:36 Uhr
Maline Hofmann
Israels Armee fordert erstmals alle Bewohner von Gaza-Stadt zur Flucht auf
Die israelische Armee hat alle Einwohner von Gaza-Stadt zur Evakuierung des Gebiets aufgerufen. Armeesprecher Avichay Adraee schrieb auf X auf Arabisch: "Die Verteidigungskräfte sind entschlossen, die Hamas zu besiegen, und werden im Gebiet der Stadt Gaza mit größerer Härte vorgehen." Die Menschen sollten sich zu ihrer eigenen Sicherheit nach Al-Mawasi in den Süden begeben, hieß es.
Es ist die erste Fluchtaufforderung der Armee für die gesamte Stadt. Zuvor hatte es derlei Aufrufe nur für einzelne Gegenden gegeben. (...)
12:29 Uhr
Maline Hofmann
UN-Menschenrechtskommissar: "Wir versagen gegenüber dem palästinensischen Volk in Gaza"
Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte hat Israels Kriegsführung im Gazastreifen erneut mit deutlichen Worten kritisiert. Bei der Sitzung des UN-Menschenrechtsrats in Genf warf Volker Türk Israel "ein Kriegsverbrechen nach dem anderen" vor. "Wir müssen jetzt handeln, um das Gemetzel zu beenden." (...)
————
8. DW: Faktencheck: Israel zahlt Millionen für Propaganda-Kampagne
Politik
Nahost Faktencheck: Israel zahlt Millionen für Propaganda-Kampagne
Kathrin Wesolowski
08.09.2025
Israel investiert Millionen von Euro, um Propaganda über Gaza zu verbreiten und richtet sich dabei an Menschen in Europa. Das Hauptziel der Kampagne: die Hungersnot im Gazastreifen leugnen.
Eine Recherche von Mitgliedern des Eurovision News Spotlight, darunter das DW-Faktencheck-Team, zeigt: Israel nutzt eine eigene Regierungswerbeagentur namens "Israeli Government Advertising Agency", um mit bezahlter Werbung die Meinung von Menschen in Europa und Nordamerika zu beeinflussen. (...)
Mitarbeit: Alima de Graaf und Björn Kietzmann
Die Recherche ist Teil einer Kooperation der öffentlichen Medien Deutsche Welle, BR24 (Deutschland), ORF (Österreich), VRT (Belgien) und EBU (Schweiz).
Der Artikel wurde von Rachel Baig und Felix Tamsut redigiert und erschien zunächst auf Englisch.
——
siehe auch:
https://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-10499-2025-DCL-1/en/pdf
Council of the European Union
Brussels, 8 September 2025
Subject: Note of the Office of the EU Special Representative for Human Rights
(...)
----
9. RND: Ex-Merkel-Berater Heusgen - Warum Deutschland einen Palästinenserstaat anerkennen sollte
Ex-Merkel-Berater Heusgen Warum Deutschland einen Palästinenserstaat anerkennen sollte Christoph Heusgen, Ex-UN-Botschafter Deutschlands und Verfechter der deutschen Staatsräson gegenüber Israel, spricht sich für die Anerkennung eines palästinensischen Staates aus. Und er warnt vor einer Entwicklung Israels zu einem Apartheidstaat. Ein Gastbeitrag.
Ein Gastbeitrag von Christoph Heusgen
22.08.2025, 00:00 Uhr
Berlin. Das Völkerrecht bestimmt die Voraussetzungen für die Anerkennung eines Staates: Dieser muss über ein Staatsvolk verfügen, über Staatsgebiet und Staatsgewalt, also über die Fähigkeit, auch tatsächlich zu regieren.
Es gibt die „Palästinenser", ihr Staatsgebiet ist völkerrechtlich in den Grenzen von 1967 klar umrissen, aber sie verfügen in Wirklichkeit nur über einen kleinen Teil dieses Gebietes, der Großteil ist von Israel besetzt. Und Staatsgewalt übt die Palästinensische Autonomiebehörde nur sehr eingeschränkt aus. (...)
———
10. Open Petition: Den Staat Palästina anerkennen!
https://www.openpetition.de/petition/online/den-staat-palaestina-anerkennen pax christi - Deutsche Sektion und Deutsch-Palästinensische Gesellschaft
Den Staat Palästina anerkennen!
Petition gestartet: 23.05.2025
Sammlung endet: 15.11.2025
Statt auf Gewalt, Vertreibung und Tod zu setzen, braucht es Hoffnung und eine Zukunftsperspektive für die Menschen in Israel und Palästina. Sonst nähren die Erfahrungen von Gewalt nur neue Gewalt, Verzweiflung und Angst.
Wir fordern, dass Deutschland den Staat Palästina endlich anerkennt und das palästinensische Selbstbestimmungsrecht respektiert. Damit stärkt die Bundesregierung auch die europäische Stimme und die Friedensbemühungen arabischer Staaten wie auch jene Gruppen in der israelischen und palästinensischen Zivilgesellschaft, die sich für die Koexistenz beider Völker einsetzen.
(...)
Hier kann die Petition unterzeichnet werden:
https://www.openpetition.de/petition/online/den-staat-palaestina-anerkennen
——
11. IPG: Mit Solidarität in die Sackgasse
Außen- und Sicherheitspolitik 04.09.2025
Nadav Tamir Mit Solidarität in die Sackgasse
Deutschlands Zurückhaltung gegenüber Netanjahu gefährdet nicht nur die Zwei-Staaten-Lösung, sondern auch Israels demokratische Zukunft.
Nadav Tamir ist geschäftsführender Direktor von JStreet Israel. Zudem ist er Berater für Internationale Beziehungen am Peres-Zentrum für Frieden und Innovationen. Er ist Mitglied des Lenkungskomitees der Geneva Initiative sowie Vorstandsmitglied des Thinktanks Mitvim. Zuvor arbeitete er für das israelische Außenministerium und als Berater für Präsident Shimon Peres.
Schilder und Banner mit Aufschriften wie „One genocide does not justify another" („Ein Völkermord ist keine Rechtfertigung für einen anderen") sind auf Demonstrationen in ganz Deutschland zu lesen. (...)
——
12. UN: Militärausgaben weltweit erreichen Rekordwert von 2,7 Billionen Dollar
United Nations
Militärausgaben weltweit erreichen Rekordwert von 2,7 Billionen Dollar Von Ileana Exaras
9. September 2025
Frieden und Sicherheit
„Die Welt gibt viel mehr für den Krieg aus als für den Aufbau von Frieden", sagte UN-Generalsekretär Antonio Guterres bei einer Pressekonferenz zu seinem neuen Bericht über die Bedrohung durch den stetigen Anstieg der Militärausgaben.
Die Ausgaben für den Sicherheitsbedarf stiegen in allen fünf globalen Regionen im Laufe des Jahres 2024, was den steilsten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr mindestens für die letzten drei Jahrzehnte darstellt. Im Vergleich zu den 2,7 Billionen Dollar, die an Militärbudgets gerichtet sind, könnte die Welt extreme Armut für knapp 300 Milliarden Dollar beseitigen.
„Eine sicherere Welt beginnt damit, mindestens so viel in die Armutsbekämpfung zu investieren wie wir in dieKriegsführung", sagte Herr. Guterres
Eine Wahl zwischen Hilfe oder Armen
Der alarmierende Betrag, der allein im vergangenen Jahr für die Rüstungskosten ausgegeben wurde, ist das 750-fache des regulären UN-Haushalts 2024. Es entspricht auch fast dem 13-fachen Entwicklungshilfeausschuss der OECD im Jahr 2024, was auf einen starken Kompromiss zwischen Militärausgaben und nachhaltiger Entwicklung hindeutet.
„Auch ein Bruchteil der heutigen Militärausgaben umzulenken, könnte wichtige Lücken schließen - Kinder in die Schule zu bringen, die Gesundheitsversorgung zu stärken, saubere Energie und widerstandsfähige Infrastruktur zu erweitern und die Schwächsten zu schützen", sagte Herr. Guterres
Für einen kleinen Teil dessen, was im vergangenen Jahr in Militärs investiert wurde - und im vergangenen Jahrzehnt - könnte die Welt Bildung für jeden Studenten in Ländern mit niedrigem und niedrigem mittlerem Einkommen finanzieren, Kinderunterernährung weltweit beseitigen, die Anpassung an den Klimawandel in den Entwicklungsländern finanzieren und die internationale Gemeinschaft der Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) näher bringen, schätzt die UN.
„Die Neuausrichtung globaler Prioritäten ist nicht optional – es ist ein Imperativ für das Überleben der Menschheit", sagte der UN-Abrüstungschef Izumi Nakamitsu bei der Pressekonferenz.
„Nachhaltige Entwicklung ist in Gefahr"
Nur einer der fünf SDGs auf Kurs, Mr. Guterres betonte, dass „unser gemeinsames Versprechen einer nachhaltigen Entwicklung in Gefahr sei".Während mehr für Militärs ausgegeben wird, wird weniger für soziale Investitionen, Armutsbekämpfung, Bildung, Gesundheit, Umweltschutz und Infrastruktur ausgegeben - was den Fortschritt bei fast allen SDGs behindert und die UN-Charta, das Eckpfeilerdokument der Vereinten Nationen, untergräbt.
„Aber wir wissen, dass Entwicklung ein Motor für die Sicherheit und die multilaterale Entwicklungszusammenarbeit ist", sagte der stellvertretende Chef des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP), Haoliang Xu.
„Wenn sich das Leben der Menschen verbessert, wenn sie Zugang zu Bildung, Gesundheitswesen, wirtschaftlichen Möglichkeiten haben und wenn sie ein Leben von Würde und Selbstbestimmung führen können, werden wir mehr friedliche Gesellschaften und eine friedlichere Welt haben." (...)
------
siehe auch:
https://front.un-arm.org/Milex-SDG-Study/SG_Report_TheSecurityWeNeed.pdf
The Security We Need
Rebalancing Military Spending for a Sustainable and Peaceful Future
Report of the Secretary-General
2025
(...)
Seite 57ff:
7. Pathways to peace with sustainable development
(...)
——
13. Fabian-Scheidler: Friedenstüchtig - Wie wir aufhören können, unsere Feinde selbst zu schaffen
https://fabian-scheidler.de/friedenstuechtig/
Friedenstüchtig Wie wir aufhören können, unsere Feinde selbst zu schaffen
Promedia Verlag, Wien 2025, 224 Seiten
Print: € 20,00. ISBN: 978-3-85371-549-9. E-Book: € 14,99. ISBN: 978-3-85371-934-3
Seit Jahren bewegt sich die westliche Welt in Richtung eines permanenten Ausnahmezustandes. Auf jede neue Krise, auf jeden Konflikt reagiert die Politik mit drakonischen Maßnahmen und zunehmender Militarisierung.
In seinem neuen Buch warnt Fabian Scheidler, Autor des internationalen Bestsellers „Das Ende der Megamaschine", dass dieser Weg in eine Spirale von ökonomischem Niedergang, politischem Chaos und Krieg führt. Grundlegende demokratische und soziale Errungenschaften drohen einer als alternativlos dargestellten militärischen Logik geopfert zu werden. Der Wohlfahrtsstaat mutiert zum Kriegsstaat.
Scheidler deutet den Ausnahmezustand als Versuch, die sich zuspitzenden globalen Krisen autoritär zu beherrschen. Dabei zeigt er, wie die Feinde, die bekämpft werden sollen, zu einem großen Teil durch die Politik selbst geschaffen werden. Die Verweigerung von Diplomatie schafft Kriegsanlässe, so wie Anti-Terror-Kriege immer neue Terroristen hervorbringen.
Doch der Abstieg in die selbstzerstörerische Kriegslogik ist keineswegs alternativlos. Angesichts der Gefahren, die mit den weltpolitischen Umbrüchen, der Zerstörung der Biosphäre und der Aushöhlung der Demokratie verbunden sind, weist das Buch neue Wege zum Umgang mit den Herausforderungen unseres Jahrhunderts.
Westliche Gesellschaften müssen lernen, sich von ihrer jahrhundertelangen Politik der Dominanz zu verabschieden, um eine Kultur der Kooperation zu entwickeln.
Leseprobe mit Inhaltsverzeichnis:
https://fabian-scheidler.de/wp-content/uploads/sites/2/2025/08/Scheidler_Friedenstuechtig_IHVZ.pdf