Kriege - Klimakatastrophe - Atomwaffen

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Foto von Abu Zakaria, Wiehl

Beitrag von Matthias Engelke zu einer Friedensfeier in Wiehl anlässlich des Antikriegstages

Wir leben in einer Dreifachkrise:

Kriege - Klimakatastrophe - Atomwaffen.

Es ist eine globale Zivilisationskrise (Peter Bürger, Düsseldorf): Alles drei auf einmal ist nicht zu bewältigen.
Das reißt auch den Kapitalismus in den Abgrund, gleich ob als Kapitalismus der Privatwirtschaft - wie im Westen - oder als Staatskapitalismus - wie in Russland und China. Das Mittel, mit dem der Kapitalismus bislang bei solchen Krisen stets neu anfängt, ist Krieg: Ground Zero – und damit unermessliches Leid für Viele und unermesslicher Profit für Wenige.

Jedesmal hat dabei der Nationalismus die Menschen in den Kriegssog gezogen. Dabei ist die andere ausschließende Liebe zur eigenen Nation Hass gegen die Menschheit. Nur diesmal sprengt diese Zivilisationskrise den bisherigen Rahmen.

Dabei steht jede und jeder vor der Aufgabe, die Menschlichkeit zu bewahren: Seine Menschlichkeit zu bewahren gegenüber den Freunden – das beinhaltet auch die Tapferkeit gegenüber dem Freund wie den jüdischen Freunden, die das Handeln der gegenwärtigen israelischen Regierung für gut heißen – als auch die Menschlichkeit zu bewahren gegenüber dem Feind – und zwar jedem; und die Menschlichkeit zu bewahren gegenüber sich selbst und seinem Gewissen – und dann stehen wir Gott gegenüber.

Dabei ist m. E. zweierlei unverzichtbar: 

  • Die Auseinandersetzung mit der Ohnmacht und
  • die Unterbrechung.

Ich will kurz erzählen, wie es mir dabei ergangen ist:

1999 – kurz zuvor von Oberbantenberg als Gemeindepfarrer nach Idar-Oberstein als Militärpfarrer gegangen - erlebte ich die Berichte aus dem Kosovo, wie wohl fast alle, als über die Maßen schrecklich - wem war und ist bei solchen Bildern nicht zum Weinen zumute?! Als der Krieg begann, empfand ich, "endlich passiert etwas!"

Da ist mit mir etwas Typisches passiert: Berichte über Greuel schaffen eine OHNMACHT, von der die Gewalt angeblich befreit (vgl. W. WINK bzw. mE "Gewaltglaube").

Seine Menschlichkeit bewahren aber heißt:

Dem Grauen in die Augen schauen OHNE SELBST grausam zu werden.

Mich hat die UNTERBRECHUNG gerettet - Gott sei Dank: Ich bereitete in dem Jahr den Ostergottesdienst vor. Dabei entdeckte ich, dass der Jugoslawien-Kosovokrieg völkerrechtswidrig ist. Diese Erkenntnis ebnete mir den Weg dazu, dass ich während der Zeit bei der Bundeswehr zum Pazifisten wurde, wofür ich heute noch dankbar bin.

Seit 2002 stehe ich im Kampf für ein Deutschland ohne Atom-Waffen: Für ein atomwaffenfreies Europa, eine Welt ohne Atomwaffen. Wir machten viele Aktionen: 2009 erlebte ich massiv die OHNMACHT (vgl. viele junge Leute bei Fridays for Future nach den Großdemonstration): Was tat sich? Sichtbar: Nichts. Was also tun? Seitdem FEIERE ich die UNTERBRECHUNG: Öffentliches Fasten auf öffentlichen Plätzen, u. a. auch 2017 in Wiehl. Und jedes Jahre einen Tag länger.

2024 waren wir bei 18 Tagen Fasten angekommen. Was hatten wir erreicht? Eine Bewegung in Deutschland mit vielen Mahnwachen für ein atomwaffenfreies Deutschland? Da war sie wieder die OHNMACHT: Sie ist gefährlich! 

Durch Bibel, Gebet und Gespräch entwickelten wir den "FriedensWeg 2026 - Atomwaffen weg!" Von Köln nach Büchel in einzelnen Etappen. Am 16. April 2026 beginnts im Gremberger Wäldchen!

Im Juli 2025 riefen wir angesichts der Gaza-Hungersnot zum Freitagsfasten auf und gehen mit einem Plakat durch die Kölner Innenstadt: Wer heute gegen Antisemitismus kämpfen will, muss für Palästinenser schreien!

So gilt es auch inmitten von Leid und Gewalt die Gegenwart des Friedens und der Barmherzigkeit zu entdecken - eine Möglichkeit, die Jesus von Nazareth entdeckt hat.

Die Menschlichkeit zu bewahren, ist darum keine zusätzliche Aufgabe zur sonstigen üblichen Routine, sondern erfordert ein AUFGEBEN der BEQUEMLICHKEIT:

  • Auszug aus dem Gewaltglauben
  • Unterbrechung der Gewalt: Heute können wir die Menschlichkeit bewahren, indem wir keine Waffen anrühren! - Und die Kriegsdienstverweigerer und -innen feiern! Sie verdienen bedingungsloses Asyl!
  • Keine Zusammenarbeit mit der Rüstungsindustrie!
  • AUFZUG vor KASERNENTORE mit der Botschaft: "Ihr Soldaten sollt leben und nicht töten! Und nicht als seelische Ruinen oder in Leichensäcken gehüllt zurückkehren!" NOCH KÖNNEN WIR DAS BLOCKIEREN VON KASERNENTORE EINÜBEN!