Uli Sonn ist am 27. Dezember nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt verstorben.
Davorka hat ihre persönlichen Erinnerungen an Uli in Worte gefasst. Wir veröffentlichen sie hier im Wortlaut:
Liebe Friedensfreund*innen,
am 27.12. ist Uli Sonn nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt gestorben. Heute, 7.1., ist die Trauerfeier und Beerdigung. Clemens wird, als ehemaliger Kollege, auch für den Versöhnungsbund sprechen.
Ich habe Uli 1984 kennengelernt, als er eine Reise in die USA für die GIB und den Versöhnungsbund organisiert hatte. Wir haben damals Vorträge über die bundesdeutsche Friedensbewegung gehalten, Organisationen in den USA kennengelernt, die das Andere Amerika repräsentiert haben. Uli hatte das Programm wunderbar zusammengestellt.
Diese Reise hat in meinem Leben eine sehr große Wirkung entfaltet. Unter anderem bin ich Mitglied im Versöhnungsbund geworden und bin Uli bei den Jahrestagungen immer wieder begegnet. 2010 waren wir zusammen beim alle vier Jahre stattfindenden Council des Internationalen Versöhnungsbundes in den Niederlanden. Ich bin dort zur Vizepräsidentin von IFOR gewählt worden, später Präsidentin, habe mich insgesamt acht Jahre in der internationalen Arbeit engagiert. Immer wieder begegnete mir Uli auch dort. Ohne ihn und sein Engagement für Frieden wäre das alles nicht geworden.
Ich erinnere ihn in den 1980er Jahren, in seinen afrikanischen Hemden, fröhlich, engagiert, mit dem Käfer voller afrikanischer Waren, die er verkauft hat. Später wurden die Hemden gedeckter und der Theologe in ihm kam wieder deutlicher heraus. Und immer seine Geige dabei. Die Beiträge in den Diskussionen waren mir wichtig, er brachte die Perspektiven aus der internationalen Arbeit ein. Das ist beim VB nicht bei allen so stringent gewesen. Er war für mich einer mit einer klaren Haltung, ohne Dogma, mit einer selbstverständlichen Menschlichkeit. Gerade in den letzten Jahren so wohltuend.
Ich werde ihn sehr vermissen, seinen Humor, die Musik, die Energie, trotzdem die letzten Jahre nicht leicht waren für ihn.
Ein Freund für Frieden und Gerechtigkeit, Mitmenschlichkeit, zivilen Mut, von dem wir Abschied nehmen müssen. Présente!
Mit traurigen Grüßen
Davorka
Davorkas Worte zeichnen das Bild eines Menschen, der viele Wege berührt hat.
Am 28. Februar 2026 um 15 Uhr wird in der Kirche in Berlin-Dahlem (gegenüber dem Martin-Niemöller-Haus) eine weitere Trauerfeier stattfinden. Dort besteht die Möglichkeit, noch einmal gemeinsam Abschied zu nehmen.