Neue Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien sowie zum Thema Militarisierung in Deutschland

Gespeichert von Helmut Brinkma… am

 

Liebe Friedensinteressierte,

nachfolgend sende ich einige Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien sowie zum Thema Militarisierung in Deutschland - auch heute wieder einmal mit dem Hinweis, dass ich nicht mit allen Aussagen übereinstimme, die Artikel aber für relevant halte.

1. n tv: Ukraine Ticker 

2. SZ: Krieg in der Ukraine - „Trump überschätzt seine Macht" 

3. Handelsblatt: Treffen in Abu Dhabi - USA verhandeln offenbar geheim mit Russland und Ukraine 

4. Eurotopics: Krieg in der Ukraine: Wohin führen die Beratungen? 

5. Berl.Z.: US-Medien: Ukraine stimmt Friedensabkommen grundsätzlich zu – jetzt kommt es auf Trump und Selenskyj an 

6. AP-News: In Genf berichten Vertreter der USA und der Ukraine über Fortschritte bei der Beendigung des Krieges Russlands, bieten aber nur wenige Einzelheiten 

7. Länderanalysen: Bilderteil zur Analyse »Kunstausstellungen in russischen Museen über den Krieg gegen die Ukraine« 

8. Die Zeit: Ukrainischer Generalstabschef Andrij Hnatow: "Wir sind in diesem Kriegsjahr wirklich erschöpft" 

9. taz: Trumps „Friedensplan" - In großen Teilen schlecht, aber immerhin: ein Plan 

10. Tagesspiegel und Spiegel: 28 Punkte-Plan im Wortlaut 

11. Tagesspiegel: US-Militärs in Kiew: Washington bietet Selenskyj überraschend Sicherheitsgarantien nach Nato-Vorbild 

12. Berl. Z.: Warum Merz von den Ukraine-Verhandlungen wusste – und dennoch untätig blieb 

13. IPPNW: 28-Punkte-Plan zum Ukrainekrieg - Die Politik der militärischen Konfrontation muss endlich beendet werden

14. MPG: Gaza: Studie zeigt beispiellose Verluste an Menschenleben und Lebenserwartung 

15. IPG: Leben in der roten Zone - Der Trump-Plan spaltet den Gazastreifen und verstetigt das Elend – und der UN-Sicherheitsrat spielt mit.

16. Auswärtiges Amt: Putin richtet seinen Blick auf EU & NATO. 

17. YouTube/Der Spiegel: Schlittern wir in den Dritten Weltkrieg? Richard David Precht im Spitzengespräch 

18. Die Zeit: Bundeswehrübung: Feuergefecht im U-Bahn-Tunnel 

19. Auswärtiges Amt: Rede von Außenminister Wadephul bei der Vorstellung der neuen Friedensdenkschrift der EKD: „Welt in Unordnung – Wege zum Gerechten Frieden" 

20. Evangelische Friedensarbeit: Debatte über EKD-Friedenspapier: Wadephul vermisst Ukraine-Position

21. Zitate von Kurt Tucholský

22. Walter Wink, "Verwandlung der Mächte. Eine Theologie der Gewaltfreiheit".

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1. n tv: Ukraine Ticker

27.11.2025

https://www.n-tv.de/politik/23-35-Deutschland-und-EU-liefern-143-Generatoren-an-ukrainische-Kliniken-id30074283.html

17:14 Nato-Generalsekretär dämpft Hoffnung auf schnellen Frieden in der Ukraine Nato-Generalsekretär Mark Rutte dämpft die Hoffnung auf einen schnellen Frieden in der Ukraine. "Auf dem Weg zum Frieden sind wir noch längst nicht am Ziel", sagt Rutte in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland und der spanischen Zeitung "El Pais".

(...)

14:35 Wadephul: Erste Übereinkünfte zwischen Kiew und Moskau frühestens in der kommenden Woche Außenminister Johann Wadephul erwartet bei den laufendenFriedensbemühungen erste Basisübereinkünfte zwischen Russland und derUkraine "frühestens in der nächsten Woche". Dies sei Stufe eins in denVerhandlungen, sagt der CDU-Politiker nach einer Sitzung desAuswärtigen Ausschusses in Berlin. (...)

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2. SZ: Krieg in der Ukraine - „Trump überschätzt seine Macht"

https://www.sueddeutsche.de/politik/ukraine-krieg-28-punkte-plan-frieden-usa-interview-trump-li.3343962?reduced=true

Krieg in der Ukraine „Trump überschätzt seine Macht" 25. November 2025, 15:38 Uhr

Bringt der amerikanische Plan den Krieg in der Ukraine einem Ende näher?

Der Militäranalyst Franz-Stefan Gady ist skeptisch.

Europa müsse sich jetzt einer fundamentalen Frage stellen.

Interview: Sebastian Gierke

(...)

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3. Handelsblatt: Treffen in Abu Dhabi - USA verhandeln offenbar geheim mit Russland und Ukraine

https://www.handelsblatt.com/politik/international/treffen-in-abu-dhabi-usa-verhandeln-offenbar-geheim-mit-russland-und-ukraine/100177868.html

Treffen in Abu Dhabi USA verhandeln offenbar geheim mit Russland und Ukraine US-Staatssekretär Driscoll soll in Abu Dhabi laut einem Bericht mit beiden Konfliktparteien über einen Frieden sprechen. Selenskyj hat demnach einen seiner wichtigsten Männer entsendet.

25.11.2025 - 09:46 Uhr aktualisiert

Düsseldorf. Die USA führen offenbar Geheimgespräche mit der Ukraine und Russland, um den russischen Angriffskrieg zu beenden. Das berichtet die „Financial Times" am Dienstag.

Dan Driscoll, Staatssekretär im US-Verteidigungsministerium, soll deswegen nach Abu Dhabi gereist sein. Dort trifft er sich mit dem ukrainischen Militärgeheimdienstchef Kyrylo Budanov sowie einer russischen Delegation. (...)

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4. Eurotopics: Krieg in der Ukraine: Wohin führen die Beratungen?

https://www.eurotopics.net/de/348947/krieg-in-der-ukraine-wohin-fuehren-die-beratungen

25. November 2025 Krieg in der Ukraine: Wohin führen die Beratungen?

Auf mehreren Ebenen wird weiter über die Zukunft der Ukraine beraten. Der vom US-Präsidenten vorgelegte 28-Punkte-Plan wurde in Verhandlungen mit der Ukraine und europäischen Staaten abgeändert. Die entsprechenden Vorschläge aus Europa seien "völlig unkonstruktiv", hieß es am Montag aus Moskau. Unterdessen telefonierten auch Donald Trump und Xi Jinping zu dem Thema. Europas Presse sortiert die Interessenlage.

(...)

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5. Berl.Z.: US-Medien: Ukraine stimmt Friedensabkommen grundsätzlich zu – jetzt kommt es auf Trump und Selenskyj an

https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/us-medien-ukraine-stimmt-friedensabkommen-zu-li.10007355

"Kleinere Details zu klären"

US-Medien: Ukraine stimmt Friedensabkommen grundsätzlich zu – jetzt kommt es auf Trump und Selenskyj an

Die Ukraine soll mit dem US-Vorschlag weitgehend einverstanden sein.

US-Vertreter verhandeln in Abu Dhabi mit Russland.

Wie wird sich Russland verhalten?

Harald Neuber

25.11.2025

Laut einem US-Vertreter hat die ukrainische Regierung im Rahmen der jüngsten Friedensverhandlungen einem von der Trump-Regierung vermittelten Friedensabkommen grundsätzlich zugestimmt. Sollte sich diese Meldung erhärten, wäre der Grundstein für ein Ende des fast vierjährigen Krieges mit Russland gelegt. Quelle der Meldung ist der US-Sender CBS News, der sich auf einen Verhandlungsteilnehmer beruft. Auch CNN berichtet darüber. (...)

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siehe auch: https://edition.cnn.com/world/live-news/russia-ukraine-us-peace-plan-trump-11-25-25

https://www.cbsnews.com/news/ukraine-russia-war-peace-deal-trump-driscoll-abu-dhabi-talks-latest/

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6. AP-News: In Genf berichten Vertreter der USA und der Ukraine über Fortschritte bei der Beendigung des Krieges Russlands, bieten aber nur wenige Einzelheiten (in der angebotenen deutschen Übersetzung)

https://apnews.com/article/russia-ukraine-war-talks-geneva-peace-2dbc213db5f0b5972597c45c7401870f

Welt Nachrichten In Genf berichten Vertreter der USA und der Ukraine über Fortschritte bei der Beendigung des Krieges Russlands, bieten aber nur wenige Einzelheiten

Von MARK CARLSON, KATIE MARIE DAVIES und WILL WEISSERT

Aktualisiert 12:43 AM MEZ, 24. November 2025

GENF (AP) - Top-US-amerikanische und ukrainische Beamte sagten am Sonntag, sie hätten Fortschritte bei der Beendigung des Russland-Ukraine-Krieges gemacht, aber kaum Details geliefert, nachdem sie den amerikanischen Vorschlag zur Erreichung des Friedens diskutiert hatten, der bei vielen europäischen Verbündeten Washingtons Bedenken ausgelöst hat, dass der Plan für Moskau zu versöhnlich ist. (...)

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7. Länderanalysen: Bilderteil zur Analyse »Kunstausstellungen in russischen Museen über den Krieg gegen die Ukraine«

https://laender-analysen.de/russland-analysen/472/kunst-bilder-russland-museum-krieg-ukraine/?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=Russland-Analysen+472&newsletter=Russland-Analysen+472

Bilderteil zur Analyse »Kunstausstellungen in russischen Museen über den Krieg gegen die Ukraine«

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8. Die Zeit: Ukrainischer Generalstabschef Andrij Hnatow: "Wir sind in diesem Kriegsjahr wirklich erschöpft"

https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-11/andrij-hnatow-krieg-ukraine-stellungen-winter-rueckzug-drohne/komplettansicht

Ukrainischer Generalstabschef Andrij Hnatow: "Wir sind in diesem Kriegsjahr wirklich erschöpft" Soldaten an der Front sprechen von Chaos, Kommandeure beklagen Personalmangel.

Der ukrainische Generalstabschef Andrij Hnatow erklärt, wie sein Land dennoch weiterkämpft.

Interview: Olivia Kortas, Kyjiw

20. November 2025, 15:01 Uhr

Andrij Hnatow leitet seit März 2025 den Generalstab der Ukraine und ist damit der zweitranghöchste General nach dem Armeechef Oleksandr Syrskyj. Der Generalleutnant ist 45 Jahre alt und gilt damit als Vertreter einer neuen Generation.

(...)

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9. taz: Trumps „Friedensplan" - In großen Teilen schlecht, aber immerhin: ein Plan

https://taz.de/Trumps-Friedensplan/!6126581/

Trumps „Friedensplan" In großen Teilen schlecht, aber immerhin: ein Plan

Kommentar von Bernhard Clasen

Trump legt einen 28-Punkte-Plan für den Frieden in der Ukraine vor.

Jetzt müsste er nur noch angenommen werden. Kann er das?

21.11.2025. 18:21 Uhr (...)

Allen Beteiligten ist klar, dass der Trump-Plan nicht die Endfassung eines Friedensvertrages ist. Es muss nachgearbeitet werden. Dieses Nacharbeiten darf aber nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag andauern. Denn dieser Friedensvertrag ist die vorerst letzte Chance, ein Ende des Mordens zeitnah zu erreichen.

„Nichts über die Ukraine ohne die Ukraine" heißt es immer wieder. Dem ist zuzustimmen. Doch die Ukraine ist mehr als ihr Präsident, ihre Regierung oder ihr Parlament.

Über 300.000 Männer sind nach Angaben der ukrainischen Generalstaatsanwaltschaft fahnenflüchtig oder Deserteure. Über eine Million ukrainischer Männer leben derzeit im europäischen Ausland.

Ständig fahren junge Männer vor Erreichen des 22. Lebensjahres nach Europa, weil sie nicht in den Krieg wollen. All diese Männer haben abgestimmt, mit den Füßen. Und wer meint, alle in der Ukraine vertreten die Position der Regierung, verschließt absichtlich die Augen vor diesen Realitäten. (...)

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Bernhard Clasen

Journalist Jahrgang 1957, Ukraine-Korrespondent von taz und nd. 1980-1986 Russisch-Studium an der Universität Heidelberg. Gute Ukrainisch-Kenntnisse. Schreibt seit 1993 für die taz.

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10. Tagesspiegel und Spiegel: 28 Punkte-Plan im Wortlaut

https://www.tagesspiegel.de/internationales/neuer-friedensvorstoss-der-usa-das-ist-der-28-punkte-plan-fur-die-ukraine-im-wortlaut-14903711.html?icid=in-text-link_14904470

Dem Weißen Haus zufolge handelt es sich derzeit noch um ein „Arbeitsdokument".

Es hatte zuvor Bedenken wegen einer Begünstigung Moskaus zurückgewiesen und den Plan als „gut" bezeichnet. Das sind die 28 Punkte des Plans im Wortlaut – zentrale Stellen sind von der Redaktion gefettet: (...)

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siehe auch:

https://www.spiegel.de/ausland/russland-ukraine-krieg-das-sind-die-28-punkte-im-us-friedensplan-a-a57bd7d0-951a-4b27-abfe-d44231ad9a6f

Putins Angriffskrieg Das sind die 28 Punkte im US-Friedensplan für die Ukraine Die US-Regierung legt neue Vorschläge für ein Abkommen vor, um den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu beenden.

Der ganze Friedensplan im Überblick.

21.11.2025, 12.36 Uhr

(...)

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11. Tagesspiegel: US-Militärs in Kiew: Washington bietet Selenskyj überraschend Sicherheitsgarantien nach Nato-Vorbild

https://www.tagesspiegel.de/internationales/trumps-friedensplan-fur-die-ukraine-usa-bieten-selenskyj-uberraschend-sicherheitsgarantien-nach-nato-vorbild-14904470.html

US-Militärs in Kiew: Washington bietet Selenskyj überraschend Sicherheitsgarantien nach Nato-Vorbild

Die US-Regierung geht mit einem deutlich erweiterten Angebot für Sicherheitsgarantien auf Kiew zu.

Das soll den in vielen Teilen für die Ukraine harschen Friedensplan zustimmungsfähig machen.

Von Benjamin Reuter

Stand: 21.11.2025, 14.46 Uhr

Die US-Regierung geht mit einem deutlich erweiterten Angebot für Sicherheitsgarantien auf Kiew zu.

Das soll den in vielen Teilen für die Ukraine harschen Friedensplan zustimmungsfähig machen.

Von Benjamin Reuter Stand: 21.11.2025, 14.46 Uhr

Die Aufregung über den neuen Friedensplan der USA für die Ukraine ist noch groß (hier lesen Sie die 28 Punkte des Plans im Wortlaut), da macht Washington offenbar schon den nächsten Vorstoß, um den Ukraine-Krieg zu beenden. Einem Bericht des US-Nachrichtenportals „Axios" zufolge präsentierte eine US-Militärdelegation am Donnerstag in Kiew neben dem Friedensplan auch ein zweites Dokument.

Darin heißt es dem Bericht zufolge, dass jeder künftige „signifikante, vorsätzliche und anhaltende bewaffnete Angriff" Russlands auf die Ukraine „als Angriff auf den Frieden und die Sicherheit der transatlantischen Gemeinschaft angesehen wird". Weiterhin wollen die USA und ihre Verbündeten im Falle eines Angriffs entsprechend reagieren, auch mit militärischer Gewalt. (...)

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siehe auch:

https://www.axios.com/2025/11/21/ukraine-security-guarantee-nato-article-5-trump

(in der angebotenen deutschen Übersetzung)

20. Nov., 2025 - Welt Trump-Friedensplan für die Ukraine beinhaltet Sicherheitsgarantie nach NATO-Stil Barak Ravid Präsident Trumps Friedensplan für die Ukraine enthält eine Sicherheitsgarantie nach dem Vorbild des NATO-Artikels 5, die die USA und die europäischen Verbündeten verpflichten würde, einen Angriff auf die Ukraine als Angriff auf die gesamte "transatlantische Gemeinschaft" zu behandeln, so ein Entwurf, der von Axios erhalten wurde.

Warum es wichtig ist: Trumps Plan verlangt schmerzhafte Zugeständnisse von der Ukraine, aber er beinhaltet auch ein beispielloses Versprechen. Präsident Wolodymyr Selenskyjs oberstes Ziel bei Friedensgesprächen ist es, eine robuste US-amerikanische und europäische Sicherheitsgarantie zu erhalten, und dies ist das erste Mal, dass Trump bereit ist, eine auf den Tisch zu legen. (...)

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12. Berl. Z.: Warum Merz von den Ukraine-Verhandlungen wusste – und dennoch untätig blieb

https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/panik-in-berlin-hat-merz-ukraine-verhandlungen-verpennt-li.10006798

Kanzler ignorierte Geheimpapier Warum Merz von den Ukraine-Verhandlungen wusste – und dennoch untätig blieb

Europa verfällt in Panik, weil Washington, Kiew und Moskau im Geheimen über einen Frieden verhandeln.

Doch Merz wusste seit längerem von den Gesprächen. Warum hat er nicht reagiert?

Alexander Dergay

22.11.2025, 11:53 Uhr

Nach einem ersten Schreckmoment gab sich das Kanzleramt überrascht. Man habe keine Kenntnis von amerikanisch-russischen Gesprächen über einen Ukraine-Friedensplan, sagte Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) am Dienstag. Die Aussagen des wichtigen US-Sondergesandten Steve Witkoff seien „durchaus verstörend", erklärt er bei RTL und ntv.

Es mutete an, „als ob Putin damit Kriegsziele erreichen könnte, die er auf dem Schlachtfeld nicht erreicht hat". Auch Wadephul versichert, die Bundesregierung sei über den 28-Punkte-Plan nicht „gebrieft worden".

Die Fakten sprechen allerdings eine andere Sprache: Der Berliner Zeitung liegen übereinstimmende Berichte vor, wonach das Kanzleramt bereits am 4. November über den Friedensplan informiert wurde. Sicherheitskreise, die den Kanzler und seinen Stab in geopolitischen Angelegenheiten beraten, sollen sogar schon am 29. Oktober Bescheid gewusst haben. (...)

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siehe auch:

https://www.dw.com/de/bundeskanzler-friedrich-merz-ukraine-frieden-kapitulation-europa-bundestag-russland-krieg/a-74903987

Kanzler Merz: Kein Frieden durch Kapitulation in der Ukraine Jens Thurau

vor 18 Stunden

In der Generaldebatte des Bundestages warnt Bundeskanzler Friedrich Merz vor einem

Ukraine-Friedenschluss ohne Europa. Die oppositionelle AfD zeichnet ein düsteres Deutschland-Bild.

und:

https://www.zeit.de/2025/50/krieg-ukraine-russland-verhandlungen-usa-europa Ukraine-Verhandlungen: Fliegt dieser Frieden? Bei den Verhandlungen über ein Ende des Kriegs in der Ukraine geht es den USA und Russland auch darum, ihre Einflusssphären abzustecken.

In den Augen von Trump und Putin stören die Europäer dabei nur.

Von Jörg Lau, Dr. Anna Sauerbrey und Michael Thumann

Aus der ZEIT Nr. 50/2025 26. November 2025

Also gibt es so etwas wie einen Plan für die Beendigung des Krieges in der Ukraine: Die Russen bekämen einen Teil der eroberten Gebiete, die Ukrainer Sicherheitsgarantien.

Er ist das Ergebnis einer beispiellosen diplomatischen Notoperation, mit der die Europäer einen Vorschlag der Amerikaner umgeschrieben haben, bei ständiger Änderung der Lage. Aus 28 Punkten wurden ein paar weniger und die - aus europäischer Sicht - weitreichendsten Zugeständnisse an Wladimir Putin tauchen nicht mehr auf.

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13. IPPNW: 28-Punkte-Plan zum Ukrainekrieg - Die Politik der militärischen Konfrontation muss endlich beendet werden

https://www.ippnw.de/frieden/konflikte-kriege/artikel/de/28-punkte-plan-zum-ukrainekrieg.html

IPPNW-Pressemitteilung vom 21.11.2025 28-Punkte-Plan zum Ukrainekrieg Die Politik der militärischen Konfrontation muss endlich beendet werden

21.11.2025. Die Friedensorganisation IPPNW sieht den US-Plan zu Beendigung des Ukrainekrieges als Grundlage zu Verhandlungen für einen Waffenstillstand in der Ukraine, damit das Töten, das unermessliche Leid und die Zerstörung endlich ein Ende haben.

Allerdings bleibt abzuwarten, ob der einseitig diktierte Vorschlag der US- Regierung zu direkten Gesprächen zwischen den Kriegsparteien führen wird.

Für eine nachhaltige tragfähige Friedenslösung ist die Beteiligung der Ukraine und Europas sowie der Vereinten Nationen notwendig. Es braucht UN-Sicherheitsgarantien für die Ukraine statt US-Sicherheitsgarantien, es braucht Aufarbeitung von Kriegsverbrechen und Versöhnung statt Amnestie.

Ein wichtiger Punkt des US-Plans ist der Vorschlag zur Verlängerung der START-Verträge zur Reduzierung und Begrenzung strategischer Trägersysteme und nuklearer Sprengköpfe, der nächstes Jahr im Frühjahr ausläuft.

Für die Sicherheit in der Bundesrepublik und in Europa muss es darüber hinausgehende Vereinbarungen zwischen den USA und Russland zur Rüstungskontrolle geben. Die Bundesregierung sollte sich im Verhandlungsprozess dafür einsetzen.

Der gegenseitige Verzicht auf die Stationierung von Mittelstreckenwaffen sowohl in Deutschland als auch in Belarus und Kaliningrad könnte ein Ergebnis von weiteren Verhandlungen sein, um die Gefahr einer militärischen Eskalation in Europa zu reduzieren.

Mit den ab 2026 geplanten Marschflugkörpern, Raketen und Hyperschallwaffen in Deutschland sollen erstmals seit 1991 wieder Mittelstreckenwaffen auf deutschem Boden stationiert werden, die Ziele weit in Russland treffen können.

Die Bundesregierung plant zudem den Kauf des mobilen Startsystems „Typhon", von dem Mittelstreckenwaffen mit einer Reichweite von über 1.600 Kilometern gestartet werden. Damit wären konventionelle Angriffe auf die russische militärische Infrastruktur und das russische Frühwarnsystem möglich.

„Die Politik der Konfrontation ist hochgefährlich und muss nun endlich beendet werden. Sie setzt unsere Sicherheit aufs Spiel. Die Bundesregierung und die EU müssen in der Ukrainepolitik nun endlich einen Strategiewechsel vollziehen.

Jetzt rächt sich, dass die EU und die Bundesregierung in den vergangenen Jahren weder diplomatische Initiativen anderer Staaten unterstützt haben noch eigene diplomatische Initiativen eingebracht haben. Die Realität ist, dass Waffenstillstand und Frieden in der Ukraine von keiner der beiden Kriegsparteien mit militärischen Mitteln zu erreichen ist.

Deshalb braucht es Diplomatie und Verhandlungen für einen Waffenstillstand", so die IPPNW-Vorsitzende Dr. Angelika Claußen.

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14. MPG: Gaza: Studie zeigt beispiellose Verluste an Menschenleben und Lebenserwartung

https://www.mpg.de/25776334/1125-defo-gaza-studie-zeigt-beispiellose-verluste-an-menschenleben-und-lebenserwartung-154642-x

Gaza: Studie zeigt beispiellose Verluste an Menschenleben und Lebenserwartung

Forschende haben die Opferzahlen des anhaltenden Konflikts mithilfe eines statistischen Modells analysiert, das Datenunsicherheiten berücksichtigt

25. November 2025

Auf den Punkt:

Steigende Todeszahlen: Eine Studie des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung (MPIDR) und des Centre for Demographic Studies (CED) hat die Auswirkungen des Konflikts in Gaza auf die Sterblichkeit untersucht.

Lebenserwartung stark gesunken: Die Lebenserwartung in Gaza ist im Jahr 2024 auf weniger als die Hälfte des ohne Krieg zu erwartenden Niveaus gefallen.

Datenanalyse: Forschende des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung und des Centre for Demographic Studies nutzen ein statistisches Modell, das die großen Unsicherheiten auf Grund der geringen Datenverfügbarkeit berücksichtigt.

Ein Team des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung (MPIDR) und des Centre for Demographic Studies (CED) hat die Auswirkungen des Konflikts in Gaza auf die Sterblichkeit untersucht. Sie schätzen, dass zwischen dem 7. Oktober 2023 und dem 31. Dezember 2024 78.318 (70.614 – 87.504) Menschen in Gaza getötet wurden.

Infolgedessen sank die Lebenserwartung in Gaza im Jahr 2024 auf weniger als die Hälfte des ohne Krieg zu erwartenden Niveaus. Eine Aktualisierung ihrer Analyse, die nach der Veröffentlichung der Studie erstellt wurde, ergab, dass die Zahl der gewaltsamen Todesfälle derzeit wahrscheinlich 100.000 übersteigt. (...)

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15. IPG: Leben in der roten Zone - Der Trump-Plan spaltet den Gazastreifen und verstetigt das Elend – und der UN-Sicherheitsrat spielt mit.

https://www.ipg-journal.de/regionen/naher-osten/artikel/leben-in-der-roten-zone-8691/?utm_campaign=de_40_20251120&utm_medium=email&utm_source=newsletter

Naher Osten/Nordafrika

20.11.2025

René Wildangel

Leben in der roten Zone Der Trump-Plan spaltet den Gazastreifen und verstetigt das Elend – und der UN-Sicherheitsrat spielt mit. Mitte Oktober stellte Donald Trump mit großem Pomp seinen „Friedensplan" vor. Doch selbst dessen erste Stufe, der „Waffenstillstand" im Gazakonflikt, verdient diesen Namen kaum. Bei nahezu täglichen israelischen Angriffen wurden bereits über 260 Palästinenser getötet, viele davon an der „gelben Linie", mit der die israelische Armee ihre Besatzungszone markiert hat.

Zwar sind das deutlich weniger Opfer als zuvor, doch vorbei sind die Angriffe nicht. Die nun beschlossene UN-Sicherheitsrats-Resolution 2803 soll zur Stabilisierung beitragen, liefert jedoch ebenso wenig Antworten auf zentrale Fragen wie Trumps Plan. Zudem drohen die faktische Aufteilung Gazas und neu geschaffene Parallelstrukturen in eine gefährliche Sackgasse zu führen. (...)

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16. Auswärtiges Amt: Putin richtet seinen Blick auf EU & NATO.

https://x.com/AuswaertigesAmt/status/1993340841084305814

Auswärtiges Amt Putin richtet seinen Blick auf EU & NATO. Unsere Nachrichtendienste sagen uns eindringlich: Mindestens schafft sich Russland die Option auf einen Krieg gegen die NATO bis spätestens 2029. Wir müssen gemeinsam mit unseren Partnern und Alliierten Russland abschrecken.

@AussenMinDE

4:27 nachm. · 25. Nov. 2025. 157.329. Mal angezeigt

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17. YouTube/Der Spiegel: Schlittern wir in den Dritten Weltkrieg? Richard David Precht im Spitzengespräch 

https://www.youtube.com/watch?v=tRuCpUKNewg

Schlittern wir in den Dritten Weltkrieg? Richard David Precht im Spitzengespräch | DER SPIEGEL Premiere am 09.04.2025

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18. Die Zeit: Bundeswehrübung: Feuergefecht im U-Bahn-Tunnel

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2025-11/bundeswehr-uebung-hauserkampf-berlin-hauptstadt/komplettansicht

Bundeswehrübung: Feuergefecht im U-Bahn-Tunnel

Gewehrsalven dröhnen, Verwundete schreien: Die Bundeswehr übt den Kampf gegen Separatisten. Anschläge auf die Bahn in Polen zeigen, wie realistisch das Szenario ist.

Von Dr. Hauke Friederichs

19. November 2025, 14:25 Uhr Vermummte Soldaten rennen eine Treppe hinunter, auf einen Bahnsteig und weiter in einen Tunnel hinein. Sie sind mit Sturmgewehren bewaffnet, einer trägt ein Maschinengewehr. Schreie sind zu hören, das Rattern automatischer Waffen hallt aus dem Tunnel. Die Soldaten sollen die Lage in dem Tunnel aufklären, mögliche Angreifer zurückdrängen oder gefangen nehmen. (...)

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19. Auswärtiges Amt: Rede von Außenminister Wadephul bei der Vorstellung der neuen Friedensdenkschrift der EKD: „Welt in Unordnung – Wege zum Gerechten Frieden"

https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/2743454-2743454

Rede von Außenminister Wadephul bei der Vorstellung der neuen Friedensdenkschrift der EKD: „Welt in Unordnung – Wege zum Gerechten Frieden"

13.11.2025 - Rede

„Ist der Friede noch zu retten?"

Diese Frage haben Sie mir für meine heutige Rede gestellt.

Eine drastische Frage. Eine beunruhigende Frage.

Eine Frage, die uns noch vor wenigen Jahren kaum so über die Lippen gekommen wäre.

Aber auch eine Frage, die ich gleich zu Anfang mit „ja" beantworten möchte.

Also: der Frieden ist noch zu retten! (...)

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20. Evangelische Friedensarbeit: Debatte über EKD-Friedenspapier: Wadephul vermisst Ukraine-Position

https://www.evangelische-friedensarbeit.de/epd-meldungen/debatte-ueber-ekd-friedenspapier-wadephul-vermisst-ukraine-position

Debatte über EKD-Friedenspapier: Wadephul vermisst Ukraine-Position

Corinna Buschow (epd) 14.11.2025 Wadephul sagte, die Voraussetzungen für rechtserhaltende Gewalt seien in der Ukraine „klar" erfüllt. Die EKD-Ratsvorsitzende Kirsten Fehrs entgegnete, die Denkschrift leiste aus guten Gründen keine Kommentierung und Einordnung der konkreten Situation, weil sie über die aktuellen Konflikte hinaus Bestand haben solle.

Das Papier wurde am Donnerstag mit den Autorinnen und Autoren sowie weiteren Experten diskutiert. Wadephuls Impulsrede stand unter der Frage „Ist der Friede noch zu retten?", die er mit „Ja" beantwortete. (...)

Position zu Atomwaffen in EKD-Papier bleibt umstritten

Für Diskussionen sorgt weiter die Position des EKD-Friedenspapiers zur nuklearen Abschreckung. Die EKD bleibt bei der Ächtung von Atomwaffen, gesteht aber zu, dass ein Verzicht ein Risiko für Staaten sei.

Der Teil sei für ihn „schockierend", sagte der Berliner Philosoph Olaf Müller. Anders als im Kalten Krieg sei der Westen heute bei konventionellen Waffen überlegen, daher trage das Argument eines eventuell nötigen nuklearen Erstschlags nicht mehr.

Die Position der EKD sei an der Stelle „erschreckend nah an der Nato-Doktrin", sagte Müller. Gerlinde Niehus, bis 2024 tätig bei der Nato, sagte, die Politik der Nato sei im Hinblick auf atomare Abschreckung tatsächlich ähnlich.

Fehrs stellte dagegen heraus, EKD-Position bleibe, dass atomare Waffen weltweit abgeschafft gehörten. Bei der Vorstellung der Denkschrift am Montag hatte auch der EKD-Friedensbeauftragte Friedrich Kramer explizit bei der Position zu Atomwaffen Kritik an dem Friedenspapier formuliert.

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21. Zitate von Kurt Tucholský

https://beruhmte-zitate.de/autoren/kurt-tucholsky/

„Heimlich zugebend, daß die Bergpredigt für ihn nicht gelte, daß die vom Individuum geforderte Moral für ihn nicht gelte, daß die einfachsten altruistischen Gebote für ihn nicht gelten, will er [der Staat] Gott verdrängen und sich an seine Stelle setzen."

- Kurt Tucholský

Kapitel Der Beichtzettel http://www.textlog.de/tucholsky-beichtzettel.html , S. 9 Ein Pyrenäenbuch (1927)

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„„Ich mag mich nicht gern mit der Kirche auseinandersetzen; es hat ja keinen Sinn, mit einer Anschauungsweise zu diskutieren, die sich strafrechtlich hat schützen lassen."

— Kurt Tucholský

„Schnipsel", 1973, S. 129 Schnipsel „Ich mag mich nicht gern mit der Kirche auseinandersetzen; es hat ja keinen Sinn, mit einer Anschauungsweise zu diskutieren, die sich strafrechtlich hat schützen lassen." Kurt Tucholský

Quelle: https://beruhmte-zitate.de/autoren/kurt-tucholsky/

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„Jede Glorifizierung eines Menschen, der im Kriege getötet worden ist, bedeutet drei Tote im nächsten Krieg."

- Kurt Tucholský

„Schnipsel", 1973, S. 112 Schnipsel

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„Die Grausamkeit der meisten Menschen ist Phantasielosigkeit und ihre Brutalität Ignoranz."

- Kurt Tucholský

"Horizontaler und vertikaler Journalismus", in: "Die Weltbühne", 13. Januar 1925, S. 49 Die Weltbühne „Jede Glorifizierung eines Menschen, der im Kriege getötet worden ist, bedeutet drei Tote im nächsten Krieg." Kurt Tucholský

Quelle: https://beruhmte-zitate.de/autoren/kurt-tucholsky

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https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Tucholsky

Kurt Tucholsky (* 9. Januar 1890 in Berlin; † 21. Dezember 1935 in Göteborg) war ein deutscher Schriftsteller, der zu den bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik zählte.

Er veröffentlichte auch unter den Pseudonymen Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel. (...)

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Den folgenden Text schrieb Kurt Tucholsky am 3.8.1920 unter dem Namen Ignaz Wrobel:

https://www.textlog.de/tucholsky/glossen-essays/rausch-suff-und-katzenjammer

Kurt Tucholsky Rausch, Suff und Katzenjammer (...)

Der große und zum Glück erfolglose Bittgottesdienst, den Wilhelm, kniend inmitten seiner Truppen, auf dem Schloßplatz zelebrierte, war für ihn durchaus keine Komödie.

Er glaubte daran, wie er an die Pickelhaube und damit an sich selbst glaubte.

Es gab eine Kommißfrömmigkeit, von der vor allem die Pfaffen befallen wurden, und obgleich nach unserem guten alten Dogma Religion Privatsache ist, muß doch gesagt werden, dass es kaum etwas Widerwärtigeres gab, als die maßlose Dummheit (zur Verlogenheit langte es kaum), mit der die Priester aller drei Konfessionen ihre Bibeln so lange drehten und wendeten, bis unten der Spruch herausfiel: »Du sollst töten«.

(...)

Schämen sich die Deutschen der Erinnerung? Schämen nicht! Sie denken nur nicht daran, weil man ja unangenehme Lagen seines Lebens leichter zu vergessen geneigt ist, als die schönen Tage. Sie schämen sich nicht.

Die braven Kriegervereinler denken nur nicht immer an die Zeit, wo sie – es war im September 1914 – Balkonplätze für den Einzug Kaiser Wilhelms des Zweiten Unter den Linden durch Zeitungsinserat suchten und ausboten ...

Lehre? – Nie wieder Krieg. Mittel? – Den Heeresdienst auch dann zu verweigern, wenn ihn ein Gesetz vorschreibt. Beginn des Kampfes gegen den Kampf? – Heute. (...)

Ignaz Wrobel

Freiheit, 03.08.1920.

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22. Walter Wink, "Verwandlung der Mächte. Eine Theologie der Gewaltfreiheit". Regensburg 2014, 166 S.

Unter der Überschrift "Nicht zu dem werden, was wir hassen", schreibt der Autor auf S. 109f:

"'Wer mit Ungeheuern kämpft', warnt der Philosoph Friedrich Nietzsche, 'mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird'. (...)

'Man wird immer zu dem, was man am stärksten bekämpft', schrieb Carl Gustav Jung. (...)

Miroslav Volf beschreibt es so: '(...) Den Menschen, die antraten, um gegen die brutalen Angreifer zu kämpfen, ging es um Selbstverteidigung und Gerechtigkeit, aber die Bestie in den anderen hat auch die Bestie in ihnen geweckt. Und so wurden die Schranken, die sie unter Kontrolle hielten, gebrochen, und die Bestie begann, auf Rache zu sinnen. Beim Widerstand gegen das Böse gerieten die Menschen in seine Falle'.

'Die größte Schwäche der Gewalt', bemerkt Martin Luther King, ' ist, dass sie in eine Abwärtsspirale führt, die genau das, was sie zerstören will, erzeugt'."

Auf Seite 111 schreibt Walter Wink Sätze, die Menschen in der Friedens- und Solidaritätsbewegung zur Selbstreflexion dienen können:

"Ich vermute, dass jede Ungerechtigkeit, die uns tief bewegt, auf irgendeine Weise unsere eigenen, persönlichen Wunden wieder öffnet. Es geschieht eine doppelte Bewegung der Projektion und der Introjektion:

Wir projizieren das Böse in unserem Inneren in die Außenwelt und das Böse, das wir in der Welt sehen, in unsere eigene Psyche hinein. Der Widerstand gegen das Böse verbindet sich auf diese Weise in unserem Inneren mit dem, was in der eigenen Psyche, dem zurückgewiesenen, äußeren Übel ähnelt. Der Widerstand selbst nährt den inneren Schatten.

Die Verbissenheit unseres Widerstands kann darauf hinweisen, dass ein Teil unseres Selbst das Verhalten, dem wir uns entgegen stellen, nachahmen möchte.

Wie oft habe ich Menschen sagen hören, dass die größte Gewalt, die sie selbst erlebt haben, von Kollegen in der Friedensbewegung kam!

Manchmal finden Menschen Friedensfragen deswegen anziehend, weil sie eigene innere Gewaltneigungen bekämpfen, die sie auf den 'Feind' projiziert haben. Wo auch immer sein Ursprung liegen mag, dieser vernachlässigte Schatten kann sich in boshafter Sprache und böswilligen Handlungen äußern, die andere gefährden und der Sache schaden.

Manche von uns, die sich für soziale Gerechtigkeit engagieren, sind gegenüber dem, was in der eigenen Psyche geschieht, ungeheuer naiv.

Oft finden wir im Widerstand gegen das Böse unsere Identität. Auf diese Weise können wir dann mit uns selbst zufrieden sein: Schließlich müssen wir doch, wenn wir uns gegen das Böse stellen, selber gut sein. (...)

Die Tatsache, dass der Widerstand gegen gesellschaftliche Übel das Böse in der eigenen Seele entfacht, darf nicht dazu führen, dass wir die äußeren Kämpfe vermeiden. Diese Kämpfe sind vielleicht die einzige Möglichkeit, die innere, spirituelle Arbeit zu entdecken, die unser Schicksal von uns verlangt." (...)