Auf das Herz Afrikas geschaut - Unsere Jahrestagung 2003

Gespeichert von Webmaster am Fr., 10.10.2003 - 17:57
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Dieses Mal fand die Jahrestagung des VBs auf der Tagungsstätte Haus Venusberg in Bonn zu einer für uns ungewöhnlichen Jahreszeit statt: Wegen des Ökumenischen Kirchentages in Berlin zu Christi Himmelfahrt hatte der Vorstand die Tagung vorausschauend auf Anfang Oktober verlegt. Wer den schönen, alten Buchenwald der Tagungsstätte bisher nur im Frühlingsgrün kannte, durfte sich jetzt an den beginnenden Herbstfarben erfreuen: Bei einem Spaziergang in den Tagungspausen oder auch draußen am Samstagnachmittag bei den fröhlichen Kommunikations- und Gruppenspielen für alle Alter.

Dieses Mal fanden gut 200 Erwachsene und Jugendliche und rund 40 Kinder zur Tagung “Zwischen Untergang und Aufbruch – Gewalt und ihre Überwindung im Herzen Afrikas” vom 2. bis 5. Oktober den Weg nach Bonn. Die Tagung folgte dem inzwischen traditionellen Ablauf mit einem Vortrag am Eröffnungsabend und einem Impuls – dieses Mal eine Podiumsdiskussion – am Freitagmorgen, bevor es bis Samstag in die verschiedenen Arbeits- und Diskussionsgruppen ging.

Mit seiner Jahrestagung zum Schwerpunkt Afrika bot der Versöhnungsbund Informationen zu den politischen Problemen Afrikas und wollte Handlungsoptionen in Bezug auf ein friedens- und entwicklungspolitisches Engagement aufzeigen. Dabei sollte die Begegnung mit teilnehmenden AfrikanerInnen, afrikanischer Kultur und Lebensweise nicht zu kurz kommen. Die Tagung stand unter drei Leitfragen: Was können und sollten wir in Bezug auf Afrika tun? Was können und sollten wir von Afrika lernen? Wie könnten die Inhalte einer deutschen Afrikapolitik aussehen?

Die Tagung richtete sich natürlich auch an Mitglieder des Versöhnungsbundes, aber die Mehrheit der Teilnehmenden waren keine Mitglieder: In Deutschland und Europa lebende AfrikanerInnen, VertreterInnen von in Deutschland zu Afrika arbeitenden Gruppen und Organisationen, andere MultiplikatorInnen für die örtliche Arbeit in Basisgruppen und Kirchengemeinden – sowie interessierte Einzelpersonen.

Dem ersten Teil der ordentlichen Mitgliederversammlung (Berichte des Vorstandes, der Referenten, der Geschäftsstelle sowie der Finanzbericht 2002 und die Entlastung des Vorstandes) am Donnerstag folgte die Eröffnung der Tagung durch unseren Vorsitzenden Ullrich Hahn (der Text der Rede findet sich in unserem Rundbrief VERSÖHNUNG in der Ausgabe 4/2003). Damit die “neuen” und die “alten” TeilnehmerInnen der Jahrestagung sich über ihre Erwartungen und Erfahrungen austauschen und einander kennenlernen konnten, trafen sie sich je einmal am Donnerstag und Samstag in den “Mosaikgruppen”.

Den diesjährigen Vortrag am Donnerstagabend mit dem Titel “Kultur und Weltbild der Menschen in Zentralafrika” hielt Prof. Dr. Josef Franz Thiel, langjähriger Direktor des Leipziger Völkerkundemuseums. Sein Vortrag ist in ganzer Länge nachzulesen in der als Dokumentation zur Jahrestagung 2003 erschienenen Ausgabe der “gewaltfreien aktion”.

Am Freitagmorgen konkretisierte die Podiumsdiskussion die politische Situation in Zentralafrika. Der Freitag gehörte danach ganz den insgesamt 11 Arbeitsgruppen. Auch die Gesprächsbeiträge der Podiumsdiskussion und die eingereichten Protokolle der Arbeitsgruppen werden in der kommenden “gewaltfreien aktion” dokumentiert.

Der Freitagabend war den Mitgliedern des Versöhnungsbundes vorbehalten, die an vielen Stellen für die Sache der Gewaltfreiheit tätig sind und davon berichten wollten. Bei “Aktuelles aus der Friedensarbeit” war von diesen vielfältigen Tätigkeiten zu erfahren, die manchmal auch der VERSÖHNUNG gemeldet werden oder aber ganz im Stillen geschehen.

Der Samstagvormittag gehörte noch einmal den Arbeitsgruppen zum Abschluß und zur Auswertung. Der Samstagnachmittag stand dann wieder für die Arbeit in Gruppen zur Verfügung, deren thematische Inhalte den Versöhnungsbund fortlaufend bewegen (Aktuelle Beispiele der Friedensarbeit, Freiwilligendienste, Religiöser Anarchismus, Projekt Einfühlsam Zuhören, Indischer Subkontinent, Christusglaube in Afrika, Begegnung mit dem Islam, Erziehung ohne Strafe, Israel/Palästina, Jugend-Friedensarbeit – soweit eingereicht, werden die Protokolle in der kommenden Ausgabe der “gewaltfreien aktion” dokumentiert).

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Der gemeinsame Gottesdienst nach kongolesischem Ritus mit dem Bondeko-Chor in der schlichten Kirche, das afrikanische Fest im großen Saal mit Trommelgruppe und akrobatischen Einlagen sowie die anschließende Tanzparty bis in die Nacht ließen die Tagung wortwörtlich ausklingen.

Im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung am Sonntag standen die Genehmigung des Finanzvoranschlages 2003 sowie die während der Tagung zu Papier gebrachten Anträge.

Zwei Beschlüsse der Mitgliederversammlung seien hier erwähnt: Zum einen die Erklärung des Versöhnungsbundes für die im Jahr 2004 geplante, internationale Konferenz zur Region der großen Seen von der Bundesregierung aktive und substantielle Unterstützung zu fordern sowie die Unterstützung des Versöhnungsbundes für die Mainzer Erklärung vom Novemer 2002 zu Zentralafrika. (Die Erklärung wird in der o.g. “gewaltfreien aktion” abgedruckt werden.)

Zum anderen wurde der Finanzplan 2003 angenommen, der durch den finanziellen Einsatz für die geschaffenen Arbeitsplätze recht eng ist.

Der besondere Dank unseres Vorsitzenden ging an Andreas Schillo und Heinz Rothenpieler, die mit ihrem Antrag im Jahr 2002 diese gelungene Tagung überhaupt erst “ins Rollen gebracht” und sich umfangreich an der inhaltlichen Vorbereitung beteiligt hatten.

Ebenso ging ein Dank an die jungen Frauen und Männer der Kinderbetreuung sowie an Holger Klee als Geschäftsführer stellvertretend für die Geschäftsstelle für die organisatorische Vorbereitung dieser Tagung.

Schließlich galt der Dank auch den finanziellen Förderern der Tagung, ohne deren Engagement es nicht möglich gewesen wäre, ein solch vielseitiges und anspruchsvolles Angebot zu einem für die meisten Menschen vertretbaren Preis zu machen:

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